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BABEl-Projekt ® 1989 begonnes und in den 1990er Jahren fortgeführtes internationales Projekt (Baltic and Bothnian echos from the lithosphere) zur tiefengeophysikalischen Erforschung des Ostseeraumes, dessen Ergebnise auch für die Interpretation der Tiefengeologie des nordostdeutschen Raumes von besonderer Bedeutung sind.

Babelsberger Staffel [Babelsberg step] — generell NW-SE in einzelnen Loben verlaufende Rückschmelzstaffel der ® Brandenburg-Phase des ® Weichsel-Hochglazials der oberpleistozänen Weichsel-Kaltzeit im Gebiet südwestlich und südöstlich von Berlin. /NT/
Literatur: J. Marcinek & B. Nitz (1973)

Bachberg-Glimmerschiefer [Bachberg Mica Schist] ¾ 75-110 m mächtiger variszisch deformierter Glimmerschieferhorizont mit Metabasiten und Metagrauwacken im Liegendabschnitt der ® Obermittweida-Formation des ® Erzgebirgs-Antiklinoriums. /EG/    
Literatur: D. Leonhardt (1997)

Bad Blankenburg: Minimum der Bouguer-Schwere ... [Bad Blankenburg gravity minimum] ¾  NW-SE streichendes lokales Schwereminimum am Südrand der ® Treffurt-Plauer Scholle zwischen Rudolstadt und Saalfeld mit Werten bis −24 mGal, dessen Ursachen in einem granitischen Tiefenkörper vermutet werden (Abb. 3.4 ). /TB/    
Literatur: W. Conrad et al. (1998)

Bad Brambach-Hohendorf: Granit von ... ® Brambacher Granit.

Bad Doberan: Minimum von ... [Bad Doberan minimum] ¾  teilkompensiertes stärkeres Minimum der Bouguer-Schwere über dem ® Salzkissen Bad Doberan. /NS/
Literatur: W. Conrad (1996)

Bad Doberan: Salzkissen ... [Bad Doberan Salt Pillow] ¾ annähernd runde Salinarstruktur des ® Zechstein im Nordwestteil der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke (Abb. 25.1) mit einer Amplitude von etwa 200 m und einer absoluten Tiefenlage der Struktur von ca. 2250 m unter NN (jeweils bezogen auf den Reflexionshorizont X1 im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein).  Über dem Salzkissen befindet sich ein teilkompensiertes stärkeres Schwereminimum. /NS/.   
Literatur: G. Lange et al. (1990); W. Conrad (1996); D. Hänig et al. (1997)

Bad Doberan: Schweretief von ... [Bad Doberan gravity low] ¾  NW-SE orientiertes schwaches Schweretiefgebiet am Nordwestrand der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke mit Tiefstwerten von −1 mGal. Synonym: Doberaner Schweretief. /NS/    
Literatur: G.H. Bachmann & S. Grosse (1989)

Bad Elster-Serie ® ehemals vorgeschlagene, heute nicht mehr verwendete Bezeichnung für ® Klingenthal-Gruppe.

Bad Freienwalde: Minimum von ... [Bad Freienwalde minimum] ¾  geschlossenes Minimum der Bouguer-Schwere über dem ® Salzkissen Bad Freienwalde. /NS/    
Literatur: W. Conrad (1996)

Bad Freienwalde: Salzkissen ... [Bad Freienwalde Salt Pillow] ¾ NNE-SSW orientierte Salinarstruktur des ® Zechstein im Südostteil der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke (Abb. 25.1) mit einer Amplitude von etwa 150 m und einer absoluten Tiefenlage der Struktur bei ca. 1400 m unter NN (jeweils bezogen auf den Reflexionshorizont X1 im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein). Top der Zechsteinoberfläche bei ca. 1900 m unter NN. Über dem Salzkissen befindet sich ein geschlossenes Schwereminimum. /NS/    
Literatur: G. Lange et al. (1990); W. Conrad (1996); W. Stackebrandt (1997b); H. Beer (2000a); W. Stackebrandt & H. Beer (2002)

Bad Freienwalde-Frankfurter Stauchungszug [Bad Freienwalde-Frankfurt push moraine ridge] ¾ generell N-S bis NW-SE streichender, im Gebiet von Frankfurt/Oder in die West-Ost-Richtung umschwenkender Zug intensiv glazigen lagerungsgestörter pleistozäner Schichtenfolgen (von glazifluviatilen Sanden begleitete Geschiebemergelbänke) insbesondere des mittelpleistozänen ® Saale-Komplexes (® Drenthe-Stadium und ® Warthe-Stadium) am West-, Südwest- und Südrand der ® Oderbruchdepression. Die Überdeckung mit weichselzeitlichen Bildungen ist nur lokal erhalten geblieben. /NT/           
Literatur: M. Hannemann (2003, 2005)

Bad Köstritz: Grundgebirgsaufschluss von ... [Bad Köstritz basement rocks outcrop] ¾  am Südostrand der ® Hermundurischen Scholle inmitten eines Zechstein/Buntsandstein-Verbreitungsgebietes als lokales Erosionsfenster auftretender Aufschluss  tektonisch deformierter, von Ablagerungen des ® Zechstein winkeldiskordant überlagerter Grauwacken und Tonschiefer, deren stratigraphische Stellung kontrovers diskutiert wird (® Neoproterozoikum, ® Ordovizium, ® Dinantium). Neuere petrographisch-geochemische Untersuchungen legen ein neoproterozoisches Alter nahe (Äquivalente der ® Frohnberg-„Gruppe“ des ® Schwarzburger Antiklinoriums?), womit der Aufschluss der ® Südthüringisch-Nordsächsischen Antiklinalzone zuzuordnen wäre. /TB/      
Literatur: H. Pfeiffer (1970b); K. Sehm (1973, 1976); G. Meinhold (2004)

Bad Langensalza 25: Bohrung ... [Bad Langensalza 25 well] ¾  regionalgeologisch bedeutsame Erdöl-Erdgas-Bohrung im Bereich der ® Struktur Bad Langensalza (Zentralbereich der ® Mühlhausen-Orlamünder Scholle), die im präsilesischen Untergrund ab 1334,0 m phyllonitische Chloritschiefer der ® Mitteldeutschen Kristallinzone, durchsetzt mit permosilesischen Rhyolithoiden, angetroffen hat (Abb. 32.4). /TB/    
Literatur: H.-J. Behr (1966)

Bad Langensalza 7/56: Bohrung ... [Bad Langensalza 7/56 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im Bereich der ® Struktur Bad Langensalza (Zentralabschnitt der ® Mühlhausen-Orlamünder Scholle), in der unter permotriassischem Deckgebirge die permosilesische ® Langensalzaer Hochlage sowie ab einer Teufe von 1336,0 m Zweiglimmerschiefer und feinkörnige granoblastische Aplitgneise der ® Mitteldeutschen Kristallinzone (?Äquivalente der ® Liebenstein-Gruppe des ® Ruhlaer Kristallins) nachgewiesen wurden (Abb. 32.4). /TB/    
Literatur: H.-J. Behr (1966); W. Steiner & P.G. Brosin (1974); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b); A. Zeh & J. Wunderlich (2003); J. Wunderlich (2003)

Bad Lauchstädt: Erdgas-Lagerstätte ® Lauchstedt: Erdgas-Lagerstätte.

Bad Lausick–Buchheimer Quarzporphyr ® Buchheimer Phänotrachyt.

Bad Lauterberger Rhyolith [Bad Lauterberg rhyolite] ¾ Rhyolith innerhalb der ® Unterrotliegend Schichtenfolge des ® Ilfelder Beckens (niedersächsischer Anteil) im Hangenden der ® Baumgarten-Formation; wahrscheinliches altersmäßiges Äquivalent der ® Ilfelder Rhyodazite (Abb. 29.4). /HZ/    
Literatur: G. Müller (1981); H. Lützner et al. (1995, 2003)

Bad Oldeslohe-Osterburg: Schwereminusachse von ... [Bad Oldeslohe-Osterburg negative gravity axis] ¾  NW-SE streichende störungskontrollierte Schwereminusachse am Westrand der ® Altmark-Senke, die vermutlich eine Moho-Depression zweiter Ornung überlagert. /NS/
Literatur: S. Grosse et al. (1990);

Bad Sachsa-Rhyolith [Bad Sachsa rhyolite] ¾ Rhyolith innerhalb der ® Unterrotliegend-Schichtenfolge des ® Ilfelder Beckens (niedersächsischer Anteil) im Hangenden der ® Baumgarten-Formation; wahrscheinlich altersmäßiges Äquivalent der ® Ilfelder Rhyodazite (Abb. 29.4). /HZ/    
Literatur: G. Müller (1981); H. Lützner et al. (1995, 2003)

Bad Schmieberger Kristallin [Bad Schmiedeberg crystalline] ¾ im Nordostabschnitt der ® Halle-Wittenberger Scholle bei Bad Schmiedeberg in der Braunkohlenbohrung Ris 338/88 nachgewiesene Folge quarzitischer Gneis-Glimmerschiefer der ® Mitteldeutschen Kristallinzone. /HW/  
Literatur: L. Büchner & G. Brüning (1990); B.-C. Ehling (2008a)

Bad Schmiedeberger Stauchmoräne ® Schmiedeberger Randlage.

Bad Suderorde: Tertiär von ...  [Bad Suderode Tertiary] ¾ lokales Tertiärvorkommen bei Bad Suderode am Harz mit Ablagerungen von Silten, die eine reiche Mirkoflora des ® Pliozän enthalten. /TB/
Literatur: W. Krutzsch (1988); H. Blumenstengel & W. Krutzsch (2008)

Bad Wilsnack: Salzstock ... [Wilsnack salt stock] ¾ WNW-ESE bis NW-SE orientierter, von ® Quartär überlagerter Salzstock des ® Zechstein (Caprock-Oberfläche (Top Zechstein) bei 92 m unter NN) im Ostabschnitt der ® Salinarstruktur Wittenberge-Bad Wilsnack am Nordrand der ® Altmark-Fläming-Scholle, regional gebunden an die als saxonische Bruchstruktur gelegentlich ausgeschiedene ® Unterelbe-Störung (Abb. 25.20); durch eine annähernd Ost-West streichende Salzachse mit dem ® Salzstock Wittenberge im Westen verbunden. Kennzeichnend ist ein ausgeprägtes Schwereminimum. Synonym: Salzstock Wilsnack./NS/       
Literatur: R. Meinhold (1957); H.-G. Reinhardt (1959); R. Meinhold (1959); E. Unger (1962); H.-G. Reinhardt (1963); F. Eberhardt et al. (1964); R. Meinhold & H.-G. Reinhardt (1967); F. Eberhardt (1969); G. Lange et al. (1990); D. Hänig et al. (1996); W. Conrad (1996); W. Stackebrandt (1997b); H. Beer (2000a); W. Stackebrandt & H. Beer (2002); G. Martiklos et al. (2001); G. Beutler (2001) ; G. Martiklos et al. (2002a, 2002b); L. Stottmeister et al. (2008)

Bad Wilsnacker Störung [Bad Wilsnack Fault] ¾ nahezu Ost-West streichende Störung im Zentrum der ® Nordostdeutschen Senke (Südflanke des ® Ostelbischen Massivs), die in tieferen Krustenbereichen eine offensichtlich bedeutende Materialgrenze abbildet. /NS/ 
Literatur: N. Hoffmann & H. Stiewe (1994); D. Franke et al. (1995); G.H. Bachmann & N. Hoffmann (1995, 1997)

Baddeckenstedt-Formation [Baddeckenstedt Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit der ® Oberkreide (Unter-Cenomanium und Mittel-Cenomanium) im Gebiet des ® Norddeutschen Tieflandes, Teilglied der ® Unteren Plänerkalk-Untergruppe (Tab. 29), bestehend aus einer rhythmisch gebankten Wechselfolge von grauen Kalkmergelsteinen und mergeligen, meist fossilreichen Kalksteinen. Die biostratigraphische Einstufung erfolgt insbesondere mit Inoceramen und Ammoniten sowie mikrofaunistisch mittels benthischer und plaktischer Foraminiferen. Das Typusprofil liegt in Niedersachsen. Auf ostdeutschem Gebiet kommen vermutlich äquivalente Serien im westlichen Faziesgebiet der ® Subherzynen Kreidemulde mit dem sog. ® Cenoman-Pläner sowie den tieferen ® Rhotomagensis-Schichten vor (Beschreibungen siehe jeweils dort). Auch im Südabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (® Altmark-Fläming-Senke, südwestliche ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke) werden entsprechende Schichtenfolgen in Bohrungen vermutet. Gesicherte Angaben über eine weiter nach Norden (Mecklenburg-Vorpommern) reichende Verbreitung existieren bislang nicht. Synonyme: Cenoman-Pläner pars; Rhotomagensis-Schichten pars. /SH, NS/        
Literatur (für den ostdeutschen Raum): S.v.Bubnoff et al. (1957); I. Diener & K.-A. Tröger. (1963); G. Schulze (1964); I. Diener (1966); W. Karpe (1973); K.-A. Tröger (1995, 1996), K.-H. Radzinsi et al. (1997); K.-A. Tröger (2000a); G. Patzelt (2004); M. Wilmsen & M. Hiss (2007b); T. Voigt et al. (2008); W. Karpe (2008)

Badeleben-Sommerschenburg: Eisenerzlagerstätte ... ® Eisenerzlagerstätte Sommerschenburg.

Bagenz-Forster Becken ® Bagenz-Jocksdorfer Becken.

Bagenz-Jocksdorfer Becken [Bagenz-Jocksdorf Basin] ¾ annähernd E-W orientierte weichselzeitlich periglazial überprägte Senkungsstruktur des ® Quartär zwischen ® Lausitzer Grenzwall im Süden und ® Baruther Urstromtal im Norden mit teilweise stark deformierten Ablagerungen des ® Saale-Komplexes sowie der ® Elster-Kaltzeit. Die periglaziär-erosive Anlage des Beckens erfolgte in der Zerfallsphase des Jüngeren Saaleeises („Warthe-Eis“), die weitere Ausgestaltung während der ® Eem-Warmzeit und insbesondere während des Weichselperiglazials. An die Beckenkonfiguration sind mehrere kleine, voneinander isolierte Eemvorkommen gebunden. Synonyme: Bagenz-Forster Becken; Jocksdorf-Forster Becken; Forster Becken. /NT/    
Literatur: L. Lippstreu et al. (1994a); A.G. Cepek et al. (1994); W. Nowel (1995, 2003a)

Bahnsdorf: Bohrung ... [Bahnsdorf well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Kartierungsbohrung am Nordostrand des ® Niederlausitzer Antiklinalbereichs südwestlich des ® Lausitzer Abbruchs, die unter 162,0 m ® Känozoikum bis zur Endteufe von 288,2 m eine tektonisch dislozierte Schichtenfolge der ® Lausitz-Hauptgruppe des ® Neoproterozoikum aufschloss. Synonym: Bohrung NSL (Nordrand Sächsische Lausitz) 27/63. /LS/    
Literatur: H. Brause (1967, 1969a); W. Lorenz et al. (1994)

Bahnsdorf-Blunoer Rinne [Bahnsdorf-Bluno channel] ¾ ca. 90 m tiefe und etwa 20 km lange NW-SE bis WNW-ESE streichende quartäre Rinnenstruktur im Bereich des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets südlich der ® Welzower Hochfläche, in der die Schichtenfolgen des ® Tertiär durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit bis ins ® Langhium (unteres Mittelmiozän), und damit auch der wirtschaftlich bedeutsame ® Zweite Miozäne Flözkomplex ausgeräumt wurden. Die vorwiegend elsterzeitliche Rinnenfüllung besteht aus einer stark differenzierten Folge von Schluffen, Sanden und Kiesen sowie Grundmoränenbildungen. Das Hangende bilden 10 m saalezeitliche Sedimente. /LS/    
Literatur: M. Kupetz et al. (1989); W. Alexowsky (1994)

Bahnsen-Halit [Bahnsen Halite] ¾ in den beckenzentralen Bereichen der ® Norddeutschen Senke entwickelter Salinarhorizont der ® Bahnsen-Subformation. /NS/    
Literatur: R. Gast et al. (1995, 1998)

Bahnsen-Member ® Bahnsen-Subformation.

Bahnsen-Sandstein [Bahnsen Sandstone] ¾ am Südrand der ® Norddeutschen Senke entwickelter Sandsteinhorizont der ® Bahnsen-Subformation. /NS/    
Literatur: R. Gast et al. (1995, 1998)

Bahnsen-Subformation [Bahnsen Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Oberrotliegend II im Bereich der ® Norddeutschen Senke, Teilglied der ® Hannover-Formation, bestehend aus einer max. 130 m mächtigen Serie von siliziklastischen Rotsedimenten, beckenzentral mit Salinarhorizonten. Die Bahnsen-Subformation entspricht stratigraphisch dem mittleren Abschnitt der ® Peckensen-Schichten der älteren ostdeutschen Rotliegend-Nomenklatur. Synonym: Bahnsen-Member. /NS/
Literatur: W. Lindert et al. (1990); U. Gebhardt & E. Plein (1995); L. Schroeder et al. (1995); R. Gast et al. (1995)

Bahre-Folge ® Bahre-Formation.

Bahre-Formation [Bahre Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit unsicherer altersmäßiger Zuordnung (?Kambrium; ?Devon) am Nordostrand des ® Elbtalschiefergebirges (Abb. 39.7), bestehend aus einer max. 500 m mächtigen variszisch deformierten vulkanisch-sedimentären Serie aus verschiedenen basischen Tuffen, Effusiva, Intrusiva, Tuffiten und Tonschiefern sowie Karbonatgesteinen, die stark kontaktmetamorph beeinflusst und in Knotenschiefer, Glimmerschiefer, Kalksilikatgesteine und Marmore umgewandelt wurden. Unter- und Obergrenze der Formation sind tektonische Störungen. Synonym: Bahre-Folge. /EZ/
Literatur: M. Kurze et al. (1992); M. Kurze & U. Linnemann (1994); C.-D. Werner (1994); M. Kurze et al. (1997); M. Kurze (1997a, 1997c); C.-D. Werner (1997); O. Krentz et al. (2000); O. Krentz (2001); H.-J. Berger (2008a)

Bahrener Becken [Bahren Basin] ¾ annähernd NNE-SSW orientierte pleistozäne Senkungsstruktur im nordöstlichen Rückland des ® Muskauer Faltenbogens (östliche Niederlausitz), aufgebaut (vom Liegenden zum Hangenden) aus 32 m glazifluviatilen Sanden, 15 m glazilimnischen Feinsanden, 51 m Schluffen mit Feinsandlagen, 30 m Geschiebemergel mit Bänderschluffschollen sowie 17 m glazilimnischen Feinsanden und Schluffen. Diese glazigen deformierte elsterzeitliche Abfolge wird von bis zu 85 m mächtigen Bildungen des ® Saale-Komplexes überlagert. Im Zentrum des Beckens verläuft die NNE-SSW streichende ® Jerischker Rinne. /NT/     
Literatur: H. Radtke (1961);  M. Kupetz et al. (1989); L. Wolf & G. Schubert (1992); L. Lippstreu et al. (1994a)

Bajoc ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig angewandte alternative Schreibweise von Bajocium.

Bajocium [Bajocian] ¾  chronostratigraphische Einheit der globalen Referenzskala im Range einer Stufe, Teilglied des ® Mitteljura mit einem Zeitumfang, der von der Internationalen Kommission für Stratigraphie im Jahre 2008 mit allerdings noch wenig gesicherten ca. 3,9 Ma (~171,6-167,7 Ma b.p.) angegeben wird, gegliedert in Unteres, Mittleres und Oberes Bajocium. Lithostratigraphisch erfolgt im ostdeutschen Raum eine Gliederung (vom Liegenden zum Hangenden) in ® Sonninienton-Formation, ® Coronatenton-Formation, ® Garantianenton-Formation und ® Parkinsoniton-Formation (Tab. 27). Hauptverbreitungsgebiet ist der Westabschnitt der ® Nordostdeutsche Senke (Altmark, Prignitz), kleinere (stratigraphisch reduzierte) Vorkommen treten auch im Osten der Senke sowie in der ® Subherzynen Senke (® Coronatenton-Formation) auf. Vorherrschend sind dunkelgraue, teilweise kalkige Tonsteine, in die sich randlich sandige Partien einschalten. In Südwestmecklenburg und weiter südlich kommt Eisenooid- und Eisenoolithführung vor. Kalkige Tonsteine sowie Mergel- und Kalksteine sind vor allem im Südwesten der Senke (Altmark, Westbrandenburg) vertreten. Paläogeographisch trat die ® Nordmecklenburg-Hochlage besonders in Erscheinung, von der Sedimente des höheren ® Unterjura abgetragen wurden (Abb. 19). Die heutigen Mächtigkeiten schwanken in der ® Nordostdeutschen Senke insbesondere infolge differenzierter halokinetischer Bewegungen stark und reichen von 0-290 m; in der ® Subherzynen Senke betragen sie wahrscheinlich max. etwa 125 m. Die Untergrenze zum ® Aalenium im Liegenden kann in der weitgehend tonigen Faziesausbildung infolge oft ausreichender Faunenführung mit hinreichender Sicherheit gezogen werden. Demgegenüber gelingt auf Grund der lithologischen Gleichförmigkeit die in Bohrungen wichtige Grenzziehung auf der Grundlage geophysikalischer Bohrlochmessungen nur in stark eingeschränktem Maße. Eine annähernd exakte Festlegung der Obergrenze zum ® Bathonium gelingt nur mit Hilfe der in den Bohrungen der Nordostdeutschen Senke nachgewiesenen Mikrofaunen. In der Prignitz und in der Altmark wird die Grenze an den sich auch in den Bohrlochmesskurven (SP- und Gamma-Kurve) widerspiegelnden Übergang von der tonigen Entwicklung des Bajocium in die sandige des Bathonium gelegt. Alternative Schreibweise: Bajoc. /NS, SH/     
Literatur: H. Kölbel (1959); R. Wienholz (1964a, 1964b, 1967); H. Kölbel (1967, 1968); Jura-Standard TGL 25234/10 (1976); J. Wormbs (1976a); W. Nöldeke et al. (1976); R. Tessin (1995); H. Eiermann et al. (2002); M. Petzka et al. (2004); E. Mönnig (2005); M. Göthel (2006); J.G. Ogg et al. (2008); G. Beutler & E. Mönnig (2008); E. Mönnig (2008)

Baldenhainer Mulde [Baldenhain Syncline] ¾ NE-SW streichende, von permotriassischen Einheiten der Zeitz-Schmöllner Mulde verdeckte variszische Synklinalstruktur mit Schichtenfolgen des ® Devon und ® Dinantium in der aus dem östlichen ® Thüringischen Schiefergebirge bekannten Normalausbildung im Muldenkern. Die Muldenstruktur hebt sich nach Nordosten hin heraus. /TB/    
Literatur: D. Schuster et al. (1991); H. Wiefel (1995)

Balka-Quarzit ® für den ® Adlergrund-Sandstein des ® Unterkambrium der ® Bohrung G 14-1/86 in Anlehnung an Profile auf Bornholm ursprünglich gewählte Bezeichnung.

Balka-Sandstein-Formation ® für den Adlergrund-Sandstein des ® Unterkambrium der ® Bohrung G 14-1/86 in Anlehnung an Profile auf Bornholm gelegentlich gewählte Bezeichnung.

Ballenstedt-Formation [Ballenstedt Formation] ¾  lithostratigraphische Einheit des ® Rotliegend im ® Meisdorfer Becken, Teilglied des ® Meisdorfer Rotliegend, bestehend aus einer bis zu 60 m mächtigen Wechsellagerung von roten Siltsteinen und Sandsteinen und wenigen Konglomeratlagen sowie Aschentuffbändern mit verkieselten Hölzern (Dadoxylon). Die Konglomerate enthalten Gerölle von Quarziten, Grauwacken und Kieselschiefern des Harzpaläozoikums sowie ortsfremde Bestandteile kleinporphyrischer Rhyolithe und Pyroklastika. In der älteren Literatur verwendetes Kürzel: ru3. /HZ/    
Literatur: W. Schriel (1954); W. Steiner (1958, 1964, 1965, 1966b); G. Möbus (1966); K. Mohr (1993); J. Paul (1999, 2005); M. Schwab (2008a)

Ballersbacher Fazies ® in der Literatur zum ® Devon des ® Harzes zuweilen verwendete Bezeichnung für dichte hemipelagische Kalksteine mit Cephalopoden- und Lamellibranchiatenführung. Als Gegensatz gilt die sog. ® Greifensteiner Fazies.

Ballstädt 1: Bohrung ... [Ballstädt 1 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung mit einem Richtprofil der ® Werra-Formation und der ® Staßfurt-Formation des ® Zechstein im zentralen ® Thüringer Becken s.l.. /TB/    
Literatur: G. Seidel & R. Langbein (1974); R. Langbein & G. Seidel (1995a, 2003)

Baltica [Baltica] ¾  seit dem frühen ® Ordovizium von hohen südlichen Breitengraden nach Norden gedriftete kontinentale Platte (heute: Baltischer Schild und Basement der ® Osteuropäischen Tafel), die bei annähernd zeitgleicher Entwicklung eines ozeanischen Bereichs (® Tornquist-Ozean) in ihrem Hinterland das passive Rückgrat der sich entwickelnden ® Norddeutsch-Polnischen Kaledoniden bildete. Spätestens seit dem Nachweis baltischer Kruste in der südlichen Ostsee nördlich Rügen (® Bohrung G 14-1/86) wird auch in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands der Begriff Baltica, insbesondere im Zusammenhang mit der Diskussion der ® Rügen-Kaledoniden, zunehmend verwendet.      
Literatur: D. Franke (1990a, 1990b); A. Berthelsen (1992a); D. Franke (1993, 1994, 1995); D. Franke et al. (1996); N. Hoffmann & D. Franke (1997); H. Beier (2001); U. Bayer et al. (2002); G. Katzung (2004a); M. Krauss & P. Mayer (2004)  

Baltische Endmoräne: Äußere ... ® Frankfurter Randlage.

Baltischer Bernstein [Baltic amber] ¾ im Gesamtraum Nordostdeutschlands in Schichtenfolgen des ® Quartär verbreiteter, in der sog. eozänen „Blauen Erde“ des Samlandes (Halbinsel zwischen Frischem und Kurischem Haff in der Region Königsberg/Kaliningrad) angereicherter und von dort mit dem skandinavischen Gletschereis sowie durch glazifluviatile Schmelzwässer des ® Pleistozän (® Mecklenburg-Phase) verfrachteter eozäner Bernstein. Das größte derartige Bernsteinvorkommen Ostdeutschlands befindet sich zwischen Kölpinsee und Ückeritz auf Usedom (® Bernstein-Vorkommen von Stubbenfelde). Insgesamt wurden im Baltischen Bernstein bisher über 3000 Tierarten und etwa 200 Pflanzenarten nachgewiesen. Die den Bernstein bildenden Harze entstammen insbesondere der eozänen Bernsteinkiefer Pinus succinifera. Gelegentlich wurden/werden die Bernsteine des miozänen ® Bittefelder Bernsteinhorizonts als umgelagerter Baltischer Bernstein interpretiert. /NT/   
Literatur: W. Schulz (1960); ; R. Reinicke (1990); R.-O. Niedermeyer (1995c); K. Duphorn & R.-O Niedermeyer (1995); R. Wimmer et al. (2009)

Baltischer Eis-Stausee [Baltic Ice Sea] ¾ NE-SW orientierter spätglazialer Eis-Stausee in zentralen Teilgebieten der heutigen Ostsee, gebildet im Zeitraum des oberpleistozänen ® Weichsel-Spätglazials. Die Südgrenze dieses Eis-Stausees lag noch außerhalb der zu dieser Zeit Festlandsgebiet darstellenden Räume im Norden Ostdeutschlands. Demgegenüber wurden im mecklenburg-vorpommerschen Anteil der Ostsee Sedimente des Eis-Stausees, teilweise die von Süden geschütteten festländischen Bildungen vertretend, mehrfach nachgewiesen (® Arkona-Becken, ® Falster-Rügen-Platte, ® Darßer Schwelle, ® Mecklenburger Bucht). /NT/   
Literatur: H. Kliewe (2004b); W. Lemke & R..-O. Niedermeyer (2004)

Baltischer Landrücken ® Nördlicher Landrücken.

Baltischer Landrücken: Südlicher ... ® Südlicher Landrücken.

Balvium ® in der geologischen Literatur Ostdeutschlands nur selten angewendeter Begriff für ein stratigraphisches Intervall, das das ® Unter-Tournaisium und ® Mittel-Tournaisium umfasst. Ein häufiger verwendeter synonymer Begriff ist ® Gattendorfia-Stufe.
Literatur: Arbeitsgemeinschaft für Dinant-Stratigraphie (1971); D. Weyer et al. (2002)

Band- und Buntschiefer-Folge ® im DDR-Stratigraphiestandard für das ® Devon (TGL 25234/14 von 1981) ehemals festgelegte lithostratigraphische Einheit für die als Bandschiefer und Buntschiefer (Oberdevon) bezeichneten Schichtenfolgen im Bereich des ® Unterharzes und ® Mittelharzes.

Bänderquarzit [Bänder Quarzite] ¾ charakteristische quarzitische Bändergneise im oberen Abschnitt der ?altpaläozoischen ® Windsberg-Formation (Windsberg-Formation s. str., ® Ruhla-Gruppe) im Südwestteil der ® Ruhlaer Scholle (Nordwestabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins); Der obere Teil der Windsberg-Formation ist tektonisch auf den unteren Abschnitt überschoben, der als Äquivalent der Struth-Formation gilt. /TW/   
Literatur: W. Neumann (1974a, 1983); J. Wunderlich (1995a); H. Huckriede (2001); A. Zeh & J. Wunderlich (2003)

Bänderschiefer-Grauwacke-Schichten [Bänderschiefer-Grauwacke Member] ¾ an der Nordwestflanke des ® Bergaer Antiklinoriums ehemals ausgeschiedene lithostratigraphische Einheit des ® Oberdevon (unteres bis mittleres ® Frasnium), Teilglied der ® Grauwacke-Eruptiv-Folge (Tab. 8), bestehend aus einer bis zu 150 m mächtigen Serie von variszisch deformierten groben Konglomeraten mit Granit- und Porphyrgeröllen, bankigen Grauwacken und feinklastischen Arkosen. In der nordöstlichen Verlängerung nördlich und nordöstlich der ® Ronneburger Querzone wurde im Bereich des ® Nordsächsischen Synklinoriums unter permomesozoischer Bedeckung in Bohrungen und Untertageaufschlüssen des Uranerzbergbaus eine stratigraphisch und lithofaziell ähnliche Folge erschlossen, die sich (vom Hangenden zum Liegenden) aus einer bis 30 m mächtigen Grauwacken-Tonschiefer-Wechsellagerung sowie einer bis 55 m Mächtigkeit erreichenden Folge von Grauwacken mit Einschaltungen von Spiliten (bis 20 m) und Tuff-Horizonten (2-15 m) zusammensetzt. Neuzeitliches Synonym: Vogelsberg-Formation pars. /TS/       
Literatur: R. Schönenberg (1952b); R. Gräbe (1962); H. Blumenstengel et al. (1963b); H. Pfeiffer (1967a, 1968a); H. Blumenstengel & R. Gräbe (1968); W. Steinbach et al. (1970); K. Wucher (1970); W. Steinbach & H. Blumenstengel (1974); H. Wiefel (1976); H. Blumenstengel et al. (1976); G. Schlegel & H. Wiefel (1978); H. Blumenstengel & K. Zagora (1978); H. Pfeiffer (1981a); H. Blumenstengel (1995a); G. Schlegel & H. Wiefel (1998); K. Wucher (1998); G. Lange et al. (1999); K. Bartzsch et al. (1999, 2001); H. Blumenstengel (2003)

Bandkalk-Schichten ® im DDR-Stratigraphiestandard für das ® Devon (TGL 25234/14 von 1981) ehemals festgelegte lithostratigraphische Einheit für den sog. „Bandkalk“ des ® Oberen Wernigerode-Flinz der ® Wernigerode-Formation.

Bandschiefer [Bandschiefer] ¾ ehemals ausgeschiedene informelle lithostratigraphische Einheit des Grenzbereichs ® Mitteldevon/Oberdevon (® Givetium bis ® Adorf/Nehden) im Bereich des® Unterharzes (Umrandung der ® Südharz-Selke-Decke) sowie des ® Mittelharzes (® Elbingeröder Komplex, ® Blankenburger Zone), bestehend aus feinklastischen hellen graugrünen Ton- und Wetzschiefern, die durch Einschaltungen sandigen Materials eine charakteristische Bänderung aufweisen. Die Einheit wird heute nicht mehr gesondert ausgehalten, sondern zusammen mit den sie begleitenden bunten (roten und grünen) Schiefern zur informellen lithostratigraphischen Einheit der ® Buntschiefer gestellt. /HZ/   
Literatur: W. Schriel (1954); M. Reichstein (1955, 1961, 1964); G. Möbus (1966); W. Schimanski (1969); G. Zimmermann (1969); DEVON-STANDARD TGL 25234/14 (1981); K. Mohr (1993)

Bannewitz-Formation [Bannewitz Formation] ¾ lokal bis zu 390 m mächtige, durchgängig rotfarbene lithostratigraphische Einheit des ® Oberrotliegend I (?) im Bereich des ® Döhlener Beckens (Abb. 39.6), in der ® Döhlener Hauptmulde bestehend aus (vom Liegenden zum Hangenden) einer Rhyolith-Fanglomerat-Subformation (mit Geröllen des ® Dobritzer Rhyoliths sowie von Rhyolithen des ® Tharandter Eruptivkomplexes), unterteilt durch die ® Gittersee-Pyroklastit-Subformation in einen 15-55 m mächtigen unteren Abschnitt und einen im Mittel 20-60 m mächtigen oberen Abschnitt, sowie einer darüber folgenden Arkose-Fanglomerat-Subformation, unterteilt durch die ® Wachtelberg-Tuff-Subformation in einen 80-115 m mächtigen unteren Teil und einen etwa 70 m mächtigen oberen Abschnitt; in der ® Hainsberg-Quohrener Nebenmulde im Wesentlichen bestehend aus Gneis-Porphyr-Konglomeraten. An der Basis wurde eine mehrere Zehner Meter mächtige Folge von Brocken- und Kristalltuffen nachgewiesen. Biostratigraphisch verwertbare Faunen- oder Florenreste wurden bislang nicht nachgewiesen; insofern ist die Einstufung in das Oberrotliegend I lediglich auf der Grundlage von Klinaindikationen und Faziesmustern sowie tektonostratigraphischen Vergleichen begründet. Der Bannewitz-Formation analoge Bildungen wurden in der an das Döhlener Becken nordöstlich angrenzenden ® Briesnitzer Senke nachgewiesen. Synonyme: Bannewitz-Hainsberg-Formation; Bannewitz-Hainsberger Schichten. /EZ/
Literatur: K. Pietzsch (1962); W. Reichel (1966, 1970, 1985); H. Prescher et al. (1987); H.-D. Beeger & W. Quellmalz (1994); J. Göbel et al. (1997); J. Göbel (1998); J.W. Schneider & J. Göbel (1999a, 1999b, 1999c): U. Hoffmann (2000); I. Jaschke (2001); U. Hoffmann & J.W. Schneider (2001); J.W. Schneider & U. Hoffmann (2001); H.-J. Berger (2001); H. Walter & U. Hoffmann (2001); U. Hoffmann (2002); B. Legler (2002); U. Hoffmann et al. (2002); M. Menning et al. (2005a, 2005d); W. Reichel & M. Schauer (2006); J.W. Schneider (2008); H. Walter & J.W. Schneider et al. (2008)

Bannewitz-Hainsberger Schichten ® Bannewitz-Formation.

Bannewitz-Hainsberg-Formation ® Bannewitz-Formation.

Bansin: Erdöl-Lagerstätte ... [Bansin oil field] ¾ im Jahre 1984 im vorpommerschen Randbereich des Zechsteinbeckens (Südostfortsetzung der ® Barth-Grimmener Strukturzone auf der Insel Usedom) im Bereich der Barrenzone (Wallregion) des ® Staßfurt-Karbonats nachgewiesene Erdöl-Lagerstätte. /NS/    
Literatur: E.P. Müller et al. (1993); H.-J. Rasch et al. (1993)

Bansin-Vorstoß [Bansin advance] ¾  auf der Grundlage einer ehemals im Ostteil der Insel Usedom ausgeschiedenen Grundmoräne des ® Weichsel-Spatglazials sowie aus der Deformation von Torfablagerungen des ® Alleröd-Interstadials postulierter post-Alleröd-Gletschervorstoß. Neuere Untersuchungen des „Geschiebemergels“ ergaben, dass es sich hier um ein periglazial umgelagertes Schlammstrom-Sediment („Fließmoräne“) eines Geschiebemergels des ® Mecklenburger Vorstoßes (® Mecklenburg-Phase des ausgehenden ® Weichsel-Hochglazials) handelt. /NT/   
Literatur: H.-D. Krienke (2004)

Bärenbruch-Sedimente [Bärenbruch Sediments] ¾ Sedimentabfolge im Liegendabschnitt der ® Lindenberg-Subformation (Teilglied der ® Ilmenau-Formation) des ® Unterrotliegend der ® Oberhofer Mulde. /TW/   
Literatur: D. Andreas et al. (1996)

Bärenburg: Silesium von ... ® Silesium von Oberbärenburg.

Bärenfels: Silesium von ... [Bärenfels Silesian] ¾  regional begrenztes Silesium-Vorkommen (® Westfalium) im Bereich der ® Altenberger Scholle am Westrand des ® Schellerhauer Granits (Südostabschnitt des ® Osterzgebirgischen Antiklinalbereichs), Teilglied des ® Osterzgebirgischen Silesium-Senkenbereichs (Abb. 36.3). /EG/    
Literatur: K. Pietzsch (1962)

Bärenköpfe-Granodiorit [Bärenköpfe Granodiorite] ¾ tektonisch schwach beanspruchter spätvariszischer Zweiglimmer-Granodiorit im Südostabschnitt des ® Kyffhäuser-Kristallins (Abb. 32.5). Radiometrische Datierungen ergaben Werte um 330–333 Ma b.p. (® Viséum). /TB/
Literatur: W. Neumann (1968); G. Katzung & A. Zeh 1994; J. Wunderlich (1995a); G. Anthes & T. Reischmann (1996); H. Neuroth (1997); D. Marheine (1997); A. Zeh (1998, 1999); A. Zeh & J. Wunderlich (2003); S. Meier (2004); H.-J. Franzke & S. Meier (2005)

Bärenstein-Basalt [Bärenstein basalt] ¾ am Bärenstein (897,6 m NN) nördlich des Ortes Bärenstein als Rest primär bis etwa 60 m mächtiger Deckenergüsse vorliegendes basisches Neovulkanit-Vorkommen des ® Tertiär (® Oligozän/Miozän) am Westrand des ® Mittelerzgebirgischen Antiklinalbereichs, ausgebildet als Augit-Nephelinit. Titanaugit und Magnetit kommen als Einsprenglinge im Basalt vor. An das Basaltvorkommen sind geringmächtige fluviatile Sedimente (Kiese und Sande) gebunden, die auf der Grundlage einer ähnlichen Schwermineral-Gemeinschaft (Zirkon, Rutil, Topas, Anatas u.a.) mit fossilmäßig als ® Priabonium (Obereozän) belegten Vorkommen Ostthüringens und des Zwickauer Gebietes (® Mosel-Schichten) korreliert werden (Lage siehe Abb. 23). /EG/
Literatur: K. Pietzsch (1962); L. Pfeiffer (1978); B. Rohde & K. Steinike (1981); H. Prescher et al. (1987); W. Alexowsky (1994); L. Eissmann (1997c); P. Suhr in G. Standke (2008a)

Bärensteiner Augengneis [Bärenstein Augen Gneiss] ¾  augig-flaseriger mittel- bis grobkörniger Biotit-Kalifeldspat-Plagioklasgneis des ® Neoproterozoikum (Ediacariuzm) an der Südwestflanke der ® Annaberger Struktur, der wechselnd zur Gruppe der ® Rotgneise bzw. der ® Äußeren Graugneise gestellt wird. U/Pb-SHRIMP-Bestimmungen ermittelten cadomische Alterswerte zwischen 565 ± 11 Ma und 577 ± 7 Ma. Typisch ist das Auftreten von Xenokristen, von denen eine Probe einen archaischen Alterswert von 2974 ± 9 Ma ergab. Der Bärensteiner Augengneis wird als Teilglied einer überregionalen Mitteldruck-Mitteltemperatur-Einheit des ® Erzgebirges betrachtet. Synonym: Augengneis von Bärenstein-Schlettau; Augengneis von Bärenstein-Wolkenstein. /EG/    
Literatur: K. Pietzsch (1954, 1956); Kl. Schmidt (1959); K. Pietzsch (1962); F. Wiedemann (1965, 1969); K. Walther (1972); R. Wiedemann (1984); R. Lobst (1986); A. Frischbutter (1989); D. Leonhardt et al. (1990); A. Kröner et al. (1997); O. Krentz et al. (1997); D. Leonhardt et al. (1998); D. Leonhardt (1999c); D. Leonhardt & M. Lapp (1999); M. Tichomirowa (2002, 2003); H.-J. Berger et al. (2008b)

Bärensteiner Störung [Bärenstein Fault] ¾ NW-SE streichende, schwach bogenförmig verlaufende Störung im Südwestabschnitt des ® Mittelerzgebirgischen Antiklinalbereichs zwischen ® Bärenstein-Schlettau-Stollberger Störungszone im Nordosten und ® Scheibenberg-Niederschlag-Kovářská-Störung im Südwesten. /EG/    
Literatur: L. Baumann et al. (2000); E. Kuschka (2002)

Bärenstein-Schlettau: Augengneis von ... ® Bärensteiner Augengneis.

Bärenstein-Schlettau-Stollberger Störungszone [Bärenstein-Schlettau-Stollberg Fault Zone] ¾ NW-SE streichende, lokal bis einige hundert Meter breite Störungszone im Westabschnitt des ® Mittelerzgebirgischen Antiklinalbereichs mit vorwiegend SW-fallenden, oft mineralisierten Teilstörungen (Abb. 36.4). Ihre nordwestliche Fortsetzung findet die Zone über die ® Erzgebirgs-Nordrandzone hinweg in der ® Vorerzgebirgs-Senke mit der ® Rödlitz-Störung sowie der ® Plutoschacht-Störung des ® Oelsnitz-Lugauer Steinkohlenreviers; im Raum Glauchau bildet sie die Südwestbegrenzung des ® Granulitkomplexes. Synonyme: Bärenstein-Schlettau-Stollberger Tiefenbruchzone; Stollberg-Schlettauer Störung; Rödlitz-Schlettau-Bärensteiner Störung; Annaberg-Krásna Hora-Linie; Geyer-Přibram-Störungszone. /EG, MS/        
Literatur: J. Chrt et al. (1966); W. Conrad et al. (1983); D. Leonhardt et al. (1990); H.-J. Behr et al. (1994); E. Kuschka (2002)

Bärenstein-Schlettau-Stollberger Tiefenbruchzone ® Bärenstein-Schlettau-Stollberger Störungszone.

Bärenstein-Wolkenstein: Augengneis von ... ® Bärensteiner Augengneis.

Barenthin: Salzstock ... [Barenthin salt stock] ¾ schwach Ost-West gestreckte Salinarstruktur des ® Zechstein mit von ® Tertiär überlagertem Diapir (Caprock-Oberfläche /Top Zechstein/ bei 45 m unter NN) am Nordostrand der ® Wendland-Nordaltmark-Scholle im Kreuzungsbereich von ® Havelberger Störung und ® Unterelbe-Linie (Abb. 25.20). Die Amplitude der Struktur beträgt etwa 900 m (bezogen auf den Reflexionshorizont X1 im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein). Über dem Diapir befindet sich ein geschlossenes Schweremaximum (® Schweremaximum von Barenthin). /NS/    
Literatur: R. Meinhold (1957); H.-G. Reinhardt (1959); R. Meinhold (1959); E. Unger (1962); R. Meinhold & H.-G. Reinhardt (1967); G. Lange et al. (1990); G.H. Bachmann & N. Hoffmann (1995); D. Hänig et al. (1996); W. Conrad (1996); G.H. Bachmann & N. Hoffmann (1997); H. Beer (2000a); G. Beutler (2001).;W. Stackebrandt & H. Beer (2002); L. Stottmeister et al. (2008)

Barenthin: Schweremaximum von ... [Barenthin gravity maximum] ¾  durch Superposition von Einflüssen des Deckgebirges gebildetes geschlossenes Maximum der Bouguer-Schwere über dem ® Salzstock Barenthin. /NS/           
Literatur: W. Conrad (1996)

Bärentiegel-Porphyroid [Bärentiegel Porphyroid] ¾ kleines Porphyroidvorkommen, subvulkanisch intrudiert in die ® Obere Frauenbachquarzit-Formation (® Tremadocium) an der Südostflanke des ® Schwarzburger Antiklinoriums (Abb. 34.3); 207Pb/206Pb-Bestimmungen belegen ein Alter von 479 ± 2 Ma b.p.. /TS/           
Literatur: F. Falk (1974); H. Wiefel (1974); G. Meinel (1974); F. Falk & H. Wiefel (1995); M. Gehmlich et al. (1996); U. Linnemann et al. (1997); M. Gehmlich et al. (1997b, 1997e, 1998); U. Linnemann et al. (2000); M. Gehmlich (2003); F. Falk & H.Wiefel (2003); U. Linnemann t al. (2004a)

Barneberger Höhe ® Offlebener Sattel.

Barneberger Horst ® Offlebener Sattel.

Barneberger Sattel ® Offlebener Sattel.

Barneberg-Oschersleben-Staßfurter Sattel ® Oschersleben-Egeln-Staßfurter Sattel mit Verlängerung nach Nordwesten auf niedersächsisches Gebiet..

Barnim: der ... ® häufig verwendete Kurzform von ® Barnim-Hochfläche.

Barnim-Hochfläche [Barnim upland area] ¾  Grundmoränenplatte der ® Brandenburg-Phase des ® Weichsel-Hochglazials der oberpleistozänen ® Weichsel-Kaltzeit, die sich vom Rand der ® Oderbruch-Depression bei Bad Freienwalde im Osten bis in das Berliner Stadtgebiet im Westen erstreckt; östliches Teilglied der ® Ostbrandenburgischen Plattenzone (Abb. 24.4). Begrenzt wird die Hochfläche im Süden durch das ® Berliner Urstromtal, im Norden durch das ® Eberswalder Urstromtal. Etwa in der Mitte der Grundmoränenplatte erstreckt sich in SE-NW-Richtung die Stauchendmoräne der ® Frankfurt-Phase. Typisch für die Hochfläche ist die generelle Tendenz eines nordostwärts gerichteten Höhenanstiegs vom Berliner Urstromtal bis in den Bereich des tiefliegenden Oderbruchs, wo die Hochfläche eine steile Ostflanke aufweist. Lokal gliedern zwischengeschaltete Terrassenniveaus (Wriezener Terrasse) und periglaziale Schwemmfächer in Verbindung mit einer Randzertalung die Steilhänge der östlichen Barnim-Hochfläche. Es wird angenommen, dass der Rumpf der Barnim-Platte bereits saalezeitlich angelegt wurde. Die NE-SW streichende rinnenartige Struktur des ® Rote Luch-Sanders trennt die Barnim-Hochfläche von der östlich angrenzenden ® Lebus-Hochfläche. Synonym: Barnim-Platte. Kurzform: Barnim. /NT/        
Literatur: S.M. Chrobok et al. (1982); K.-D. Jäger et al. (1994); A.G. Cepek (1994); J. Marcinek & L. Zaumseil (2003)

Barnim-Platte ® Barnim-Hochfläche.

Barnim-Senke [Barnim Basin] ¾ im tieferen ® Oberrotliegend II über Grabenbildungen des ® Unterrotliegend bis ® Oberrotliegend I (® Grüneberger Graben, ® Tuchener Graben) angelegte NW-SE bis WNW-ESE streichende Senkungsstruktur im Ostteil der ® Nordostdeutschen Senke zwischen ® Beeskower Schwelle (alternativ: Ostbrandenburg-Schwelle) im Süden und ® Oderbruch-Schwelle (alternativ ® Nordostbrandenburg-Schwelle) im Norden (Abb. 9); Quergliederung durch ® Buckow-Wriezener Schwelle und ® Wandlitzer Schwelle. Synonym: Brandenburger Senke. /NS/    
Literatur: Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); W. Lindert et al. (1990); H.-J. Helmuth & S. Süssmuth (1993); H.-J. Helmuth & S. Schretzenmayr (1995); G. Katzung (1995); H. Beer (2000a); O. Kleditzsch (2004a, 2004b)

Barrême ® in der älteren Literatur zur Geologie Ostdeutschlands zumeist angewandte Kurzform der von der Stratigraphischen Kommission Deutschlands seit 1999 empfohlenen Schreibweise ® Barremium.

Barremium [Barremian] ¾chronostratigraphische Einheit der globalen Referenzskala im Range einer Stufe, Teilglied der ® Unterkreide mit einem Zeitumfang, der von der Internationalen Kommission für Stratigraphie im Jahre 2008 mit etwa 5 Ma (~130,0-125,0 Ma b.p.) angegeben wird, untergliedert in Unter- und Ober-Barremium, früher gelegentlich auch in Unter-, Mittel- und Ober-Barremium (Tab. 29). Lithofaziell wird das Barremium in seinem ostdeutschen Hauptverbreitungsgebiet, der durch halokinetische Bewegungen stark beeinflussten ® Südwestmecklenburg-Altmark-Westbrandenburg-Senke, vorwiegend durch fossilreiche tonig-feinschichtige Sedimente (Blättertonhorizonte) vertreten. Daneben kommen, insbesondere beckenrandwärts, biostratigraphisch nicht untergliederbare stärker schluffig-sandige, zuweilen mit kohligen und Schillkalk-Einschaltungen verknüpfte Ablagerungen vor. In der westlichen Altmark wurden zudem sandige Mergel mit Brauneisenkonglomeraten und Brauneisenooiden nachgewiesen. Die Mächtigkeiten erreichen in den halokinetisch generierten Randsenken bis zu 300 m, dagegen oft nur wenige Meter auf lokalen Hochgebieten sowie im Anstieg zu den regionalen Schwellen der ® Nordmecklenburg-Hochlage und der ® Ostbrandenburg-Hochlage (Abb. 30). Nördlich dieser Hochzonen konnte Barremium bisher nicht sicher belegt werden. Lediglich im Gebiet der ® Darßer Störungszone werden in einer max. 60 m mächtigen Folge von glaukonitischen und tonigen Sand- bis Schluffsteinen Ablagerungen des Barremium bis Aptium vermutet. Die südlichsten Barremium-Vorkommen Ostdeutschlands sind aus dem Gebiet der ® Subherzynen Kreidemulde bekannt, im Osten (® Quedlinburger Sattel) mit küstennahen sandigen, terrestrische Horizonte enthaltenden Sedimenten (® Neokom-Sandstein), im Westen (® Kleiner Fallstein) mit marinen tonig-mergeligen Gesteinen und Eisenerzführung (Abb. 28.4). Synonym: Crioceren-Schichten. Alternative Schreibweise: Barrême. /NS, SH/     
Literatur: I. Bach (1963, 1964, 1965); I. Diener (1966); I. Bach & J. Wormbs (1967); W. Nöldeke (1967); I. Diener (1967a, 1968a, 1971, 1974); I. Diener & K.-A. Tröger (1976); F.M. Gradstein et al. (1999); J. Mutterlose (2000d); I. Diener (2000a, 2000b); M. Hiss et al. (2002);  I. Diener et al. (2004a); M. Menning (2005); J.G. Ogg et al. (2008); L. Stottmeister et al. (2008); W. Karpe (2008)

Barruelium [Barruelian] ¾ chronostratigraphische Einheit des ® Stefanium der westeuropäischen Referenzskala (Tab. 11) mit einem Zeitumfang von ca. 1-1,5 Ma, wobei die exakte Position innerhalb der absoluten Zeitskala allerdings unterschiedlich definiert wird (von ~303,5 bis ~299 Ma b.p.). Der Begriff wird in der Literatur zum ostdeutschen Karbon bislang nur selten verwendet, und dann zumeist in der englischsprachigen Version. Synonym: Stefanium A.   
Literatur: R.H. Wagner & C.F. Winkler Prins (1985, 1997); M. Menning et al.(1996, 1997, 2000); V. Wrede et al. (2002); M. Menning et al. (2006)

Barth 1/63: Bohrung ... [Barth 1/63 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Erdöl-Erdgas-Bohrung im Nordabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (Mecklenburg-Vorpommern, Abb. 25.4), die unter 80 m Quartär und 2812 m ® mesozoisch-jungpaläozoischem Tafeldeckgebirge 609 m Sedimente und Vulkanite des ® Rotliegend sowie bis zur Endteufe von 5505 m ein 2004 m mächtiges Profil des ® Silesium (Tab. 24) aufschloss. /NS/    
Literatur: E. Bergmann et al. (1983); D. Franke (1990a); K. Hoth  et al. (1993a); D. Franke et al. (1996); N. Hoffmann et al. (1997); H. Rieke (2001); G. Katzung (2004b); G. Katzung & K. Obst (2004)

Barth: Erdöl-Lagerstätte ... [Barth oil field] ¾ im Jahre 1966 im nordostmecklenburgisch-vorpommerschen Randbereich des Zechsteinbeckens (® Barth-Grimmener Strukturzone) im ® Staßfurt-Karbonat nachgewiesene Erdöl-Lagerstätte. /NS/    
Literatur: E.P. Müller (1990); E.P Müller et al. (1993)

Barthe-Folge ® Barthe-Subgruppe.

Barther Störung [Barth Fault] ¾ NE-SW streichende Störung im Nordabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke, nordöstliches Teilglied der ® Schweriner Störung. /NS/  
Literatur: G. Möbus (1996);   

Barthe-Subgruppe [Barthe Subgroup] ¾  zuweilen ausgehaltene lithostratigraphische Einheit des ® Westfalium A am Nordrand der Nordostdeutschen Senke (Vorpommern), die in ihrem Hangendabschnitt die ® Hiddensee-Schichten enthält. Für den Liegendabschnitt werden unterhalb des ® Mecklenburg-Sandsteins der ® Unteren Hiddensee-Schichten nicht namentlich gekennzeichnete rotfarbene, durch Makroflora-Reste als Westfalium bestimmte feinklastische Sedimente mit Bodenbildungsmerkmalen ausgewiesen. Synonym: Barthe-Folge. /NS/           
Literatur: K. Hoth et al. (1990); W. Lindert (1994); W. Lindert & N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al. (2005); J.W. Schneider (2008)

Barth-Grimmener Strukturzone [Barth-Grimmen Structural Zone] ¾  NW-SE streichende, vom Fischland bis zur Insel Usedom sich erstreckende Hochlagenzone des ® Subsalinars an der Nordflanke der ® Nordostdeutschen Senke, in der die Basis des Zechsteinsalinars um etwa 100 m angehoben ist. Morphologisch tritt die Strukturzone auch im ® Suprasalinar in Erscheinung. So liegt der ® Reflexionshorizont S1 um ca.200-400 m höher als in den im Süden und Norden angrenzenden Bereichen. Charakteristisch ist auch, dass die Schichtenfolgen des ® Albium beiderseits der Zone flach nach Süden bzw. nach Norden eintauchen. Synonym: Barth-Grimmener Strukturzug. /NS/    
Literatur: F. Schüler (1976); K. Ruchholz & W. Schumacher (1988); P. Krull (2004a); G. Beutler (2004)

Barth-Grimmener Strukturzug ® Barth-Grimmener Strukturzone.

Barth-Grimmener Wall ® Grimmener Wall.

Barth-Schichten [Barth Beds] ¾  informelle lithostratigraphische Einheit des ® Silesium (tieferes ® Westfalium A; Tab. 13), nachgewiesen in Bohrungen des nördlichen Randbereichs der ® Nordostdeutschen Senke (Vorpommern), bestehend aus einer wechselnd mächtigen, maximal bis 350 m erreichenden graufarbenen Wechsellagerung von Sandsteinen, Siltsteinen und Tonsteinen mit geringer Kohleführung und einem mächtigen Sandsteinkomplex an der Basis (® Mecklenburg-Sandstein); Gliederung in ® Untere Hiddensee-Schichten und ® Obere Hiddensee-Schichten. Synonyme: Graue Folge pars. /NS/      
Literatur: K. Hoth et al. (1990); D. Franke (1990); K. Hoth et al. (1993a, 1993b); W. Lindert (1994); H.-J. Piske et al. (1994); W. Lindert & N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al. (2005); C. Hartkopf-Fröder (2005)

Barth-Schichten: Obere ... [Upper Barth Beds] ¾  informelle lithostratigraphische Einheit des ® Silesium ( tieferes ® Westfalium A), nachgewiesen in Bohrungen des nördlichen Randbereichs der ® Nordostdeutschen Senke (Vorpommern), bestehend aus einer etwa 120 m mächtigen graufarbenen Siltstein-Tonstein-Wechsellagerung mit geringer Kohleführung. Synonyme: Graue Folge pars. /NS/      
Literatur: K. Hoth et al. (1990); D. Franke (1990); K. Hoth et al. (1993a, 1993b); W. Lindert (1994); H.-J. Piske et al. (1994); W. Lindert & N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al. (2005)   

Barth-Schichten: Untere ... [Lower Barth Beds] ¾  informelle lithostratigraphische Einheit des ® Silesium (tieferes ® Westfalium A), nachgewiesen in Bohrungen im nördlichen Randbereich der ® Nordostdeutschen Senke (Vorpommern), bestehend aus einer 200-235 m mächtigen graufarbenen, annähernd kohlefreien Siltstein-Tonstein-Wechsellagerung; an der Basis lokal mit einem mächtigen Sandsteinkomplex (® Mecklenburg-Sandstein). Synonyme: Graue Folge pars. /NS/      
Literatur: K. Hoth et al. (1990); D. Franke (1990); K. Hoth et al. (1993a, 1993b); W. Lindert (1994); H.-J. Piske et al. (1994); W. Lindert & N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al. (2005)   

Bartolomäus Stadtilm: Bohrung ... ® Bohrung Stadtilm.

Barton ® in der älteren Literatur zur Geologie Ostdeutschlands zumeist angewandte Kurzform der von der Stratigraphischen Kommission Deutschlands seit 1999 empfohlenen Schreibweise ® Bartonium.

Bartonium [Bartonian] ¾ chronostratigraphische Einheit des ® Tertiär der globalen Referenzskala im Range einer Stufe mit einer Zeitdauer, die von der Internationalen Kommission für Stratigraphie im Jahre 2008 mit ca. 3,2 Ma (~40,4-37,2 Ma b.p.) angegeben wird, Teilglied des ® Eozän (Tab. 30). Ablagerungen des Bartonium kommen in den ostdeutschen Bundesländern im Gebiet der ® Nordostdeutschen Tertiärsenke (tiefmarine ® Conow-Formation, flachmarine ® Serno-Formation), der ® Leipziger Tieflandsbucht (paralische ® Profen-Formation) und der ® Lausitzer Tertiärsenke (paralische ® Schlieben-Formation) vor. Wichtige marine Faziesanzeiger sind das lokale Vorkommen von Dinoflagellaten-Zysten sowie von Glaukonit in den Hangendsedimenten von Flözen sowie das gelegentliche Vorkommen der Sumpfmangrove Nypa. Synonyme: oberes Mitteleozän; früher auch unteres Obereozän. Alternative Schreibweise: Barton.
Literatur: D. Lotsch (1968); D. Lotsch et al. (1969); D. Lotsch (1981); D. Lotsch (2002a); G. Standke et al. (2002); W.v.Bülow & S. Müller (2004a); IUGS (2004); M. Göthel (2004); J. Rascher et al. (2005); G. Standke et al. (2005); J.G. Ogg et al. (2008); K. Gürs et al. (2008a); H. Blumenstengel & W. Krutzsch (2008); G. Standke (2008a)

Baruther Maar [Baruth Maar] ¾  kleinräumige Maarbildung des ® Tertiär (höheres ® Oligozän) am Nordrand des ® Oberlausitzer Antiklinalbereichs nordöstlich von Bautzen, konturiert durch Ergebnisse der gravimetrischen Regionalvermessung und substanziell untersucht durch zwei Forschungsbohrungen. Nachgewiesen wurde in der Forschungsbohrung Baruth 1/98 unterhalb einer 38,3 m mächtigen Deckschicht von braunkohleführenden Sanden, Schluffen und Tonen des ® Mittelmiozän bis zur Endteufe von 279,60 m eine typische Maarfüllung des ® Oberoligozän, bestehend (vom Hangenden zum Liegenden) aus limnischen Tonen, Schluffen und Sanden, einer mächtigen Folge meist feinlaminierter Diatomite mit zahlreichen Turbiditen sowie im unteren Abschnitt mit Debris Flow-Bildungen, die Diatomitschollen, alterierte Lapillis und Bomben sowie in Aschematrix eingebettete Kollapsbrekzien mit Bruchstücken von Granodiorit und Grauwacke enthalten. Die 99,9 m tiefe Forschungsbohrung Baruth 2/98 untersuchte die gröberklastische Randfazies des Baruther Maarbeckens. /LS/    
Literatur: P. Suhr & K. Goth (1996, 1999); K. Goth & P. Suhr (2000); C. Cajz et al. (2000); K. Goth et al. (2003a, 2003b); M. Hottenrott (2003); R. Pucher et al. (2003); A.D. Renno et al. (2003); M. Lapp & R. Lobst (2003); M. Felder & R. Raupp (2003); G. Gabriel et al. (2003); H.A. Gilg et al. (2003); F.W. Junge et al. (2003); M. Göthel (2004); K. Goth & P. Suhr (2005)

Baruther Sander [Baruth sander] ¾ NW-SE gestrecktes engräumiges Sandergebiet der ® Brandenburg-Phase des ® Weichsel-Hochglazials der oberpleistozänen ® Weichsel-Kaltzeit im Bereich zwischen ® Baruther Urstromtal im Süden und ® Brandenburger Hauptrandlage im Norden. /NT/    
Literatur: J. Marcinek & B. Nitz (1973); L. Lippstreu et al. (1997)

Baruther Talsand [Baruth valley sand] ¾ im Raum Baruth/Mark (Südbrandenburg) während der ® Brandenburg-Phases des oberpleistozänen ® Weichsel-Hochglazials abgelagerte Talsande, gegliedert in Älteren Baruther Talsand und Jüngeren Baruther Talsand. /NT/  
Literatur: L. Lippstreu (2002a, 2006)

Baruther Urstromtal [Baruth Ice-Marginal Valley] ¾ generell SE-NW orientiertes, auf ostdeutschem Gebiet von der Lausitzer Neiße bei Forst bis an die Elbeniederung westlich Genthin sich erstreckendes, durchschnittlich 3-5 km, maximal jedoch bis zu 15 km breites und von Ost nach West abfallendes Urstromtal (Abb. 24), das sowohl den Schmelzwässern der Maximalausdehnung der oberpleistozänen ® Weichsel-Kaltzeit (® Brandenburger Hauptrandlage) als auch verschiedenen Lausitzer und mittelbrandenburgischen Flüssen (Spree, Malxe, Dobra, Wudritz, Nieplitz, Plane, Belziger Bach u.a.) als Abflussbahn diente. In der Wische, etwa ab Havelberg, vereinigt sich das Baruther Urstromtal mit dem ® Berlinerr Urstromtal sowie dem ® Eberswalder Urstromtal zu einer gemeinsamen Abflussbahn, die etwa durch die heutige Niederung der Unterelbe eingenommen wird. Ein auffälliges Merkmal ist dabei eine deutliche Gliederung in drei Erosionsterrassen (Älteres, Jüngeres und Jüngstes Baruther Urstromtal). Am Nordrand des Urstromtals überwiegen Sanderbildungen der Brandenburger Hauptrandlage, am Südrand dominieren weite Schwemmkegel der von Süden einmündenden Flüsse (z.B Sandfächer der Spree im Raum Cottbus-Peitz-Burg). Typisch sind weiterhin sowohl das großflächige Auftreten verschiedenartiger Moorbildungen als auch bis zu 20 m mächtige Talsandbildungen, denen in weiter Ausdehnung Dünenfelder von bis zu 17 m Höhe auflagern. Zwischen Baruther Urstromtal und dem weiter nördlich gelegenen ® Berliner Urstromtal vermitteln unregelmäßig verlaufende Schmelzwässer-Abflusswege, sog. Zwischenurstromtäler oder Urstromtalungen. Im Bereich des Urstromtals befindet sich zwischen Burg (Lausitz) und Lübben die holozäne Niederung des als Touristenmagnet bekannten Oberspreewaldes. Synonym: Glogau-Baruther Urstromtal pars. /NT/      
Literatur: J. Marcinek (1960, 1961); J. Marcinek & B. Nitz (1973); O. Wagenbreth & W. Steiner (1990); L. Lippstreu et al. (1994a); A.G. Cepek et al. (1994); W. Nowel (1995); W. Knoth (1995); L. Lippstreu et al. (1995); L .Lippstreu & W. Stackebrandt (1997); O. Juschus (2001); H. Liedke (2003); W. Nowel (2003a); L. Lippstreu & A. Sonntag (2004a, 2004b); M. Horn et al. (2005); N. Hermsdorf (2005)

Baruth-Gersdorfer Rinne [Baruth-Gersdorf channel] ¾ NW-SE streichende quartäre Rinnenstruktur im nördlichen Abschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der tertiären Schichtenfolge bis in Teufen von 100-150 m, lokal >150 m unter der Basis des für den Braunkohlenbergbau bedeutsamen ® Zweiten Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /NT/           
Literatur: M. Kupetz et al. (1989)

Baruth-Gubener Schwelle ® magnetische Anomalien von Baruth-Lieberose-Guben.

Baruth-Lieberose-Guben: magnetische Anomalien von ® magnetische Anomalien von Baruth-Staakow-Guben.

Baruth-Staakow-Guben: magnetische Anomalien von ... [Baruth-Staakow-Guben magnetic anomalies] ¾ annähernd Ost-West verlaufender Zug magnetischer Anomalien (>100 nT) am Südrand der ® Nordostdeutschen Senke, der wahrscheinlich den Verlauf der ® Mitteldeutschen Kristallinzone nachzeichnet. Synonyme: magnetische Anomalien von Baruth-Lieberode-Guben; Baruth-Gubener Schwelle. /NS/
Literatur: G. Katzung (1995); W. Conrad (2001)

Bärwalde: Braunkohlentagebau ... [Bärwalde brown coal open cast] ¾ aufgelassener Braunkohlentagebau im Südostabschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets südöstlich von Hoyerswerda (Lage siehe Abb. 23.6), in dem im Zeitraum von 1976-1992 Braunkohlen des ® Miozän (® Zweiter Miozäner Flözkomplex des ® Langhium) abgebaut wurden. Gefördert wurde eine Gesamtmenge von 185 Mio Tonnen Rohkohle. /LS/
Literatur: W. Alexowsky (1994); L. Eissmann (1994c); W. Nowel (1995a); C. Drebenstedt (1998); R. Hyka (2007)

Bärwalde: Diorit von ... [Bärwalde Diorite] ¾ proterozoischer Diorit (Hornblendegneis) im Zentralabschnitt der ® Elbezone zwischen Moritzburg und Radeburg, der präkinematisch in die proterozoische ® Großenhain-Gruppe intrudiert sein soll bzw., als alternative Interpretationsvariante, das basische Endglied der variszischen magmatischen Abfolge des Meißener Massivs darstellt. /EZ/       
Literatur: P. Bankwitz et al. (1975); W. Nöldeke et al. (1988); M. Kurze et al. (1997); T. Wenzel (1999); O. Krentz (2001); H.-J. Berger et al. (2008a)

Basalanhydrit ® häufig verwendete Bezeichnung für den ® Unteren Staßfurt-Anhydrit (Untere Staßfurt-Sulfat-Subformation) des ® Zechstein (Tab. 15).

Basaler Zechstein [Basal Zechstein] ¾ zuweilen verwendete Bezeichnung für den stratigraphisch tieferen Abschnitt des ® Zechstein vom ® Kupferschiefer (bzw. ® Zechstein-Konglomerat) bis zum ® Staßfurt-Anhydrit einschließlich. /SF, TB, SH, CA, TB/
Literatur: D. Sannemann et al. (1978); C. Strohmenger et al. (1998)

Basalkarbonat ® in der älteren Literatur zuweilen verwendete Bezeichnung für ® Staßfurt-Karbonat-Subformation des ® Zechstein.

Basalkonglomerat [Basal Conglomerate] ¾ häufig als „lithostratigraphische Einheit“ verwendete Bezeichnung für das konglomeratische Basisglied der ® Werra-Formation in Randprofilen im Südostabschitt des ® Thüringer Beckens s.l. (Tab. 19). Synonyme: Basalschichten, Basiskonglomerat. /TB/           
Literatur: H. Ullrich (1964); H. Tonndorf (1965); W. Jung (1968); H. Kästner et al. (1996)

Basalschichten ® Basalkonglomerat.

Baschkir ® selten verwendete deutsche Transkription von Башкир; siehe die offizielle, aus der englischen Transliteration abgeleitete Schreibweise ® Bashkirium.

Basdorfer Buntsandsteinmulde ® ehemals verwendete Bezeichnung für das Verbreitungsgebiet des höheren ® Unteren Buntsandstein im Bereich der ® Edderitzer Mulde.

Bashkir ® gelegentlich verwendete alternative Schreibweise für ® Bashkirium.

Bashkirium [Bashkirian] ¾ älteste chronostratigraphische Einheit des ® Oberkarbon (Pennsylvanium) der globalen Referenzskala im Range einer Stufe (Tab. 11) mit einem Zeitumfang, der von der Internationalen Kommission für Stratigraphie im Jahre 2008 mit 6,4 Ma (~318,1-311,7 Ma b.p.) angegeben wird. Die Stufenbezeichnung findet auch in der Literatur zum Karbon Ostdeutschlands zuweilen Anwendung; sie entspricht annähernd dem ® Namurium B und ® Namurium C bis basalen ® Westfalium der mitteleuropäischen Karbongliederung (zur regionalen Verbreitung und lithofaziellen Ausbildung der entsprechenden Schichtenfolgen siehe dort). Alternative Schreibweisen: Bashkir; Baškir; Baschkir.        
Literatur: R.H. Wagner & C.F. Winkler Prins (1997); IUGS (2000); M. Menning et al. (2000a, 2000b, 2001); V. Wrede et al. (2002); M. Menning (2005); M. Menning et al. (2006); J.G. Ogg et al. (2008)

Basis-Andesitoid ® Altenburger Biotit-Phänoandesit.

Basisanhydrit [Basal Anhydrite] ¾ lokale lithostratigraphische Bezeichnung für einen 1-4 m mächtigen basalen Horizont mit Anhydrit- und Mergelsteinlagen im Liegendabschnitt des ® Salinarröts (® Oberer Buntsandstein; Tab. 23) im Bereich des ® Thüringer Beckens s.l.. Synonym: Unteres Sulfat. /TB/    
Literatur: G. Seidel (1965); W. Hoppe (1966, 1974); Trias-Standard TGL 25234/11 (1974); K.-H. Radzinski et al. (1998); G. Seidel (1992); P. Puff & R. Langbein (1995, 2003)

Basisdolomit [Basal Dolomite] ¾ informelle Bezeichnung für einen 5-40 m mächtigen Horizont an der Basis der ® Arnstadt-Formation (ehemals: Steinmergelkeuper) im Nordostabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke, überwiegend bestehend aus hellen, grauen, teilweise auch grünlichen dolomitischen Tonmergelsteinen bis Dolomitmergelsteinen mit einzelnen Tonstein- und Siltsteinzwischenschaltungen sowie wenigen geringmächtigen Dolomit- und Kalksteinbänken; entspricht der ® Unteren Arnstadt-Formation. Während die Hangendgrenze des Basisdolomits relativ unscharf ist, bildet seine Untergrenze mit der ® Altkimmeriuschen Hauptdiskordanz eine markante Grenzfläche. /NS/    
Literatur: G. Beutler (1976, 2004); G. Beutler & R. Tessin (2005); M. Franz (2008); G. Beutler (2008)

Basis-Fanglomerat-Schichten ® ältere Bezeichnung für ® Fuchsburg-Formation des ® Ilfelder Beckens.

Basiskohle ® ehemals verwendete zusammenfassende Bezeichnung für (vom Liegenden zum Hangenden) ® Flöz Schkopau, ® Flöz Leuna und ® Flöz Roßbach des Untereozän (Ypresium) im Bereich des ® Geiseltal-Beckens.

Basiskonglomerat ® Basalkonglomerat.

Basissandstein ® synonyme Bezeichung für ® Graugrüne Grenzbank im Topbereich der ® Friesland-Formation des ® Zechstein im Bereich des ® Thüringer Beckens s.l..

Basisschichten ® Grenzschichten.

Baškir ® selten verwendete deutsche Transliteration von Башкир; siehe die offizielle, aus der englischen Transliteration abgeleitete Schreibweise ® Bashkirium.

Bath ® Bathonium.

Bathon ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig angewandte alternative Schreibweise von Bathonium.

Bathonium [Bathonian] ¾  chronostratigraphische Einheit der globalen Referenzskala im Range einer Stufe, Teilglied des ® Mitteljura mit einem Zeitumfang, der von der Internationalen Kommission für Stratigraphie im Jahre 2008 mit ca. 3,0 Ma (~167,7-164,7 Ma b.p.) angegeben wird, gegliedert in Unteres, Mittleres und Oberes Bathonium. Lithostratigraphisch erfolgt im ostdeutschen Raum eine Untergliederung (vom Liegenden zum Hangenden) in ® Württembergicasandtein-Formation und ® Aspidoideston-Formation (Tab. 27). Hauptverbreitungsgebiet ist die ® Nordostdeutsche Senke, kleinere Vorkommen treten eventuell auch in der ® Subherzynen Senke auf. Das offensichtlich lückenhafte Profil (weitgehendes Fehlen des Mittleren Bathonium) weist eine regional stark variierende Ausbildung auf. In der Altmark und der Prignitz überwiegt eine mächtige Folge sandiger Sedimente mit wechselndem Anteil von Tonsteinen. Charakteristisch ist eine weit verbreitete Karbonat- und Brauneisenooid-Führung. In der westlichen Prignitz wurden Eisenerzvorräte ausgewiesen. In Nordostbrandenburg und Nordostmecklenburg ist das höhere Bathonium wesentlich geringmächtiger und besteht vorrangig aus Tonsteinen mit Sandstein- und Karbonatgesteinshorizonten mit oft deutlicher Sideritführung. Die heutigen Mächtigkeiten schwanken in der ® Nordostdeutschen Senke stark und reichen von 0 m bis etwa 240 m; aus der ® Subherzynen Senke liegen keine gesicherten Angaben vor. Eine annähernd exakte Festlegung der Liegendgrenze zum ® Bajocium gelingt nur mit Hilfe der in den Bohrungen nachgewiesenen Mikrofaunen. In der Prignitz und in der Altmark wird die Grenze an den sich auch in den Bohrlochmesskurven (SP- und Gamma-Kurve) widerspiegelnden Übergang von der tonigen Entwicklung des Bajocium in die sandige des Bathonium gelegt. Die Obergrenze zum ® Callovium lässt sich faunistisch relativ gut fassen. Wirtschaftlich lassen sich der Sandsteinhorizonte des Bathonium im Bereich der ® Nordostdeutschen Senke als geothermische Aquifere nutzen. Alternative Schreibweisen: Bath; Bathon. /NS, ?SH/       
Literatur: H. Kölbel (1959); R. Wienholz (1964a, 1964b; J. Wormbs (1965); R. Wienholz (1967); W. Nöldeke (1967); H. Kölbel (1967, 1968); W. Nöldecke (1967); Jura-Standard TGL 25234/10 (1976); J. Wormbs (1976a); W. Nöldeke et al. (1976); R. Tessin (1995); H. Eiermann et al. (2002); M. Petzka et al. (2004); M. Menning (2005); E. Mönnig (2005); M. Göthel (2006); H. Feldrappe et al. (2007); J.G. Ogg et al. (2008); G. Beutler & E. Mönnig (2008); E. Mönnig (2008)

Bathow: Eem-Vorkommen von ... [Bathow Eemian] ¾ palynologisch gesichertes Vorkommen von limnischen Sedimenten der ® Eem-Warmzeit des tiefen ® Oberpleistozän im Bereich der Niederlausitz (Südbrandenburg) nordwestlich von Calau zwischen den Braunkohlentagebauen ® Schlabendorf-Nord und ® Schlabendorf-West. /NT/     
Literatur: A.G. Cepek et al. (1994)

Baumgarten-Formation [Baumgarten Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Unterrotliegend (oder hohen® Stefanium?) im Bereich des ® Ilfelder Beckens (Abb. 29.4; Tab. 13), Teilglied der ® Ilfeld-Subgruppe, vorwiegend bestehend aus roten Siltsteinen mit geringen Anteilen an Sandsteinen und Konglomeraten an den Beckenrändern (Abb. 29.5). Geringmächtige Tufflagen belegen vulkanische Aktivitäten. Eingelagert ist als Leithorizont eine Serie von pedogenen, palustrischen und limnischen Kalksteinen, die Zähne von Süßwasser-Haien und Amphibienreste enthalten. Die Mächtigkeiten der Gesamtfolge schwanken zwischen 30-50 m im West- und mehr als 300 m im Ostteil der Senke. Erosionsdiskordanzen und Kornvergröberungen kommen als Folge tektonischer Impulse am Top der Formation vor. Synonym: Schluffstein-Sandstein-Schichten. /HZ/           
Literatur: W. Steiner (1966a, 1974a); J Paul (1993a); H. Lützner et al. (1995); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003); J. Paul (2005); J.W. Schneider (2008); M. Schwab (2008a)

Bausandstein ® Flechtinger Bausandstein.

Bautzener Elbelauf [Bautzen Elbe River Cours] ¾ infolge elsterzeitlicher Erosionsprozesse nur noch schwer rekonstruierbarer, wahrscheinlich in annähernder SW-NE-Richtung aus dem Gebiet um Dresden östlich des heutigen Flussbettes der Elbe bis Bautzen sich erstreckender und dort in die Süd-Nord-Richtung umschwenkend bis an die Neiße bei Weißwasser/Forst reichenderVerlauf des präelsterzeitlichen Elbe-Flussbetts. Von hier erfolgte eine Aufgliederung in mehrere Arme, um sich schließlich in weitem Bogen nach Westen zu wenden. Die Schotter („bunte“, typisch quartäre Geröllassoziation) des Bautzener Elbelaufs werden zeitlich dem ® Tiglium-Komplex (Tiglium-B-Kaltzeit) bzw. der sog. ® Mulde-Kaltzeit zugerechnet (Tab. 31). Nachgewiesen wurden syngenetische Kryoturbationen, Eiskeile und Driftblöcke. Die Schotterbildungen folgen gebietsweise mit deutlicher Diskordanz und zeitlichem Hiatus über den Ablagerungen des ® Senftenberger Elbelaufs. /LS/ 
Literatur: K. Geniesser (1955, 1962); A.G. Cepek (1965a, 1968); J. Marcinek & B. Nitz (1973); H. Brause (1983); L. Wolf & G. Schubert (1992); L. Wolf et al. (1992); L. Wolf & W. Alexowsky (1994); L. Eissmann (1994b, 1995); L. Lippstreu et al. (1995); L. Eissmann (1997a); L. Lippstreu (2006)

Bautzener Teilblock [Bautzen Partial Block] ¾ auf der Grundlage einer gravimetrisch-geophysikalischen Gebietsgliederung ausgeschiedener Teilblock des vermuteten älteren ® präkambrischen Unterbaues im Südostabschnitt der ® Lausitzer Scholle (® Oberlausitzer Antiklinakbereich) mit wahrscheinlich vorherrschend simatischen Krustenanteilen; Südostteil des ® Bernsdorf-Kamenzer Schwerehochs. /LS/    
Literatur: G. Hirschmann & H. Brause (1969); H. Brause (1970a, 1990); H.-J. Behr et al. (1994); W. Conrad (1996), H. Brause (2000a); W. Conrad (2002)

Bavel ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig verwendete Kurzform von ® Bavel-Komplex.

Bavelium-Komplex ® für Nordwesteuropa international festgelegter stratigraphischer Begriff für ® Bavel-Komplex; in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands bislang nur selten angewendet.

Bavel-Komplex [Bavelian Complex] ¾ klimatostratigraphische Einheit des ® Quartär, Teilglied des ® Unterpleistozän im Range einer Stufe, im Hangenden begrenzt durch den ® Cromer-Komplex, im Liegenden durch die ® Menap-Kaltzeit (Tab. 31). In Gebieten Sachsens, Sachsen-Anhalts und Thüringens wird der untere Abschnitt des sog. ® Thüringen-Komplexes als ein annäherndes zeitliches Äquivalent des Bavel-Komplexes betrachtet. Bekanntester Vertreter ist auf ostdeutschem Gebiet das ® Quartär von Untermaßfeld. Im Bereich des ® Nordostdeutschen Tieflandes fehlen bislang Hinweise auf Ablagerungen des Bavel-Komplexes. Synonym: Bavelium-Komplex. Kurzform: Bavel. /NW, HW, TB/     
Literatur: F. Wiegank (1982); R.-D. Kahlke (1987); : L. Eissmann (1994b, 1995); T. Litt et al. (2002); L. Lippstreu (2002a); K.P. Unger (2003); T. Litt et al. (2005); L. Lippstreu (2006); L. Eissmann (2006)

bayerische Fazies [Bavarian Facies] ¾ Bezeichnung für eine spezielle Faziesausbildung im tieferen Paläozoikum (® Ordovizium bis ® Dinantium) der ® Saxothuringischen Zone, die sich in einer schmalen, aber wahrscheinlich bis zu 400 km langen Zone vom Münchberger Kristallinmassiv (NE-Bayern) in SW-NE-Richtung entlang des sog. ® Zentralsächsischen Lineaments über das ® Wildenfelser Zwischengebirge, das ® Frankenberger Zwischengebirge, Teilen des ® Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges, Teilen des ® Elbtalschiefergebirges sowie das ® Görlitzer Synklinorium bis zum Bober-Katzbach-Gebirge und Eulengneis der Westsudeten verfolgen lässt. Paläogeogeographisch wird eine Bindung an eine stärker gegliederte Schwellenzone mit begleitenden Tiefseerinnen (basischer Vulkanismus) vermutet, was eine erhöhte Differenziertheit der lithologischen Ausbildung bedingt. Lithofaziell typisch sind Olistolithe, Gleitmassen sowie konglomeratische Ablagerungen. Zuweilen ist die Sedimentation auch kondensiert und/oder lückenhaft. Die Sedimentkomplexe in bayrischer Fazies werden in Verbindung mit den sie lokal begleitenden deckenförmigen Kristallineinheiten oft als allochthon, als das tektonisch Hangende der Ablagerungen in thüringischer Fazies betrachtet; andererseits werden aber auch, insbesondere aus dem nordbayerischen Raum, sowohl laterale als auch vertikale fazielle Übergänge zu der ihr gegenüberstehenden, weniger differenzierten ® thüringischen Fazies beschrieben, die für (Par-) Autochthonie sprechen würden. /MS, EZ, LS/           
Literatur: H. Jaeger (1959, 1964c); M. Kurze (1966); A. Zitzmann (1968); W. Schwan (1974); H. Jaeger (1977); W. Franke (1984); M. Kupetz (1987); W. Franke (1989); A. Schreiber (1992); M. Kurze et al. (1992); M. Kurze (1993); J. Gandl (1998); W. Franke (2000); U. Linnemann & T. Heuse (2000); M. Gehmlich et al. (2000); U. Linnemann et al. (2004a); U. Kroner & T. Hahn (2004); J. Gandl (2006)

Beber-Becken ® Beber-Senke.

Beber-Graben ® oft verwendete Bezeichnung für die im ® Permosilesium gebildete ® Beber-Senke, die die Grabenstruktur im Frühstadium der Beckenbildung besonders unterstreicht.

Beber-Senke [Beber Basin] ¾ NNE-SSW bis NE-SW streichende, bis 18 km breite grabenartige Senkungsstruktur des ® Permosilesium (Abb. 9.3), die primär eventuell schon vom ® Mühlhäuser Becken und ® Ilfelder Becken, relativ sicher aber vom Südrand der ® Subherzynen Senke über das Gebiet der ® Flechtinger Teilscholle und der ® Calvörder Scholle bis in den Südwestabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (® Gardelegener Senke) verfolgt werden kann. Nach Osten bestand wahrscheinlich – zeitweilig durch die ® Halberstädter Hochlage eingegrenzt – eine Verbindung zur ® Börde-Senke im Ostabschnitt der Subherzynen Senke. Als westliche Begrenzung wird die ® Altmark-Schwelle angenommen. Ihre erste Anlage erfuhr die Senke offensichtlich im ® Stefanium mit Ablagerung der Sedimente der ® Süplingen-Formation im Gebiet der ® Flechtinger Teilscholle. Vermutet wird ein weiterer Ausbau der Senke im ® Unterrotliegend bis in das mittlere ® Oberrotliegend II. Dabei erfolgte von Süden nach Norden eine Einbindung zunehmend jüngerer Sedimentabfolgen in die Graben- bzw. Beckenbildung. Zuweilen wird die Beber-Senke als zu einem regional größeren System meridionaler Gräben im Bereich der Norddeutschen Senke gehörig interpretiert. Synonyme: Beber-Becken; Beber-Graben; Erxlebener Becken pars; Alvenslebener Becken pars. /SH, FR, CA, NS/     
Literatur: J. Ellenberg et al. (1976); Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Katzung (1985); U. Gebhardt et al.(1991); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); B. Gaitzsch et al. (1995b); H.-J. Helmuth & S. Schretzenmayr (1995); J.W. Schneider et al. (1998); O. Kleditzsch (2004a, 2004b); K.-H. Radzinski et al. (2008a)

Bebertal: Bohrungen ... [Bebertal wells] ¾  regionalgeologisch bedeutsame Bohrungen im Nordwestabschnitt der ® Flechtinger Teilscholle (Bohrungen Bebertal 1/69, 6/69, 8/69, 10/69, 13/69, 81/69), die unter unterschiedlich mächtigem ® känozoischem Deckgebirge jeweils kurze Abschnitte der variszisch deformierten ® Magdeburg-Formation aufschlossen (Abb. 27). Die Bohrung Bebertal 6/69 wies zudem eine 53 m mächtige Folge der ® Süplingen-Formation des ® Stefanium nach. /FR/ 
Literatur: H.-J. Paech et al. (1973); B. Gaitzsch et al. (1998); H.-J. Paech et al. (2001, 2006); M. Schwab & B.-C. Ehling (2008b)

Bebertaler Schichten ® Bebertal-Formation.

Bebertal-Formation [Bebertal Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Unterrotliegend im Bereich der ® Flechtinger Teilscholle (Tab. 13), Teilglied der ® Altmark-Subgruppe, bestehend aus einer etwa 75 m mächtigen Serie von rot- bis grauvioletten, eben bis linsig geschichteten Silt- und Tonsteinen mit geringmächtigen Sand- und Karbonatlagen. Mehrfach treten Einschaltungen von andesitischen bis dazitischen Aschentuffen auf. Für die Einstufung der Formation sind Florenreste von Bedeutung. Biostratigraphisch wird die Formation nach Xenacanthiden-Zähnen mit der ® Goldlauter-Formation des ® Thüringer Waldes korreliert. Synonym: Bebertaler Schichten. /FR/         
Literatur: J. Pchalek (1957); A. Schreiber (1960); K. Wächter (1965); R. Benek & H.-J. Paech (1974); J. Ellenberg et al. (1976); M. Barthel et al. (1982) ; B. Gaitzsch (1986); J. Ellenberg et al. (1987); N. Hoffmann et al. (1989); J.W. Schneider & U. Gebhardt (1993); B. Gaitzsch et al. (1995b); W. Knoth & E. Model (1996); J.W. Schneider et al. (1998); B. Gaitzsch et al. (2004); J.W. Schneider (2008); B.-C. Ehling et al. (2008a)

Bebertal-Porphyr [Bebertal Porphyry] ¾  ältere Bezeichnung für eine spezielle Varietät der ® Unterrotliegend-Vulkanite des ® Altmark-Subherzyn-Eruptivkomplexes im Bereich der ® Flechtinger Teilscholle. /FR/    
Literatur: A. Schreiber (1960); K. Wächter (1965)

Beckerschacht-Verwerfung [Becker mine fault] ¾  NW-SE streichende, nach Nordosten einfallende Bruchstörung im Bereich des ® Döhlener Beckens an der Grenze zwischen ® Döhlener Hauptmulde im Südwesten und ® Kohlsdorf-Pesterwitzer Nebenmulde im Nordosten (Abb. 39.5). /EZ/      
Literatur: W. Reichel (1966, 1970, 1985); E.A. Koch et al. (1999); J.W Schneider & J. Göbel (1999a, 1999b); U. Hoffmann & J.W. Schneider (2001); W. Alexowsky et al. (2001)

Beckwitz: Flöz ... [Beckwitz Seam] ¾  oberes, nicht bauwürdiges geringmächtiges Braunkohlenflöz der sog. ® Beckwitz-Schichten des ® Rupelium (Unteroligozän) im Ostabschnitt des ® Bitterfeld-Delitzsch-Torgauer Tertiärgebiets (® Beckwitz-Süptitzer Senke; Abb. 23.11). Das Flöz repräsentiert eine markante zeitliche Lücke und Verlandungsphae zwischen den Schichtenfolgen der ® Espenhain-Zwenkau-Subformation und dem ® Rupelton. /HW/
Literatur: D. Lotsch (1979, 1981); J. Rascher et al. (2005); G. Standke (2008a)

Beckwitzer Massiv ® Schildauer Plutonitmassiv.

Beckwitzer Senke ® Beckwitz-Süptitzer Senke.

Beckwitz-Formation ® Beckwitz-Schichten.

Beckwitz-Schichten [Beckwitz Member] ¾  informelle lithostratigraphische Einheit des ® Rupelium (Unteroligozän) im Bereich des ® Bitterfeld-Delitzsch-Torgauer Tertiärgebiets südlich von Torgau (® Beckwitz-Süptitzer Senke), bestehend aus einer 10->50 m mächtigen Wechselfolge von marinen, paralischen und terrestrischen Feinsanden, tonigen Schluffen und schluffigen Tonen, in denen drei Niveaus mit stark kohligen Schluffen und unreinen Braunkohlen vorkommen (vom Liegenden zum Hangenden: ® Flöz Torgau, Äquivalent ® Oberflözkomplex, Äquivalent ® Flöz Gröbers). Östlich der Elbe, im Bereich des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets, werden die Beckwitz-Schichten an der Basis oft von einem glaukonitischen Fein- bis Mittelsand oder von karbonatischen konglomeratischen Lagen eingeleitet. Sie führen inkohlte Blatt-, Stengel- und Samenreste; auch wurden Bivalven und Gastropoden nachgewiesen. Eine exakte stratigraphische Einstufung dieser Schichtenfolge ist bislang nicht gelungen. /HW/           
Literatur: D. Lotsch et al. (1969); D. Lotsch (1979, 1981); M. Göthel (2004); G. Standke (2008a)

Beckwitz-Süptitzer Senke [Beckwitz-Süptitz Basin] ¾  im Nordostabschnitt der ® Leipziger Tieflandsbucht (® Bitterfeld-Delitzsch-Torgauer Tertiärgebiet) südlich Torgau angelegte tertiäre NW-SE streichende Senkungsstruktur mit Braunkohlenführung (® Beckwitz-Schichten). Ein Richtprofil des Tertiär der Senke erschloss die ® Bohrung Wildenhain 83E/81. /HW/ 
Literatur: L. Eissmann (1994a); D. Escher et al. (2002); G. Standke (2008a)

Beelitz: Salzstruktur ... [Beelitz Salt Structure] ¾ vermutete Salinarstruktur des ® Zechstein im Zentralabschnitt der ® Altmark-Senke, die als stehengebliebene Schwelle zwischen den Randsenken des ® Salzstocks Groß Schwechten im Westen und des ® Salzstocks Mahlitz im Osten gedeutet wird. Synonym: Salzstruktur Altenau-Beelitz. /NS/    
Literatur: G. Schulze (1962c)

Beelitz-Dreilinden-Tegeler Rinne [Beelitz-Dreilinden-Tegel channel] ¾ annähernd NNE-SSW streichende, durchschnittlich 100-200 m, in ihrem südlichen Abschnitt auch bis >300 m tiefe quartäre Rinnenstruktur im südlichen Zentralbereich des ® Nordostdeutschen Tieflandes am westlich Stadtrand von Berlin, in der die pleistozäne Schichtenfolge gebietsweise bis in den tertiären Untergrund ausgeräumt wurde. Die Rinnenbildung steht wahrscheinlich überwiegend mit elsterzeitlichen subglaziären Prozessabläufen in Verbindung. /NT/    
Literatur: A. Sonntag & L. Lippstreu (2002); H. Jortzig (2002)

Beelitzer Sander [Beelitz sander] — im mittelbrandenburgischen Raum südlich der ® Brandenburger Hauptrandlage der ® Brandenburg-Phase des oberpleistozänen ® Weichsel-Hochglazials ausgebildeter NE-SW orientierter Kegelsander. Die sehr ebene Sanderoberfläche senkt sich von Nord nach Süd ab und endet mit einer Unterschneidungskante am ® Baruther Urstromtal. Die Sandersande können im Raum Ferch bis zu 20 m Mächtigkeit erreichen. /NT/
Literatur: J. Marcinek & B. Nitz (1973); N. Hermsdorf (2005)

Beendorfer Malm [Beendorf Malm] ¾  aus dem ostdeutschen Anteil der ® Allertal-Zone bekanntes Vorkommen von Schichtenfolgen des ® Oberjura (Lage siehe Abb. 20), bestehend aus einzelnen Schollen von Schichtenfolgen der ® Korallenoolith-Formation (® höheres Oxfordium). /SH/    
Literatur: G. Beutler & E. Mönnig (2008)

Beerberg-Scholle [Beerberg Block] ¾ NW-SE streichende Rotliegendscholle im Zentralabschnitt der ® Oberhofer Mulde (Abb. 33), im Nordosten abgegrenzt von der ® Oberhofer Scholle durch die ® Kehltal-Störung, im Südwesten abgegrenzt von der ® Suhler Scholle durch die ® Heidersbacher Störung. Im Nordwesten reicht die Scholle bis an die ® Rotteröder Mulde, im Südosten bis an den ® Gehlberg-Quersprung. Südliches Teilglied des ® Oberhofer Rhyolitkomplexes mit flächenmäßig weitem Ausstrich von Vulkaniten der ® Oberhof-Formation. /TW/   
Literatur: D. Andreas et al. (1996)

Beerfelde: Struktur ... [Beerfelde Structure] ¾ flächenmäßig kleine Tafeldeckgebirgsstruktur am NW-Ende der ® Fürstenwalde-Gubener Strukturzone (Südostabschnitt der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke). /NS/   
Literatur: G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)

Beerfelde-Müncheberg: Senke von ... [Beerfelde-Müncheberg Basin] ¾ NNW-SSE streichende oberkretazisch-känozoische Senkungsstruktur mit Ausbiss von Ablagerungen des ® Lias als Ältestem unterhalb der Alb-Transgressionsfläche. /NS/      
Literatur: H. Ahrens et al. (1995)

Beerfelde-Wriezen: Tertiärbecken von ... [Beerfelde-Wriezen Tertiary Basin] ¾ nahezu Nord-Süd streichende tertiäre Senkungsstruktur im Südostabschnitt der ® Nordostdeutschen Tertiärsenke östlich des ® Salzkissens Buckow sowie der ® Struktur Rüdersdorf. /NT/    
Literatur: M. Hemmerich et al. (1998)

Beerheider Schichten ® Beerheide-Subformation.

Beerheide-Subformation [Beerheide Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Ordovizium (® ?Tremadocium) der ® Südvogtländischen Querzone, unteres Teilglied der ® Schöneck-Formation, bestehend aus einer 300-400 m mächtigen Serie von variszisch deformierten sandstreifigen Schluffphylliten mit lokal auftretenden Tonphyllithorizonten sowie Einlagerungen von heteroklastischen Quarziten (® Rehhübel-Quarzit, ® Rinnelstein-Quarzit, ® Affenstein-Quarzit, ® Elsenfelsen-Quarzit, ® Breitenstein-Quarzit). /VS/ 
Literatur: H. Douffet & K. Missling (1972); H. Douffet (1975); H.-J. Berger (1988, 1989); H.-J. Berger & K. Hoth (1997)

Beerwalde: Uran-Lagerstätte ... [Beerwalde Uranium Deposit] ¾  stillgelegte Uran-Lagerstätte im Nordostabschnitt der ® Ronneburger Querzone im Bereich der ® Crimmitschauer Störung. /TS/  
Literatur: D. Schuster (1995)   

Beerwalde-Obercunnersdorfer Synklinalstruktur [Beerwalde-Obercunnersdorf Synclinal Structure] ¾  annähernd Nord-Süd streichende synklinalartige Struktur im Ostabschnitt des ® Osterzgebirgischen Antiklinalbereichs (Ostrand der ® Freiberger Struktur), vorwiegend aufgebaut aus neoproterozoischen Gesteinsserien der ® Freiberg-Formation (® Innerer Freiberger Gneis). /EG/    
Literatur: H.-J. Berger et al. (1990, 1994)

Beesdau-Formation [Beesdau Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® ?Ordovizium im Ostabschnitt der ® Bitterfeld-Drehnaer Phyllitzone (Teilglied der ® Südlichen Phyllitzone), unteres Teilglied der ® Drehna-Gruppe, bestehend aus felsischen bis intermediären extrusiven Vulkaniten unbekannter Mächtigkeit, die sich aus einem Rhyolith-Komplex und einem Dazit-Trachyt-Komplex zusammensetzen; Modellalter der Vulkanite nach Pb/Pb-Zirkondatierungen 488 Ma b.p. (® Tremadocium). Nur aus der ® Bohrung Drehna 5/60 bekannt. /LS/  
Literatur: P. Bankwitz et al.(2001b)  

Beesdau-Görlsdorfer Rinne [Beesdau-Görlsdorf channel] ¾ SSW-NNE bis SW-NE bogenförmig verlaufende quartäre Rinnenstruktur im nördlichen Abschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der tertiären Schichtenfolge bis in Teufen unterhalb des für den Braunkohlenbergbau bedeutsamen ® Zweiten Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /NT/           
Literatur: M. Kupetz et al. (1989)

Beesenlaublingen-Lebendorfer Gipsstock [Beesenlaublingen-Lebendorf salt stock] ¾ NE-SW bis NNE-SSW streichender, etwa 8 km Länge und 1 km Breite erreichender Salz/Gipsstock am Südostrand der ® Oschersleben-Bernburger Scholle südlich des ® Bernburger Sattels (Abb. 28.1). Im Scheitel der Struktur wurden ca. 300 m sulfatische Hutgesteine nachgewiesen, die geringmächtigem Zechsteinsalz auflagern. Angenommen wird die ehemalige Existenz eines etwa 1000 m mächtigen Salinarkörpers, der bis auf eine Restmächtigkeit von ca. 300 m abgelaugt wurde. Bis in die erste Hälfte des 20. Jh. erfolgte in einem bis über 100 m tiefen, heute verfüllten Bruch ein intensiver Gipsabbau. Synonyme: Beesenlaublingen-Lebendorfer Salzstock; Beesenlaublinger Gipsstock. /SH/     
Literatur: J. Löffler (1962); I. Knak & G. Primke (1963); R. Kunert & G. Lenk (1964); N. Hauschke et al. (1998a); M. Szurlies (1999); G. Patzelt (2003); K.-H. Radzinski et al. (2008a)

Beesenlaublingen-Lebendorfer Salzstock ® Besenlaublingen-Lebendorfer Gipsstock.

Beesenlaublinger Gipsstock ® Besenlaublingen-Lebendorfer Gipsstock.

Beese-Schwelle [Beese Elevation] ¾ NW-SE streichende Hebungsstruktur des ® Rotliegend im Südwestabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (Abb. 9), bildet die nordöstliche Schulter des ® Büste-Grabens. /NS/    
Literatur: N. Hoffmann (1990)

Beeskower Platte [Beeskow Plate] ¾ gelegentlich verwendete Bezeichnung für eine im Bereich des Jungmoränengebietes zwischen ® Berliner Urstromtal im Norden und ® Baruther Urstromtal im Süden von Schmelzwasserabflussbahnen umgebenen inselartigen pleistozänen Struktur (zur Lage vgl. Abb. 24.6). /NT/    
Literatur: O. Juschus (2001)

Beeskower Rinne [Beeskow channel] ¾  NE-SW streichende quartäre Rinnenstruktur im Gebiet von Ostbrandenburg westlich Eisenhüttenstadt, in der die Schichtenfolgen des ® Tertiär vollständig ausgeräumt wurden und Ablagerungen der ® Kreide die Oberfläche des Präquartär bilden. /NT/    
Literatur: L. Lippstreu (2000)

Beeskow-Schwelle [Beeskow Elevation] ¾ im Grenzbereich vom ® Unterrotliegend zum tieferen ® Oberrotliegend angelegte NW-SE streichende Hebungsstruktur im Südostabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke zwischen ® Niederlausitzer Senke im Südwesten und ® Barnim-Senke im Nordosten (Abb. 9.3); nach Südosten Fortsetzung in der Subsudetischer Schwelle (Polen), im Nordwesten Abschluss mit der ® Neuruppiner Monoklinale. Das Zentrum der Schwelle ist weitgehend frei von ® Rotliegend, was (von Nordwesten nach Südosten) durch die Bohrungen ® Fürstenwalde 1/88, ® Berkenbrück 1/90, ® Biegenbrück 2/80, ® Biegenbrück 1/79, ® Merz 1/80 und ® Grunow 3/69 belegt wird. Synonyme: Berliner Schwelle; Berliner Hoch; Berlin-Beeskow-Schwelle; Ostbrandenburg-Schwelle. /NS/
Literatur: Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); U. Gebhardt et al. (1991); G. Katzung (1995); R. Gast et al. (1998); H. Beer (2000a); O. Kleditzsch (2004a, 2004b)

Beetzer Störung [Beetz Fault] ¾  WNW-ESE streichende, aus der Analyse komplexgeophysikalischer Kriterien postulierte Bruchstörung im Basement der ® Nordostdeutschen Senke zwischen ® Bernauer Scholle im Südwesten und ® Herzberger Scholle im Nordosten (Abb. 25.5). Im ® Rotliegend bildet die Störung den Südwestrand der ® Barnim-Senke mit vermutetem Blattverschiebungscharakter. /NS/ 
Literatur: D. Franke et al. (1989b); S. Klarner (1993); S. Baltrusch & S. Klarner (1993); H.J. Helmuth & S. Schretzenmayr (1995)

Beetzsee-Rinne [Beetzsee channel] — generell NE-SW streichende pleistozäne Rinnenstruktur im Südwestabschnitt der durch Grundmoränen der ® Weichsel-Kaltzeit dominierten Nauener Platte nordöstlich der Stadt Brandenburg. /NT/    
Literatur: N. Hermsdorf (2006)

Behrenhoff: Salzkissen ... [Behrenhoff Salt Pillow] ¾ NW-SE gestreckte Salinarstruktur des ® Zechstein im Nordostteil der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke (Abb. 25.1) mit einer Amplitude von etwa 250 m und einer absoluten Tiefenlage der Struktur bei ca. 1400 m unter NN (jeweils bezogen auf den Reflexionshorizont X1 im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein). /NS/. 
Literatur: G. Lange et al. (1990); D. Hänig et al. (1997)

Behringen 1/62: Bohrung ... [Behringen 1/62 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Erdöl-Erdgas-Bohrung im Bereich der ® Struktur Behringen (Nordrand der ® Treffurt-Plauer Scholle), die unter permotriassischem Deckgebirge in einer Teufe von 1301,0 m serizitische Gneis-Glimmerschiefer der ® Mitteldeutschen Kristallinzone (® Mechterstädt-Gruppe) nachgewiesen hat (Abb. 32.4). /TB/    
Literatur: H.-J. Behr (1966); K. Wucher (1974); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b); J. Wunderlich (2003)

Behringen: Erdöl-Erdgas-Lagerstätte ... [Behringen oil and gas field] ¾ im Jahre 1962 am Südwestrand der ® Mühlhausen-Orlamünder Scholle im Bereich der ® Struktur Behringen im ® Staßfurt-Karbonat nachgewiesene Erdöl/Erdgas/Kondensat-Lagerstätte. /TB/    
Literatur: E.P. Müller et al. (1993); H. Kästner (1995); W.-D. Karnin et al. (1998); J. Piske & H.-J. Rasch (1998); H. Kästner (2003a)

Behringen: Struktur … [Behringen Structure] ¾ NW-SE streichende lokale Hochlage im ® Suprasalinar des Tafeldeckgebirges am Südwestrand der ® Mühlhausen-Orlamünde-Scholle mit einer Amplitude von etwa 20 m (Abb. 25.1); mit Schichtenfolgen des ® Unteren Muschelkalk als älteste zutage tretende stratigraphische Einheit im Topbereich der Struktur. /TB/
Literatur: G. Seidel (1974b); Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Lange et al.(1990); G. Seidel (1992); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); G. Seidel et al. (2002)

Beicha-Subformation [Beicha Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Dinantium im Bereich des ® Nossen-Wilsdruffer Schiefergebirges, oberes Teilglied der ® Choren-Formation, bestehend aus einer 300-500 m (?) mächtigen Folge von variszisch deformierten dunkelgrauen, teilweise sandigen Tonschiefern mit geringmächtigen Keratophyrlagen und Hornsteinen. /EZ/    
Literatur: M. Kupetz (2000)

Beidersee-Sand [Beidersee Sand] ¾ in einer tertiären Senkungsstruktur im Südwestabschnitt der ® Halle-Wittenberger Scholle nördlich von Halle vorkommender Horizont eines marinen Sandes, der mit wahrscheinlich größerer Lücke transgessiv den ® Rupelton überlagert. Dieser Sand wird als jüngste tertiäre Bildung (tieferes ® Chattium?) im ® Halle-Merseburger Tertiärgebiet betrachtet (Tab. 30). Parallelisiert wird er sowohl mit der ® Formsand-Gruppe (II) des tiefen ® Chattium (Oberoligozän) im ® Leipzig-Borna-Altenburger Tertiärgebiet („Weißelsterbecken“) als auch mit dem sog. Morler Formsand des ® Aquitanium (Untermiozän) im Bereich des ® Morler Beckens (® Halle-Merseburger Tertiärgebiet). /HW/
Literatur: D. Lotsch et al. (1969); H. Blumenstengel et al. (1996)

Beienrode-Formation [Beienrode Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit der ® Oberkreide (Unter-Campanium bis oberes Ober-Campanium) im NW-Abschnitt der ® Subherzynen Senke mit dem Typusgebiet im Beienroder Becken (Niedersachsen), deren zeitliche Äquivalente auch im anhaltinischen Anteil der ® Allertalzone ausgeschieden werden können. Dort verzahnen sich geringmächtige Glaukonit-freie fossilreiche, grobe Konglomerate und phosphoritische Kalkarenite (® Morsleben-Subformation) mit der typischen Glaukonitfazies des Beienroder Beckens. /NS/
Literatur: B. Niebuhr (2007j)

Beienrode-Offleben-Oschersleben-Egeln-Staßfurter Salzsattelachse ® Bezeichnung für eine generell NW-SE, leicht gebogen streichende lineare Aufreihung diapirartiger Salzakkumulationen (auf ostdeutschem Gebiet ® Oschersleben-Egeln-Staßfurter Sattel) im Zentralbereich der ® Oschersleben-Bernburger Scholle.

Beierfelder Granit [Beierfeld Granite] ¾ bohrtechnisch erschlossenes Vorkommen eines verdeckten variszisch-postkinematischen fluorarmen Biotitgranits im Nordwestabschnitt der ® Westerzgebirgischen Querzone östlich des ® Eibenstock-Nejdek-Granitmassivs im Einflussbereich der