Iberg-Kalk [Iberg
Limestone] ¾
informelle lithostratigraphische Einheit des ® Oberdevon (®
Frasnium) im Bereich des ® Mittelharzes (® Elbingeröder Komplex),
oberes Teilglied der ® Elbingerode-Riffkalk-Formation, benannt nach dem locus typicus im ®
Oberharz, bestehend aus einer bis 150 m mächtigen Serie von Massen- oder
Korallenkalken mit reicher Korallen-, Brachiopoden- und Goniatitenführung. Der
Riffkalkkomplex verzahnt sich mit Cephalopodenkalken. Im Iberg-Kalk liegen die
bekannten Tropfsteinhöhlen von Rübeland. /HZ/
Literatur: W. Schriel (1954); M. Reichstein (1960); H. Lutzens et al.
(1963); G. Möbus (1966); H. Weller et
al. (1991); K. Mohr (1993)
ICS ® in der stratigraphischen Literatur häufig verwendete Abkürzung für International Commission on Stratigraphy (Internationale Stratigraphische Kommission).
Ida-Waldhaus: Kreidevorkommen von … [Ida-Waldhaus Cretaceous]
¾
isoliertes, paläogeographisch bedeutsames Kreide-Vorkommen (Pollenflora des ®
Coniacium bis ®
Campanium, eventuell ® Santonium) im Bereich der ®
Greizer Querzone (Abb. 22), das in Muschelkalk-Karstspalten der ®
Trias-Scholle von Ida-Waldhaus in Form von kohligen schluffigen und mergeligen
Tonen terrestrischer Genese erhalten geblieben ist. /VS/
Literatur:
W. Krutzsch & E. Schulz (1966); P. Puff
(1970); D. Klaua (1974, 1995); G.
Freyer (1995); K.-A. Tröger (2000b); D. Klaua (2003)
Ida-Waldhaus:
Triasscholle von … [Ida-Waldhaus
Triassic Block] ¾ grabenförmig in
Sedimenten des ® Dinantium der ® Mehltheuerer Synklinale eingesunkene Scholle
mit Sedimenten des ® Mesozoikum. Die ältesten Gesteine stellen
graue Mergel des ® Röt dar, ihnen folgen Wellenkalke,
Mergelkalke und Bankkalke des ® Muschelkalk. Der Grabeneinbruch dürfte im ® Malm (® jungkimmerisch)
erfolgt sein mit nachfolgenden ® subherzynischen Bewegungen während der ® Oberkreide. Im
Zusammenhang mit Karstbildungen kam es zur Einschwemmung toniger
oberkretazischer Sedimente (® Oberkreidevorkommen von Ida-Waldhaus). Der
Aufschluss ist von besonderer Bedeutung für die Interpretation der paläogeographischen
Verhältnisse während des Mesozoikum. /VS/
Literatur: K. Pietzsch
(1962); P. Puff (1970); G. Freyer (1995)
Ilfelder Becken [Ilfeld
Basin] ¾
WNW-ESE konturierte, durch intensiven Vulkanismus geprägte
Rotliegend-Senkungsstruktur am Südrand des ® Harzes zwischen Bad
Sachsa (Niedersachsen) und Neustadt (Thüringen). Im Nordwesten, Norden und
Nordosten wird das Becken durch Elemente der ® Harzsüdrand-Störung vom
variszisch deformierten präpermischen ® Harzpaläozoikum
abgegrenzt, im Südwesten taucht es unter Ablagerungen des ® Zechstein
und der ®
Trias des nordwestlichen ® Thüringer Beckens s.l.
ab. Paläogenetisch wird das Ilfelder Becken einerseits als NNE-SSW streichender
Graben bzw. Halbgraben mit einer durch Bohrergebnisse wahrscheinlich gemachten
südwestlichen Fortsetzung bis in den Bereich des verdeckten ®
Mühlhäuser Beckens (bzw. eines weiter nordwestlich gelegenen Senkungsraumes),
andererseits aber auch als ein zwischen Teilsegmenten des ®
Südharz-Lineaments gebildetes, NW-SE gerichtetes pull apart basin interpretiert. Die max. etwa 800 m
Gesamtmächtigkeit erreichende Gesteinsabfolge des ® Rotliegend besteht in
ihrem sedimentären Anteil hauptsächlich aus Konglomeraten und Sandsteinen
fluviatiler Schuttfächer, Siltsteinen sowie pedogenen und lakustrischen
Karbonatgesteinen in Playasystemen. Außerdem kommen untergeordnet äolische
Sandsteine und ein bis zu 2 m mächtiges Steinkohlenflöz vor. Das
Depozentrum verlagerte sich im Laufe der Zeit vom Osten in den Westen der
Senkungsstruktur. In diese sedimentäre Folge sind im Ostteil stark krustal
kontaminierte, mehrere hundert Meter mächtige kaliumreiche Subvulkanite, Vulkanite
und Pyroklastite olivintholeitischen und subalkalisch latitischen,
andesitischen und rhyolithischen Charakters eingeschaltet. Pflanzenreste in den
Begleitschichten der Steinkohle belegen das Rotliegendalter der Ilfelder
Molassebildungen. Die biostratigraphische Datierung wird zusätzlich durch
radiometrische Bestimmung des Abkühlungsalters von Sanidinen eines
Alkalirhyolitganges bei Bad Lauterberg mit 289 Ma bzw. K-Ar-Datierungen
für Rhyolithgänge bei Bad Sachsa um 290 Ma untermauert, wenngleich diese
Werte auch Anteile des hohen ® Stefanium möglich erscheinen lassen. Gegliedert wird
die Gesamtabfolge des ® Ilfelder Rotliegend in ® Ilfeld-Subgruppe des ®
Unterotliegend (mit fünf Formationen) im Liegenden und ® Ellrich-Subgruppe des ®
Oberrotliegend (mit zwei Formationen) im Hangenden. Im Ostteil der Senke sind
insbesondere der untere Teil der Sedimentfolge (® Fuchsburg-Formation, ® Netzkater-Formation,
®
Neustadt-Formation, ®
Baumgarten-Formation) sowie die über diesen folgenden Eruptiva (®
Ilfelder Rhyodazite) verbreitet, im nahezu magmatitfreien Westteil überwiegen dagegen
die sedimentären Serien der jüngeren Einheiten (® Sülzhayn-Formation, ®
Werna-Formation, ®
Walkenried Formation). Synonyme: Ilfelder Senke; Ilfelder Trog. /HZ/
Literatur:
T. Kruckow (1952, 1953); W. Schriel (1954); V. Köcke (1960, 1963); W.
Steiner (1964); G. Müller (1965); W. Steiner
(1966a); G. Möbus (1966); O. Wagenbreth (1969); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); G. Möbus (1985); K. Mohr (1993); J. Paul (1993a); K. Wagner
et al. (1994); H. Lützner et
al. (1995); F. Büthe & C. Obert
(1995); H.J. Lippolt & J.C. Hess (1996); J. Paul et al. (1996); P. Buchholz et al. (1996); F. Büthe (1996, 1997); F. Büthe & H. Wachendorf (1997); K. Wagner
& J. Paul (1997); F. Büthe et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003); J. Paul (2005); M. Schwab (2008a)
Ilfelder Eruptivkomplex [Ilfeld Eruptive Complex]
¾
Bezeichnung für den fast ausschließlich aus Eruptiva aufgebauter Ostteil des ®
Ilfelder Beckens östlich der ® Sülzhayner Störung. /HZ/
Literatur: G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)
Ilfelder Latit [Ilfeld
Latite] ¾
Latitvorkommen im Hangendabschnitt der ® Neustadt-Formation des ®
Unterrotliegend (bzw. des höheren ® Stefanium?) im Bereich des ® Ilfelder Beckens, Produkt
granodioritischer bis dioritischer Magmen. Der Ilfelder Latit ist wahrscheinlich
altersgleich mit dem ® Neustädter Latit. /HZ/
Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a); G. Müller (1981); J Paul (1993a); H. Lützner
et al. (1995); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)
Ilfelder
Melaphyr ® Ilfelder Latit.
Ilfelder Permosilesium ® Ilfelder Rotliegend.
Ilfelder Porphyrit ® Ilfelder Rhyodazite.
Ilfelder Rhyodazite [Ilfeld Rhyodacites]
¾
bis zu 300 m mächtiger Komplex deckenförmiger Ergussgesteine im Hangenden
der ®
Baumgarten-Formation des ® Unterrotliegend (Abb. 29.5) im Bereich des ®
Ilfelder Beckens (Abb. 29.4). Isotopenbestimmungen belegen ein Effusionsalter
der Rhyodazite um 290 Ma b.p.. /HZ/
Literatur: W. Steiner (1964, 1966); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); J Paul (1993a); K. Wagner et al. (1994); H. Lützner et al. (1995); F. Büthe (1996); H. J. Lippolt & J. C. Hess (1996); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)
Ilfelder Rotliegend [Ilfeld Rotliegend] ¾ max.
800 m mächtige Gesteinsabfolge des ® Rotliegend, zumeist
bestehend aus grobklastischen terrigenen Molasse-Ablagerungen mit zwischengeschalteten
latitischen, dazitischen und rhyolitischen Vulkaniten, Laven und Pyroklastiten;
untergeordnet treten Schluffsteine, Tonsteine, Karbonate und Kohle auf (Abb.
29.5). Gegliedert wird das Ilfelder Rotliegend (vom Liegenden zum Hangenden) in
die max. 550 m mächtige ® Ilfeld-Subgruppe (® Fuchsburg-Formation, ®
Netzkater-Formation, ® Neustadt-Formation, ® Ilfelder Latit, ®
Baumgarten-Formation, ® Sülzhayn-Formation, ® Rhyolithe von Bad Sachsa
und Bad Lauterberg) und die max. 250 m erreichende ® Ellrich-Subgruppe (®
Werna-Formation, ®
Walkenried-Formation). Eine exakte stratigraphische Einstufung ist nur schwer
möglich. Lediglich die pflanzenführenden Ton- und Siltsteine der ®
Netzkater-Formation sowie radiometrische Datierungen an Rhyolithen belegen ein
Unterrotliegend-Alter. Inwieweit die Liegendschichten (® Fuchsburg-Formation), wie
zuweilen vermutet, noch dem ® Stefanium angehören und die Hangendbereiche des
Ilfelder Rotliegend (® Walkenried-Formation) bereits ® Oberrotliegend
repräsentieren, kann mit hinreichender Sicherheit nicht entschieden werden.
Synonym: Ilfelder Permosilesium. /HZ/
Literatur:
T. Kruckow (1952, 1953); W. Schriel (1954); V. Köcke (1960, 1963); W.
Steiner (1964); G. Müller (1965); W. Steiner
(1966); O. Wagenbreth (1969); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); J.W. Schneider (1982); G. Möbus (1985); J. Paul
(1993a, 1999); H. Lützner et al. (1995); F. Büthe
(1996); J. Paul et al. (1996); F. Büthe
et al. (1997); J. Paul
(1999); H. Lützner et al. (2003)
Ilfelder Schichten [Ilfeld
Beds] ¾
ältere Bezeichnung für den unteren Abschnitt des ® Ilfelder Permosilesium,
bestehend (vom Liegenden zum Hangenden) aus: Basis-Fanglomerat-Schichten (nach
der neueren stratigraphischen Terminologie ® Fuchsburg-Formation), Kohleführende
Schichten (®
Netzkater-Formation), Sandstein-Konglomerat-Schichten (® Neustadt-Formation),
Erguss des ®
Ilfelder Latits und des ® Neustädter Latits, Schluffstein-Sandstein-Schichten (®
Baumgarten-Formation), Erguss des ® Ilfelder Rhyodazits und seiner rhyolitischen
Äquivalente, Konglomerat-Sandstein-Tuff-Schichten (® Sülzhayn-Formation). Synonym:
Ilfeld-Subgruppe. /HZ/
Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a); J Paul (1993a); H. Lützner et
al. (1995); K. Wagner & J. Paul (1997); J. Paul et al. (1997); F. Büthe et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)
Ilfelder Senke ® Ilfelder Becken.
Ilfelder Steinkohlen-Revier [Ilfeld Coal District]
¾
bereits im 18. Jahrhundert betriebenes Steinkohlenrevier im Bereich des ®
Ilfelder Beckens, in dem nach mehrmaligen Unterbrechungen auch im
20. Jahrhundert (zuletzt zwischen 1946-1950) noch Kohle abgebaut wurde.
Die kohleführenden Schichten (ein bis zu 2 m mächtiges Flözintervall mit
Brand- und Tonschiefern) liegen innerhalb der ® Netzkater-Formation des ®
Stefanium C? bzw. ® Unterrotliegend?. Das Besucherbergwerk Rabensteiner
Stollen vermittelt einen Einblick in den historischen Bergbau des Reviers. /HZ/
Literatur:
F. Leutwein & J. Rösler (1956); W.
Steiner (1966a); O. Wagenbreth
(1969); H. Lützner et al. (1995, 2003); M. Schwab (2008e)
Ilfelder Trog ® Ilfelder Becken.
Ilfeld-Neustadt: Melaphyr von ... ® Ilfelder
Latit.
Ilfeld-Stieger-Mulde ® ehemals ausgeschiedene östliche Teilmulde der ® Südharz-Decke (Südharz-Mulde).
Ilfeld-Subgruppe [Ilfeld
Subgroup] ¾
lithostatigraphische Einheit des ® Unterrotliegend (und ® Stefanium C?) im Bereich
des ®
Ilfelder Beckens, bestehend (vom Liegenden zum Hangenden) aus ®
Fuchsburg-Formation, ® Netzkater-Formation, ® Neustadt-Formation, ®
Baumgarten-Formation und ® Sülzhayn-Formation. Zwischengeschaltet zwischen Neustadt-Formation
und Baumgarten-Formation sind ® Ilfelder Latit und ® Neustädter Latit; über
der Baumgarten-Formation liegen im östlichen Beckenteil die ®
Ilfelder Rhyodazite, im westlichen Beckenteil (Niedersachsen) der ® Bad
Sachsa-Rhyolith sowie der ® Bad Lauterberger Rhyolith. Synonym: Ilfelder Schichten.
/HZ/ Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a);
(1974a); J Paul (1993a); H. Lützner
et al. (1995); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)
Illawarra-Event ® Illawarra-Umpolung.
Illawarra-Umkehrung ® Illawarra-Umpolung.
Illawarra-Umpolung [Illawarra
Reversal] ¾ wichtige
magnetostratigraphische Zeitmarke bei ± 265 Ma b.p.,
bedeutendstes Korrelationsniveau im mitteleuropäischen ® Rotliegend, das
den Anschluss an die marinen Standardskalen des ® Perm (Position an der Grenze vom ® Wordium zum ® Capitanium)
vermittelt. Im ® Oberrotliegend der ®
Nordostdeutschen Senke wurde die Umpolung innerhalb der ®
Parchim-Formation nachgewiesen, im ® Thüringer Wald unterhalb des ® Grenzkonglomerats
der ®
Eisenach-Formation. Ausgewiesen werden gelegentlich ein ®
Prä-Illawarra-Rotliegend und ein ® Post-Illawarra-Rotliegend. Synonyme: Illawarra-Umkehrung;
Illawarra-Event.
Literatur: M.
Menning (1986, 1987); M. Menning et al. (1988); M. Menning (1989,
1995a, 1995b); M. Menning
et al. (2005a)
Illmersdorfer Rinne [Illmersdorf channel]
¾
annähernd Nord-Süd streichende quartäre Rinnenstruktur im nördlichen Abschnitt
des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche
glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten
Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der tertiären Schichtenfolge bis
in Teufen unterhalb des für den Braunkohlenbergbau bedeutsamen ® Zweiten
Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die
Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /NT/
Literatur:
M. Kupetz et al. (1989)
Illyrium ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands bislang kaum verwendete Bezeichnung für eine Untereinheit im höheren Teil des ® Anisium (® Mitteltrias) der globalen Referenzskala für die Trias.
Ilmenau: Schiefergebirgsinsel von ... ® Ehrenberg-Scholle.
Ilmenauer Achse [Ilmenau
magnetic axis] ¾annähernd
NE-SW streichende magnetische Anomalie, die an der Südostflanke der ®
Oberhofer Mulde die Verbreitung tiefpaläozoischer magnetitführender
Gesteinsfolgen nachzeichnet, die mit lokalen Unterbrechungen als ® Vesser-Zone
über den Bereich des ® Thüringer Waldes hinaus weit nach Südwesten (z.B.
Kraischgau-Anomalie) und Nordosten (eventuell bis in die Westsudeten) zu
verfolgen ist. /TW/
Literatur:
P. Bankwitz et al. (1997)
Ilmenau-Folge ®
Ilmenau-Formation.
Ilmenau-Formation [Ilmenau
Formation] ¾
lithostratigraphische Einheit des ® Unterrotliegend an den Flanken der ®
Oberhofer Mulde (Abb. 33.1; Tab. 13) sowie (mit Äquivalenten) in derem
südwestlichen Vorland, oberes Teilglied der ® Gehren-Subgruppe,
bestehend aus einer etwa 600 m mächtigen Serie von bimodalen Vulkaniten (Rhyolithe,
Basalte, Latite) und sedimentären Bildungen (Konglomerate, Sand- und
Siltsteine, Schwarzpelite mit stromatolithischen Karbonaten, Tuff-, Tuffit- und
Breccieneinschaltungen sowie Brocken-, Lapilli- und Aschentuffe); Gliederung im
Typusgebiet bei Ilmenau in ® Lindenberg-Subformation im Liegenden und ®
Kickelhahn-Subformation im Hangenden. An der Basis der Formation wird im ®
Thüringer Wald häufig die Silesium/Perm-Grenze
(Stefanium C/Unterrotliegend) gezogen. Diese Grenze markiert zugleich eine
bedeutende Diskordanz (Denudationsfläche), unter der sowohl Teile des ®
Ruhlaer Kristallins und des ® Thüringer Hauptgranits als auch ältereVulkanite und Sedimente
der ®
Möhrenbach-Formation und der ® Georgenthal-Formation nachgewiesen wurden. Synonyme:
Ilmenau-Folge; Obere Gehrener Schichten (einschließlich Untere Manebacher Schichten).
/TW/
Literatur: D. Andreas (1971); D. Andreas et al. (1974); H. Lützner
(1987); H. Lützner et al. (1995); D. Andreas
et al. (1996); D.
Andreas & J. Wunderlich (1998b);
H. Lützner (2000); A. Zeh & H. Brätz (2000); T. Martens (2003); H. Lützner et
al. (2003); M. Menning et
al. (2005a);
J.W. Schneider (2008)
Ilmenau-Gehrener Revier [Ilmenau-Gehren Mineral District]
¾
aufgelassener Lagerstättenbezirk der hydrothermalen Fluorit-Baryt-Mineralisation,
insbesondere im Bereich des ® Floßberg-Ganges und des ® Stechberg-Ganges. /TW/
Literatur:
N. Schröder (1969); H. Lützner et
al. (2003); T. Martens (2003)
Ilmenau-Langewiesen: Schiefergebirgsinsel von … ® Ehrenberg-Scholle.
Ilmenau-Wiehe: Schwereachse von ... [Ilmenau-Wiehe gravity axis]
¾ NE-SW bis NNE-SSW streichendes, das ®
Thüringer Becken s.l. auf 75 km
Länge zentral querendes schmales gravimetrisches Hochgebiet, das die
Metamorphite der ®
Mitteldeutschen Kristallinzone (hier dokumentiert durch die Gneise der ®
Bohrung Roldisleben 1/62) im Schwerebild widerspiegelt. Im Gegensatz zu
ähnlichen Anomalien des Thüringer Beckens s.l.
besteht keine Parallelität zum Magnetfeld. /TB/
Literatur: S. Grosse
et al. (1990); W. Conrad (1965, 1996);
H. Kästner & G. Seidel et
al. (1996);
W. Conrad et al. (1998); A. Zeh & J. Wunderlich (2003)
Ilm-Graben ® Ilmtal-Graben.
Ilmtal-Graben [Ilmtal
Graben] ¾
NW-SE streichende saxonische Grabenstruktur am Südwestrand der ®
Bleicherode-Sömmerdaer Scholle mit Schichtenfolgen des ® Keuper als Grabenfüllung,
flankiert von Serien des ® Oberen Muschelkalk (Lage siehe Abb. 32.3). Die
Begrenzungsstörungen des Grabens sind allgemein als Abschiebungen, gebietsweise
jedoch auch als Überschiebungen ausgebildet. Im Raum Ehringsdorf betragen die
durchschnittlichen Absenkungsbeträge 100-130 m. Der Ilmtal-Graben liegt in
der streichenden Verlängerung des ® Schlotheimer Grabens im Nordwesten und weist genetische
Beziehungen zum ®
Magdalaer Graben im Südosten auf. Synonyme: Ilmtal-Störung; Ilm-Graben;
Wiemarer Graben pars. /TB/
Literatur: H.R. Langguth
(1959); J. Marcinek & B. Nitz
(1973); G. Seidel (1974b);
W. Steiner (1974); Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Seidel (1992); G.
Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); G. Seidel et al. (1998, 2002); G.
Seidel (2003, 2004)
Ilmtal-Granit [Ilmtal
Granite] ¾ syn-
bis frühpostkinematischer variszischer Granit der ® Mitteldeutschen
Kristallinzone, Teil des ® Thüringer Hauptgranits; am Südostrand der ® Oberhofer
Mulde zutage tretend. /TW/
Literatur:
D. Andreas et al. (1996); M. Goll & H.J. Lippolt (2001)
Ilmtal-Magdala-Leutraer Störungszone ® zuweilen verwendeter Begriff für den zentralen Abschnitt der ® Schlotheim-Leuchtenburg-Störungszone.
Ilmtal-Sattel [Ilmtal
Anticline] ¾ ältere
Bezeichnung für eine sattelförmige Aufwölbung des ® Thüringer Hauptgranits im
Ilmtal bei Manebach (® Manebacher Granit). /TW/
Literatur:
H. Weber (1955)
Ilmtal-Sedimente [Ilmtal
Sediments] ¾ bis
max. 100 m mächtige Wechsellagerung von fluviatil-lakustrinen Sandsteinen
und Siltsteinen, lokal mit geröllführender Arkose, Kalksteinen, Algenrasen, Onkoiden
und schwarzen Siltsteinen, im Liegendabschnitt der ® Stechberg-Subformation
(Teilglied der ®
Möhrenbach-Formation) des ® Silesium (® Stefanium C) an der Südostflanke der ®
Oberhofer Mulde (Abb. 33.1). Die Ilmtal-Sedimente enthalten eine
bedeutsame Fisch- und Amphibien-Fauna des Stefanium (Fundpunkte Moosbach
südlich Manebach und Silbergrund), die wichtig für die Grenzziehung
Stefanium/Unterrotliegend im ® Thüringer Wald ist. Mit dem Nachweis von Branchierpeton saalensis und Apateon intermedius ist eine sichere
Korrelation mit der ®
Wettin-Subformation der nordöstlichen ® Saale-Senke möglich. /TW/
Literatur: A. Arnhardt (1968, 1972); H. Lützner (1972); D.
Andreas et al. (1974); R. Remy & W. Remy (1977); J. Wunderlich
(1978); J.W. Schneider (1978); J.W. Schneider et al. (1982); T. Martens (1983a, 1983b); J.W. Schneider (1985); H. Haubold (1985); U. Gebhardt
(1986, 1988a); R. Werneburg (1988d); J.H. Kerp & H. Haubold (1988); R.
Werneburg (1989b); J.W. Schneider
& R. Werneburg (1993); J.W. Schneider & J. Zajic (1994); H. Lützner et al. (1995); J.W. Schneider (1996); R. Werneburg (1996); D.
Andreas et al. (1996); T. Martens
(2003); H. Lützner et al. (2003);
D. Andreas et al. (2005); M. Menning
et al. (2005a)
Ilmtal-Störung ® Ilmtal-Graben.
Ilmtal-Suhler Granit ® alternative, jedoch heute nur noch selten
verwendete Bezeichnung für ® Thüringer Hauptgranit.
Ilseder Bewegungen [Ilsede
movements] ¾
Teilglied der oberkretazisch wirksam gewordenen ® subherzynischen
Bewegungen, deren Auswirkungen im Zeitraum zwischen Coniacium und
Mittel-Santonium insbesondere in den Randgebieten des Kreidebeckens deutlich
wurden. Ergebnis sind Inversionserscheinungen mit der Bildung von Hochgebieten
und die damit verbundene Anlage von Randtrögen in den Vorländern. Wichtige
Zeitmarken stellen Erosionsdiskordanzen im Turonium/Coniacium-Grenzbereich
sowie starke Vertiefungen der Randtröge im Coniacium dar. Darüber hinaus
belegen lithofazielle Kriterien (basale Konglomerathorizonte, grobklastische
Schüttungen) die tektonischen Aktivitäten. Lücken in der Sedimentabfolge des
Cenomanium und Turonium werden als Vorläufer der Ilsede-Bewegungen gedeutet.
Typusgebiet ist die ®
Subherzyne Kreidemulde im Vorland der ® Harz-Schwelle
(Abb. 28.4); zeitlich annähernd analoge Bewegungen werden auch in den
Beckenrandgebieten im Vorland der ® Calvörder Scholle und der ®
Lausitz-Riesengebirge-Scholle vermutet. Synonyme: Ilseder Phase; Ilseder Tektoevent./SH/
Literatur:
H. Stille (1924); E. Voigt (1963); K.-A.
Tröger (1968); I. Diener (1968a); K.-A.
Tröger (1995, 1996, 1998a, 2000a);
T. Voigt et al. (2004)
Ilseder Phase ®
Ilseder Bewegungen.
Ilseder Tektoevent ® Ilseder Bewegungen.
Ilsenburg 1: Bohrung ... [Ilsenburg 1 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Südwestrand der ®
Subherzynen Kreidemulde, die ein Richtprofil in den grobklastischen, küstennah
abgelagerten Einheiten der ® Ilsenburg-Formation des höheren Unter-Campanium aufschloss.
Die Bohrung hat die Basis der Formation nicht erreicht. /SH/
Literatur:
T. Voigt et al. (2006)
Ilsenburger Entwicklung ® Ilsenburg-Formation.
Ilsenburg-Formation [Ilsenburg Formation]
¾
lithostratigraphische Einheit der Oberkreide (höheres Unter-Campanium) im
zentralen Südabschnitt der ® Subherzynen Kreidemulde zwischen Bad
Harzburg-Ilsenburg-Wernigerode-Benzingerode im Südwesten und Osterwieck im
Nordosten (Abb. 28.4; Tab. 29), bestehend aus einer randlich
ca. 80-100 m, weiter nördlich (beckenzentral) vermutlich bis >600 m
mächtigen Folge von sandigen, sehr kalkreichen hellgrauen bis weißlichgrauen
schluffigen Mergelsteinen. Im Küstengebiet am Harzrand kommen Einschaltungen
von bis 30 m mächtigen Trümmerkalken, Sandsteinen und Konglomeraten (mit
Paläozoikum-, Trias- und Kreide-Geröllen) sowie von Olisthostrom-ähnlichen
Bildungen vor. Örtlich, z.B. bei Wernigerode, ist eine winkeldiskordante
Auflagerung auf Schichtenfolgen der ® Harz-Aufrichtungszone entwickelt. In Richtung auf
die beckenzentraleren Bereiche im Norden gehen die gröberklastischen
Ablagerungen in karbonatische Siltsteine sowie dichte offshore-Tonsteine über. An Fossilien kommen insbesondere in den sandigen
Anteilen der Formation Belemniten, Echiniden, Bivalven, Bryozoen, Corallinaceen
und Kieselschwämme vor, seltener auch Ammoniten und Brachiopoden. Synonyme:
Ilsenburg-Schichten; Ilsenburger Entwicklung; Ilsenburgmergel; Quadratensenon;
Quadratenschichten; Senonmergel. /SH/
Literatur:
S.v.Bubnoff et al. (1957); I. Diener
& K.-A. Tröger. (1963); I.
Diener (1966); S. Ott (1967); H. Ulbrich (1970, 1974); K.-A. Tröger (1995, 1996, 2000a); G. Patzelt (2000); T. Voigt et al. (2004); M. Hiss et
al. (2005); T. Voigt et al. (2006); T. Voigt
& K.-A. Tröger (2007d); W. Karpe
(2008)
Ilsenburgmergel ® Ilsenburg-Formation.
Ilsenburg-Osterwiecker Keuper-Sattel ® Ilsenburg-Osterwiecker Sattel.
Ilsenburg-Osterwiecker Sattel [Ilsenburg-Osterwieck Anticline]
¾
annähernd Nord-Süd streichende, ein Teilgebiet der ehemals existierenden ®
Eichsfeld-Altmark-Schwelle nachzeichnende unterkretazische Hebungsstruktur im
Bereich der ®
Subherzynen Kreidemulde, die im Hauterivium als Faziesscheide unterschiedlicher
Ausbildungen fungierte und erst im Barremium überflutet wurde. Synonyme:
Ilsenburg-Osterwiecker Keupersattel; Ilsenburg-Osterwiecker Triassattel. /SH/
Literatur:
I. Bach (1966); S. Ott (1967); K.-A.
Tröger & M. Kurze (1996, 1980)
Ilsenburg-Osterwiecker Triassattel ® Ilsenburg-Osterwiecker Sattel.
Ilsenburg-Quarzit ® zuweilen
verwendete Bezeichnung für die als Äquivalente des ® Acker-Bruchberg-Quarzits sowie des ® Gommern-Quarzits geltenden unterkarbonischen
Quarzitvorkommen zwischen dem ® Ilsestein-Granit des ® Brocken-Massivs und der ® Harznordrand-Störung, regionales Teilglied der ® Kammquarzit-Formation.
Ilsenburg-Schichten
®
Ilsenburg-Formation.
Ilse-Ost: Braunkohlentagebau ... [Ilse-Ost brown coal open cast]
¾
aufgelassener Braunkohlentagebau im Südabschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets östlich von Senftenberg, in dem die Braunkohlen
des ®
Zweiten Miozänen Flözkomplexes (® Welzow-Subformation des ® Langhium) abgebaut wurden.
/LS/
Literatur: W. Nowel
(1995b)
Ilsestein-Granit [Ilsestein
Granite] ¾
NW-SE streichender
variszisch-postkinematischer Granit am Nordrand des Harzes zwischen ®
Mittelharz und ®
Oberharz, nördliches Teilglied des ® Brocken-Massivs (Abb. 29.3), bestehend aus einem
deutlich gangförmig intrudierten, kräftig rot gefärbten drusenreichen,
teilweise aplitischen Syenogranit. Am Kontakt zum Harzburger Gabbronorit führt
der Granit eckige Xenolithe des Basits. Der Ilsestein-Granit ist die jüngste
und zugleich sauerste Intrusion innerhalb des ® Brocken-Massivs. Im
Granit aufsitzende Rhyolithgänge werden als Vorläufer bzw. als direkte
Vertreter des Rotliegend-Vulkanismus betrachtet. Charakteristische Merkmale des
Granits sind granophyrische Verwachsungen zwischen Quarz und Orthoklas, ein
häufiges Vorkommen von schwarzem Turmalin sowie zahlreiche 2-5 cm große
Drusen mit Füllungen von Quarz, Orthoklas, Albit, Chlorit, Turmalin, Flussspat
und anderen Mineralen. Zudem ist der Anteil an aplitischen Gesteinen (z.T.
stockartige Aplitkörper) recht hoch. Nach geophysikalischen, insbesondere gravimetrischen
Messergebnissen wird für den Ilsestein-Granit, wie für das gesamte
Brocken-Massiv, eine lakkolithförmige Struktur postuliert, bestehend aus einer
etwa 3,5 km mächtigen Granitplatte. Gelegentlich wird angenommen, dass ein
Tiefenbruchsystem (®
Arendsee-Tiefenbruch?) den Aufstieg der magmatischen Schmelzen aus der
Unterkruste auslöste oder zumindest begünstigte. In diesem Sinne beständen
regionale Beziehungen zum ebenfalls jungen, Rotliegend-Alter besitzenden
verdeckten ®
Flechtinger Granit im Bereich der ® Flechtingen-Roßlauer Scholle. Synonym: Ilsesteingranit-Komplex.
/HZ/
Literatur:
W. Schriel (1954), H. Moenke (1960); R.
Seim (1963); S.M. Chrobok (1963, 1965); G. Möbus (1966); H.U. Thieke (1969); R.
Benek et al. (1973); G. Fiebig
(1990); K. Mohr (1993); G. Jentzsch
& D. Jahr (1995); C. Hinze et al. (1998); M. Schwab (2008a)
Ilsesteingranit-Komplex ® Ilsestein-Granit.
Ilten-Member ® Ilten-Subformation.
Ilten-Subformation [Ilten
Member] ¾
lithostratigraphische Einheit des ® Maastrichtium, oberes Teilglied der ®
Nennhausen-Formation (Tab. 29), bestehend aus einer >30 m
mächtigen Serie von groben Konglomeraten, fossilreichen arenitischen
Bryozoen-Kalksteinen und plattigen Mergelsteinen, aufgeschlossen in der ®
Bohrung Nennhausen 2/63 im Teufenbereich von 586,8 m bis
ca. 640 m (Profilabschnitte B und C). Typusgebiet ist der
Lehrter Salzdiapir bei Hannover (Niedersachsen). Synonym: Ilten-Member. /NS/
Literatur: H. Ahrens et al. (1965); W. Haller (1965); Y. Kiesel & E. Trümper
(1965); W. Krutzsch (1965, 1966a);
I. Diener (1966, 1967, 1968a); I. Diener
& D. Lotsch (1968); I. Diener & K.-A. Tröger (1976); U. Kienel (1994);
B. Niebuhr (1995); M.-G. Schulz & B. Niebuhr (2000); I. Diener et
al. (2004b); B. Niebuhr (2006c,
2007d); W. Karpe (2008)
Immelborn: Minimum der Bouguer-Schwere ... [Immelborn gravity minimum]
¾ NE-SW gerichtetes lokales Schwereminimum im
Bereich der ®
Salzungen-Schleusinger Scholle mit Werten bis −28 mGal, dessen Ursachen in einem spätvariszischen
granitischen Tiefenkörper vermutet werden; Teilglied des überregionalen ®
Thüringisch-Fränkischen Schwereminimums. /SF/
Literatur: W. Conrad (1996); W. Conrad et al. (1998)
Immenrode 4/52: Bohrung ... [Immenrode 4/52 well]
¾
Untertage-Bohrung im Nordwestabschnitt des ® Thüringer Beckens s.l. (Bl. Schernberg), in der unter ®
permotriassischem Tafeldeckgebirge im Liegenden des ® Zechstein-Konglomerats
eine 19 m mächtige Serie von rotfarbenen klastischen Gesteinen des ®
Permosilesium angetroffen wurde. Dieses Bohrergebnis wird sowohl als Beleg für
eine Verbindung zwischen dem ® Ilfelder Becken und dem ® Mühlhäuser Becken
betrachtet als auch als Hinweis auf eine nordwestwärtige Ausbuchtung der ®
Saalesenke interpretiert. Nach der Schwermineralgesellschaft sollen
andererseits Beziehungen zum ® Kyffhäuser-Permosilesium bestehen. Das Liegende bildet
eine nicht durchteufte 11,9 m mächtige Serie feinsandiger phyllitischer
Tonschiefer von graugrüner Farbe und mit intensiver sekundärer Rötung, die dem
variszisch deformierten ® Ordovizium der ® Nördlichen Phyllitzone
zugeordnet werden. /TB/
Literatur: G. Ludwig
(1955); J. Dockter et al.
(1964); W. Steiner & P.G. Brosin
(1974); J. Dockter & A. Steinmüller et al. (1993); H. Lützner et al. (1995); J.
Paul (1999); B.-C. Ehling et al. (2008a)
Indus ® Brahmanium
Indus ®
in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands zuweilen angewendete
alternative Schreibweise von ® Indusium.
Indusium
® Brahmanium.
inflexus-Schichten ® in der Literatur zur ostdeutschen Unterkreide zuweilen im Sinne einer biostratigraphischen Einheit verwendete Bezeichnung für Ablagerungen des Ober-Aptium.
Injektionsgneis
® Bezeichnung
für einen Gneistyp des Erzgebirgskristallins, der dem sog. ® Flammengneis annähernd gleicht, wobei die lagen-
oder linsenförmigen Quarz-Feldspat-Mobilisate mit magmatisch-körnigem Gefüge
als Injektionen granitischer Schmelzen gedeutet werden. Es handelt sich bei
diesen Bildungen um Produkte einer partiellen Aufschmelzung des Gesteins.
Innerlausitzer Hauptverwerfung ® Innerlausitzer Störung.
Innerlausitzer Störung [Inter-Lusatian Fault]
¾
NW-SE streichende alt angelegte und saxonisch reaktivierte Bruchstruktur im
Nordostabschnitt der ® Lausitzer Scholle, die die nur gering deformierten
Schichtenfolgen der neoproterozoischen ® Lausitz-Hauptgruppe sowie
den ®
Lausitzer Granodioritkomplex im Südwesten (Stabilgebiet) von dem variszisch
intensiv dislozierten Paläozoikum des ® Görlitzer Synklinoriums
(Mobilgebiet) im Nordosten trennt (Lage siehe Abb. 40.1). Die Störung ist
in ihrem Streichen mehrfach aufgespalten und quer zum Streichen wiederholt
versetzt. Verwurfsbeträge werden mit 800-1000 m angegeben. Im Bereich der
Störung ist der variszisch-postkinematische ® Königshainer Granit
intrudiert. Weiterhin sind spät- bis postvariszische Bruchbewegungen und
Gangmineralisationen kennzeichnend. Zuweilen wird die Innerlausitzer Störung
als Südwestbegrenzung der ® Saxothuringischen Zone interpretiert. Synonyme: Innerlausitzer
Hauptverwerfung; Innersudetische Hauptverwerfung pars. /LS/
Literatur:
K. Pietzsch (1951, 1956, 1962); H.
Brause & G. Hirschmann (1964); G. Möbus (1964); G. Möbus & W. Lindert (1967);
G. Hirschmann & H. Brause (1969); H.
Brause (1969); Geologie-Standard
TGL 34331/01 (1983); G. Katzung
& G. Ehmke/Hrsg. (1993); G.
Hirschmann (1999); U. Linnemann & M. Schauer (1999); J. Krentz et al. (2000); J. Krentz (2001); M. Göthel (2001)
Innersudetische Hauptverwerfung ® Innerlausitzer Störung pars.
Inselsberg-Porphyr ® Inselsberg-Rhyolith.
Inselsberg-Quarzporphyr ® Inselsberg-Rhyolith.
Inselsberg-Rhyolith [Inselsberg rhyolite]
¾
intrusiver Rhyolith im Grenzbereich von ® Goldlauter-Formation und ®
Oberhof-Formation des ® Unterrotliegend am Südrand der ® Wintersteiner Scholle (®
Blockfuge von Friedrichroda-Rotterode); entspricht petrographisch und stratigraphisch
dem ®
Heuberg-Rhyolith. Synonyme: Inselsberg-Quarzporphyr ; Inselsberg-Porphyr.
/TW/
Literatur: H. Weber (1955); D. Andreas et al. (1974); H. Lützner et al. (1995); D. Andreas
et al. (1996, 1998); T. Martens
(2003); H. Lützner et al. (2003)
Inselsberg-Störung [Inselsberg
Fault] ¾
annähernd W-E streichende Störung, die die permosilesischen Einheiten der ®
Winterberger Scholle im Norden von den präsilesischen Einheiten des ®
Brotteröder Migmatitgebiets im Süden trennt. /TW/
Literatur: H.
Weber (1955); H. Lützner et
al. (1995); D. Andreas et al. (1996, 1998); H.-J. Franzke et al. (2001)
Inselsberg-Störung [Inselsberg
Fault] ¾
WSW-ESE streichende, durch Nord-Süd-Brüche gegliederte Störung am Nordrand des ®
Brotteröder Migmatitgebiets (Ostabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins)
gegen das Permosilesium der Wintersteiner Scholle im Norden. /TW/ Literatur: W. Neumann
(1972); H.-J. Franzke et al. (1991); J.
Wunderlich et al. (1997)
Inselswasser-Sattel [Inselswasser Anticline]
¾
als NE-SW streichende Antiklinale im Bereich des ® Brotteröder
Migmatitgebiets (Ostabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins) interpretierte Struktur. /TW/ Literatur: W. Neumann (1964, 1972, 1974a)
Interglazial I ® Holstein-Warmzeit.
Interglazial II ® Eem-Warmzeit.
Interne
Phyllitzone [Internal Phyllite Zone] ¾ informelle Bezeichnung für im Nordwestabschnitt der ®
Halle-Wittenberg-Scholle in Bohrungen (® Oranienbaum 1/70 u.a.)
nachgewiesene Zone anchimetamorphe bis phyllitische Tonschiefer,
Schluffschiefer und Grauwacken, die ihre Position inmitten der höhermetamorphen
Gesteinsserien der ®
Mitteldeutschen Kristallinzone besitzen. Regional begrenztes Pendant zur ®
Nördlichen Phyllitzone und ® Südlichen Phyllitzone. /HW/
Literatur: P. Bankwitz et al. (2001a)
intra-Karnische Diskordanz [intra-Carnian discordance]
¾ Diskordanzfläche im tieferen Teil des ®
Karnium zwischen ® Grabfeld-Formation
(ehemals:Unterer Gipskeuper) im Liegenden und ®
Stuttgart-Formation (ehemals: Schilfsandstein) im Hangenden.
Literatur:
E. Nitsch et al. (2005)
Involutus-Sandstein [Involutus Sandstone]
¾
informelle, nach dem Vorkommen von Volviceramus
involutus benannte informelle lithostratigraphische Einheit der ®
Oberkreide (Mittel-Coniacium) im Range
einer Subformation im Südostabschnitt der ® Subherzynen Kreidemulde,
Teilglied der ®
Halberstadt-Formation (Abb. 28.4; Tab. 29), bestehend aus einer
ca. 50 m, max. bis 150 m mächtigen zyklisch aufgebauten Folge
von mittel- bis grobkörnigen, teilweise vor allem im hangenden Teil auch
konglomeratischen graugelben Sandsteinen, unter anderem mit Phosphorit- und
Karbonatgeröllen aus dem ® Cenomanium und ® Turonium. Der Sandstein
bildet die morphologisch markante Umrandung der ® Halberstädter Mulde sowie
einen Härtling innerhalb der ® Harz-Aufrichtungszone (z.B. Gegensteine bei
Ballenstedt). Synonym: Mittelquader. /SH/
Literatur:
K. Heimlich (1956); H.J. Mettchen et
al. (1963); I. Diener & K.-A. Tröger. (1963); I. Diener (1966); K.-A. Tröger
(1966); S. Ott (1967); R.N. Tiwari & R.N. Roy (1974); K.-A. Tröger & M. Kurze (1980); K.-A. Tröger (1995, 1996, 2001a); M. Hiss et al. (2005); T. Voigt et
al. (2006); T. Voigt & K.-A.
Tröger (2007d); W. Karpe (2008)
Involutus-Schichten ® in der Literatur zur ostdeutschen Oberkreide häufig im Sinne einer biostratigraphischen Einheit verwendete Bezeichnung für Ablagerungen des Mittel-Coniacium mit Vorkommen von Volviceramus (früher: Inoceramus) involutus. Im Bereich der ® Subherzynen Kreidemulde wurde der Begriff ehemals als Synonym von ® Halberstadt-Formation verwendet.
Irfersgrüner Störung [Irfersgrün Fault] ¾ NE-SW
streichende und nach Nordwesten einfallende Störung am Nordostrand des ®
Kirchberger Granits, die in ihrem Nordostabschnitt das ® Wildenfelser
Zwischengebirge quert; Südostfortsetzung der ® Härtensdorfer Störung.
/VS/
Literatur: H.-J. Berger et al. (1992)
Irrganger Störung [Irrgang Fault] ¾ NW-SE streichende,
nach Südwesten einfallende Bruchstörung im Südwestabschnitt der ®
Westerzgebirgischen Querzone östlich des ® Eibenstock-Nejdek-Granitmassivs
im Einflussbereich der überregionalen Gera-Jáchymov-Zone (Abb. 36.4);
bildet die Ostbegrenzung des ® Lagerstättenreviers Johanngeorgenstadt. Synonym:
Irrganger Zug. /EG/ Literatur: C.
Heret (1993); L. Baumann et al.
(2000); E. Kuschka (2002)
Irrganger Zug ® Irrganger Störung.
Itz-Senke
[Itz Basin] ¾ NW-SE streichende, von ® permotriassischem
Tafeldeckgebirge größtenteils überlagerte ® permosilesische
Senkungsstruktur im Südostabschnitt der ® Südthüringisch-Fränkischen
Scholle, nordöstliches Teilglied der ® Fränkischen Senkenzone;
im Nordosten begrenzt durch die ® Schleusingen-Schalkauer Hochlage, nach Nordwesten Verbindung
zum Nordostabschnitt der ® Main-Senke. Vorherrschend sedimentäre Füllung.
Literatur:
Geologie-Standard
TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg.
(1993)
Ivorium [Ivorian] ¾ obere chronostratigraphische
Einheit des ®
Tournaisium der mitteleuropäischen (belgischen) Referenzskala (Tab. 11) im
Range einer Unterstufe (Substufe) mit einem Zeitumfang von ca. 6 Ma
(~348 Ma –342 Ma b.p.); entspricht etwa dem ®
Ober-Tournaisium (Tn3) der traditionellen Karbongliederung. Der Begriff wird in
der Literatur zum ostdeutschen Karbon bislang nur selten verwendet, und dann
zumeist in der englischsprachigen Version.
Literatur:
M. Menning et al. (1996); R.H. Wagner
& C.F. Winkler Prins (1997); M. Menning et al. (1997,
2000); D. Weyer et al.(2002); D.
Weyer & M. Menning (2006); M.
Menning et al. (2006)