Iberg-Kalk [Iberg Limestone] ¾ informelle lithostratigraphische Einheit des ® Oberdevon (® Frasnium) im Bereich des ® Mittelharzes (® Elbingeröder Komplex), oberes Teilglied der ® Elbingerode-Riffkalk-Formation, benannt nach dem locus typicus  im ® Oberharz, bestehend aus einer bis 150 m mächtigen Serie von Massen- oder Korallenkalken mit reicher Korallen-, Brachiopoden- und Goniatitenführung. Der Riffkalkkomplex verzahnt sich mit Cephalopodenkalken. Im Iberg-Kalk liegen die bekannten Tropfsteinhöhlen von Rübeland. /HZ/       
Literatur: W. Schriel (1954); M. Reichstein (1960); H. Lutzens et al. (1963); G. Möbus (1966); H. Weller et al. (1991); K. Mohr (1993)

ICS ® in der stratigraphischen Literatur häufig verwendete Abkürzung für International Commission on Stratigraphy (Internationale Stratigraphische Kommission).

Ida-Waldhaus: Kreidevorkommen von … [Ida-Waldhaus Cretaceous] ¾ isoliertes, paläogeographisch bedeutsames Kreide-Vorkommen (Pollenflora des ® Coniacium bis ® Campanium, eventuell ® Santonium) im Bereich der ® Greizer Querzone (Abb. 22), das in Muschelkalk-Karstspalten der ® Trias-Scholle von Ida-Waldhaus in Form von kohligen schluffigen und mergeligen Tonen terrestrischer Genese erhalten geblieben ist. /VS/    
Literatur: W. Krutzsch & E. Schulz (1966); P. Puff (1970); D. Klaua (1974, 1995); G. Freyer (1995); K.-A. Tröger (2000b); D. Klaua (2003)

Ida-Waldhaus: Triasscholle von … [Ida-Waldhaus Triassic Block] ¾ grabenförmig in Sedimenten des ® Dinantium der ® Mehltheuerer Synklinale eingesunkene Scholle mit Sedimenten des ® Mesozoikum. Die ältesten Gesteine stellen graue Mergel des ® Röt dar, ihnen folgen Wellenkalke, Mergelkalke und Bankkalke des ® Muschelkalk. Der Grabeneinbruch dürfte im ® Malm (® jungkimmerisch) erfolgt sein mit nachfolgenden ® subherzynischen Bewegungen während der ® Oberkreide. Im Zusammenhang mit Karstbildungen kam es zur Einschwemmung toniger oberkretazischer Sedimente (® Oberkreidevorkommen von Ida-Waldhaus). Der Aufschluss ist von besonderer Bedeutung für die Interpretation der paläogeographischen Verhältnisse während des Mesozoikum. /VS/    
Literatur: K. Pietzsch (1962); P. Puff (1970); G. Freyer (1995)

Ilfelder Becken [Ilfeld Basin] ¾ WNW-ESE konturierte, durch intensiven Vulkanismus geprägte Rotliegend-Senkungsstruktur am Südrand des ® Harzes zwischen Bad Sachsa (Niedersachsen) und Neustadt (Thüringen). Im Nordwesten, Norden und Nordosten wird das Becken durch Elemente der ® Harzsüdrand-Störung vom variszisch deformierten präpermischen ® Harzpaläozoikum abgegrenzt, im Südwesten taucht es unter Ablagerungen des ® Zechstein und der ® Trias des nordwestlichen ® Thüringer Beckens s.l. ab. Paläogenetisch wird das Ilfelder Becken einerseits als NNE-SSW streichender Graben bzw. Halbgraben mit einer durch Bohrergebnisse wahrscheinlich gemachten südwestlichen Fortsetzung bis in den Bereich des verdeckten ® Mühlhäuser Beckens (bzw. eines weiter nordwestlich gelegenen Senkungsraumes), andererseits aber auch als ein zwischen Teilsegmenten des ® Südharz-Lineaments gebildetes, NW-SE gerichtetes pull apart basin interpretiert. Die max. etwa 800 m Gesamtmächtigkeit erreichende Gesteinsabfolge des ® Rotliegend besteht in ihrem sedimentären Anteil hauptsächlich aus Konglomeraten und Sandsteinen fluviatiler Schuttfächer, Siltsteinen sowie pedogenen und lakustrischen Karbonatgesteinen in Playasystemen. Außerdem kommen untergeordnet äolische Sandsteine und ein bis zu 2 m mächtiges Steinkohlenflöz vor. Das Depozentrum verlagerte sich im Laufe der Zeit vom Osten in den Westen der Senkungsstruktur. In diese sedimentäre Folge sind im Ostteil stark krustal kontaminierte, mehrere hundert Meter mächtige kaliumreiche Subvulkanite, Vulkanite und Pyroklastite olivintholeitischen und subalkalisch latitischen, andesitischen und rhyolithischen Charakters eingeschaltet. Pflanzenreste in den Begleitschichten der Steinkohle belegen das Rotliegendalter der Ilfelder Molassebildungen. Die biostratigraphische Datierung wird zusätzlich durch radiometrische Bestimmung des Abkühlungsalters von Sanidinen eines Alkalirhyolitganges bei Bad Lauterberg mit 289 Ma bzw. K-Ar-Datierungen für Rhyolithgänge bei Bad Sachsa um 290 Ma untermauert, wenngleich diese Werte auch Anteile des hohen ® Stefanium möglich erscheinen lassen. Gegliedert wird die Gesamtabfolge des ® Ilfelder Rotliegend in ® Ilfeld-Subgruppe des ® Unterotliegend (mit fünf Formationen) im Liegenden und ® Ellrich-Subgruppe des ® Oberrotliegend (mit zwei Formationen) im Hangenden. Im Ostteil der Senke sind insbesondere der untere Teil der Sedimentfolge (® Fuchsburg-Formation, ® Netzkater-Formation, ® Neustadt-Formation, ® Baumgarten-Formation) sowie die über diesen folgenden Eruptiva (® Ilfelder Rhyodazite) verbreitet, im nahezu magmatitfreien Westteil überwiegen dagegen die sedimentären Serien der jüngeren Einheiten (® Sülzhayn-Formation, ® Werna-Formation, ® Walkenried Formation). Synonyme: Ilfelder Senke; Ilfelder Trog. /HZ/    
Literatur: T. Kruckow (1952, 1953); W. Schriel (1954); V. Köcke (1960, 1963); W. Steiner (1964); G. Müller (1965); W. Steiner (1966a); G. Möbus (1966); O. Wagenbreth (1969); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); G. Möbus (1985); K. Mohr (1993); J. Paul (1993a); K. Wagner et al. (1994); H. Lützner et al. (1995); F. Büthe & C. Obert (1995); H.J. Lippolt & J.C. Hess (1996); J. Paul et al. (1996); P. Buchholz et al. (1996); F. Büthe (1996, 1997); F. Büthe & H. Wachendorf (1997); K. Wagner & J. Paul (1997); F. Büthe et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003); J. Paul (2005); M. Schwab (2008a)

Ilfelder Eruptivkomplex [Ilfeld Eruptive Complex] ¾ Bezeichnung für den fast ausschließlich aus Eruptiva aufgebauter Ostteil des ® Ilfelder Beckens östlich der ® Sülzhayner Störung. /HZ/  
Literatur: G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)

Ilfelder Latit [Ilfeld Latite] ¾ Latitvorkommen im Hangendabschnitt der ® Neustadt-Formation des ® Unterrotliegend (bzw. des höheren ® Stefanium?) im Bereich des ® Ilfelder Beckens, Produkt granodioritischer bis dioritischer Magmen. Der Ilfelder Latit ist wahrscheinlich altersgleich mit dem ® Neustädter Latit. /HZ/       
Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a); G. Müller (1981); J Paul (1993a); H. Lützner et al. (1995); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)

Ilfelder Melaphyr ® Ilfelder Latit.

Ilfelder Permosilesium ® Ilfelder Rotliegend.

Ilfelder Porphyrit ® Ilfelder Rhyodazite.

Ilfelder Rhyodazite [Ilfeld Rhyodacites] ¾ bis zu 300 m mächtiger Komplex deckenförmiger Ergussgesteine im Hangenden der ® Baumgarten-Formation des ® Unterrotliegend (Abb. 29.5) im Bereich des ® Ilfelder Beckens (Abb. 29.4). Isotopenbestimmungen belegen ein Effusionsalter der Rhyodazite um 290 Ma b.p.. /HZ/    
Literatur: W. Steiner (1964, 1966); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); J Paul (1993a); K. Wagner et al. (1994); H. Lützner et al. (1995); F. Büthe (1996); H. J. Lippolt & J. C. Hess (1996); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)

Ilfelder Rotliegend [Ilfeld Rotliegend] ¾ max. 800 m mächtige Gesteinsabfolge des ® Rotliegend, zumeist bestehend aus grobklastischen terrigenen Molasse-Ablagerungen mit zwischengeschalteten latitischen, dazitischen und rhyolitischen Vulkaniten, Laven und Pyroklastiten; untergeordnet treten Schluffsteine, Tonsteine, Karbonate und Kohle auf (Abb. 29.5). Gegliedert wird das Ilfelder Rotliegend (vom Liegenden zum Hangenden) in die max. 550 m mächtige ® Ilfeld-Subgruppe (® Fuchsburg-Formation, ® Netzkater-Formation, ® Neustadt-Formation, ® Ilfelder Latit, ® Baumgarten-Formation, ® Sülzhayn-Formation, ® Rhyolithe von Bad Sachsa und Bad Lauterberg) und die max. 250 m erreichende ® Ellrich-Subgruppe (® Werna-Formation, ® Walkenried-Formation). Eine exakte stratigraphische Einstufung ist nur schwer möglich. Lediglich die pflanzenführenden Ton- und Siltsteine der ® Netzkater-Formation sowie radiometrische Datierungen an Rhyolithen belegen ein Unterrotliegend-Alter. Inwieweit die Liegendschichten (® Fuchsburg-Formation), wie zuweilen vermutet, noch dem ® Stefanium angehören und die Hangendbereiche des Ilfelder Rotliegend (® Walkenried-Formation) bereits ® Oberrotliegend repräsentieren, kann mit hinreichender Sicherheit nicht entschieden werden. Synonym: Ilfelder Permosilesium. /HZ/
Literatur: T. Kruckow (1952, 1953); W. Schriel (1954); V. Köcke (1960, 1963); W. Steiner (1964); G. Müller (1965); W. Steiner (1966); O. Wagenbreth (1969); W. Steiner (1974a); G. Müller (1981); J.W. Schneider (1982); G. Möbus (1985); J. Paul (1993a, 1999); H. Lützner et al. (1995); F. Büthe (1996); J. Paul et al. (1996); F. Büthe et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)

Ilfelder Schichten [Ilfeld Beds] ¾ ältere Bezeichnung für den unteren Abschnitt des ® Ilfelder Permosilesium, bestehend (vom Liegenden zum Hangenden) aus: Basis-Fanglomerat-Schichten (nach der neueren stratigraphischen Terminologie ® Fuchsburg-Formation), Kohleführende Schichten (® Netzkater-Formation), Sandstein-Konglomerat-Schichten (® Neustadt-Formation), Erguss des ® Ilfelder Latits und des ® Neustädter Latits, Schluffstein-Sandstein-Schichten (® Baumgarten-Formation), Erguss des ® Ilfelder Rhyodazits und seiner rhyolitischen Äquivalente, Konglomerat-Sandstein-Tuff-Schichten (® Sülzhayn-Formation). Synonym: Ilfeld-Subgruppe. /HZ/    
Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a); J Paul (1993a); H. Lützner et al. (1995); K. Wagner & J. Paul (1997); J. Paul et al. (1997); F. Büthe et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)

Ilfelder Senke ® Ilfelder Becken.

Ilfelder Steinkohlen-Revier [Ilfeld Coal District] ¾ bereits im 18. Jahrhundert betriebenes Steinkohlenrevier im Bereich des ® Ilfelder Beckens, in dem nach mehrmaligen Unterbrechungen auch im 20. Jahrhundert (zuletzt zwischen 1946-1950) noch Kohle abgebaut wurde. Die kohleführenden Schichten (ein bis zu 2 m mächtiges Flözintervall mit Brand- und Tonschiefern) liegen innerhalb der ® Netzkater-Formation des ® Stefanium C? bzw. ® Unterrotliegend?. Das Besucherbergwerk Rabensteiner Stollen vermittelt einen Einblick in den historischen Bergbau des Reviers. /HZ/  
Literatur: F. Leutwein & J. Rösler (1956); W. Steiner (1966a); O. Wagenbreth (1969); H. Lützner et al. (1995, 2003); M. Schwab (2008e)

Ilfelder Trog ® Ilfelder Becken.

Ilfeld-Neustadt: Melaphyr von ... ® Ilfelder Latit.

Ilfeld-Stieger-Mulde ® ehemals ausgeschiedene östliche Teilmulde der ® Südharz-Decke (Südharz-Mulde).

Ilfeld-Subgruppe [Ilfeld Subgroup] ¾ lithostatigraphische Einheit des ® Unterrotliegend (und ® Stefanium C?) im Bereich des ® Ilfelder Beckens, bestehend (vom Liegenden zum Hangenden) aus ® Fuchsburg-Formation, ® Netzkater-Formation, ® Neustadt-Formation, ® Baumgarten-Formation und ® Sülzhayn-Formation. Zwischengeschaltet zwischen Neustadt-Formation und Baumgarten-Formation sind ® Ilfelder Latit und ® Neustädter Latit; über der Baumgarten-Formation liegen im östlichen Beckenteil die ® Ilfelder Rhyodazite, im westlichen Beckenteil (Niedersachsen) der ® Bad Sachsa-Rhyolith sowie der ® Bad Lauterberger Rhyolith. Synonym: Ilfelder Schichten. /HZ/            Literatur: W. Steiner (1964, 1966a, 1974a); (1974a); J Paul (1993a); H. Lützner et al. (1995); J. Paul et al. (1997); J. Paul (1999); H. Lützner et al. (2003)

Illawarra-Event ® Illawarra-Umpolung.

Illawarra-Umkehrung ® Illawarra-Umpolung.

Illawarra-Umpolung [Illawarra Reversal] ¾ wichtige magnetostratigraphische Zeitmarke bei ± 265 Ma b.p., bedeutendstes Korrelationsniveau im mitteleuropäischen ® Rotliegend, das den Anschluss an die marinen Standardskalen des ® Perm (Position an der Grenze vom ® Wordium zum ® Capitanium) vermittelt. Im ® Oberrotliegend der ® Nordostdeutschen Senke wurde die Umpolung innerhalb der ® Parchim-Formation nachgewiesen, im ® Thüringer Wald unterhalb des ® Grenzkonglomerats der ® Eisenach-Formation. Ausgewiesen werden gelegentlich ein ® Prä-Illawarra-Rotliegend und ein ® Post-Illawarra-Rotliegend. Synonyme: Illawarra-Umkehrung; Illawarra-Event. 
Literatur: M. Menning (1986, 1987); M. Menning et al. (1988); M. Menning (1989, 1995a, 1995b); M. Menning et al. (2005a)

Illmersdorfer Rinne [Illmersdorf channel] ¾ annähernd Nord-Süd streichende quartäre Rinnenstruktur im nördlichen Abschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der tertiären Schichtenfolge bis in Teufen unterhalb des für den Braunkohlenbergbau bedeutsamen ® Zweiten Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /NT/           
Literatur: M. Kupetz et al. (1989)

Illyrium ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands bislang kaum verwendete Bezeichnung für eine Untereinheit im höheren Teil des ® Anisium (® Mitteltrias) der globalen Referenzskala für die Trias.

Ilmenau: Schiefergebirgsinsel von ... ® Ehrenberg-Scholle.

Ilmenauer Achse [Ilmenau magnetic axis] ¾annähernd NE-SW streichende magnetische Anomalie, die an der Südostflanke der ® Oberhofer Mulde die Verbreitung tiefpaläozoischer magnetitführender Gesteinsfolgen nachzeichnet, die mit lokalen Unterbrechungen als ® Vesser-Zone über den Bereich des ® Thüringer Waldes hinaus weit nach Südwesten (z.B. Kraischgau-Anomalie) und Nordosten (eventuell bis in die Westsudeten) zu verfolgen ist. /TW/
Literatur: P. Bankwitz et al. (1997)

Ilmenau-Folge ® Ilmenau-Formation.

Ilmenau-Formation [Ilmenau Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Unterrotliegend an den Flanken der ® Oberhofer Mulde (Abb. 33.1; Tab. 13) sowie (mit Äquivalenten) in derem südwestlichen Vorland, oberes Teilglied der ® Gehren-Subgruppe, bestehend aus einer etwa 600 m mächtigen Serie von bimodalen Vulkaniten (Rhyolithe, Basalte, Latite) und sedimentären Bildungen (Konglomerate, Sand- und Siltsteine, Schwarzpelite mit stromatolithischen Karbonaten, Tuff-, Tuffit- und Breccieneinschaltungen sowie Brocken-, Lapilli- und Aschentuffe); Gliederung im Typusgebiet bei Ilmenau in ® Lindenberg-Subformation im Liegenden und ® Kickelhahn-Subformation im Hangenden. An der Basis der Formation wird im ® Thüringer Wald häufig die Silesium/Perm-Grenze (Stefanium C/Unterrotliegend) gezogen. Diese Grenze markiert zugleich eine bedeutende Diskordanz (Denudationsfläche), unter der sowohl Teile des ® Ruhlaer Kristallins und des ® Thüringer Hauptgranits als auch ältereVulkanite und Sedimente der ® Möhrenbach-Formation und der ® Georgenthal-Formation nachgewiesen wurden. Synonyme: Ilmenau-Folge; Obere Gehrener Schichten (einschließlich Untere Manebacher Schichten). /TW/   
Literatur: D. Andreas (1971); D. Andreas et al. (1974); H. Lützner (1987); H. Lützner et al. (1995); D. Andreas et al. (1996); D. Andreas & J. Wunderlich (1998b); H. Lützner (2000); A. Zeh & H. Brätz (2000); T. Martens (2003); H. Lützner et al. (2003); M. Menning et al. (2005a); J.W. Schneider (2008)

Ilmenau-Gehrener Revier [Ilmenau-Gehren Mineral District] ¾ aufgelassener Lagerstättenbezirk der hydrothermalen Fluorit-Baryt-Mineralisation, insbesondere im Bereich des ® Floßberg-Ganges und des ® Stechberg-Ganges. /TW/ 
Literatur: N. Schröder (1969); H. Lützner et al. (2003); T. Martens (2003) 

Ilmenau-Langewiesen: Schiefergebirgsinsel von … ® Ehrenberg-Scholle.

Ilmenau-Wiehe: Schwereachse von ... [Ilmenau-Wiehe gravity axis] ¾  NE-SW bis NNE-SSW streichendes, das ® Thüringer Becken s.l. auf 75 km Länge zentral querendes schmales gravimetrisches Hochgebiet, das die Metamorphite der ® Mitteldeutschen Kristallinzone (hier dokumentiert durch die Gneise der ® Bohrung Roldisleben 1/62) im Schwerebild widerspiegelt. Im Gegensatz zu ähnlichen Anomalien des Thüringer Beckens s.l. besteht keine Parallelität zum Magnetfeld. /TB/    
Literatur: S. Grosse et al. (1990); W. Conrad (1965, 1996); H. Kästner & G. Seidel et al. (1996); W. Conrad et al. (1998); A. Zeh & J. Wunderlich (2003)   

Ilm-Graben ® Ilmtal-Graben.

Ilmtal-Graben [Ilmtal Graben] ¾ NW-SE streichende saxonische Grabenstruktur am Südwestrand der ® Bleicherode-Sömmerdaer Scholle mit Schichtenfolgen des ® Keuper als Grabenfüllung, flankiert von Serien des ® Oberen Muschelkalk (Lage siehe Abb. 32.3). Die Begrenzungsstörungen des Grabens sind allgemein als Abschiebungen, gebietsweise jedoch auch als Überschiebungen ausgebildet. Im Raum Ehringsdorf betragen die durchschnittlichen Absenkungsbeträge 100-130 m. Der Ilmtal-Graben liegt in der streichenden Verlängerung des ® Schlotheimer Grabens im Nordwesten und weist genetische Beziehungen zum ® Magdalaer Graben im Südosten auf. Synonyme: Ilmtal-Störung; Ilm-Graben; Wiemarer Graben pars. /TB/    
Literatur: H.R. Langguth (1959); J. Marcinek & B. Nitz (1973); G. Seidel (1974b); W. Steiner (1974); Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Seidel (1992); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); G. Seidel et al. (1998, 2002); G. Seidel (2003, 2004)

Ilmtal-Granit [Ilmtal Granite] ¾ syn- bis frühpostkinematischer variszischer Granit der ® Mitteldeutschen Kristallinzone, Teil des ® Thüringer Hauptgranits; am Südostrand der ® Oberhofer Mulde zutage tretend. /TW/  
Literatur: D. Andreas et al. (1996); M. Goll & H.J. Lippolt (2001)

Ilmtal-Magdala-Leutraer Störungszone ® zuweilen verwendeter Begriff für den zentralen Abschnitt der ® Schlotheim-Leuchtenburg-Störungszone.

Ilmtal-Sattel [Ilmtal Anticline] ¾ ältere Bezeichnung für eine sattelförmige Aufwölbung des ® Thüringer Hauptgranits im Ilmtal bei Manebach (® Manebacher Granit). /TW/  
Literatur: H. Weber (1955) 

Ilmtal-Sedimente [Ilmtal Sediments] ¾ bis max. 100 m mächtige Wechsellagerung von fluviatil-lakustrinen Sandsteinen und Siltsteinen, lokal mit geröllführender Arkose, Kalksteinen, Algenrasen, Onkoiden und schwarzen Siltsteinen, im Liegendabschnitt der ® Stechberg-Subformation (Teilglied der ® Möhrenbach-Formation) des ® Silesium (® Stefanium C) an der Südostflanke der ® Oberhofer Mulde (Abb. 33.1). Die Ilmtal-Sedimente enthalten eine bedeutsame Fisch- und Amphibien-Fauna des Stefanium (Fundpunkte Moosbach südlich Manebach und Silbergrund), die wichtig für die Grenzziehung Stefanium/Unterrotliegend im ® Thüringer Wald ist. Mit dem Nachweis von Branchierpeton saalensis und Apateon intermedius ist eine sichere Korrelation mit der ® Wettin-Subformation der nordöstlichen ® Saale-Senke möglich. /TW/   
Literatur: A. Arnhardt (1968, 1972); H. Lützner (1972); D. Andreas et al. (1974); R. Remy & W. Remy (1977); J. Wunderlich (1978); J.W. Schneider (1978); J.W. Schneider et al. (1982); T. Martens (1983a, 1983b); J.W. Schneider (1985); H. Haubold (1985); U. Gebhardt (1986, 1988a); R. Werneburg (1988d); J.H. Kerp & H. Haubold (1988); R. Werneburg (1989b); J.W. Schneider & R. Werneburg (1993); J.W. Schneider & J. Zajic (1994); H. Lützner et al. (1995); J.W. Schneider (1996); R. Werneburg (1996); D. Andreas et al. (1996); T. Martens (2003); H. Lützner et al. (2003); D. Andreas et al. (2005); M. Menning et al. (2005a)

Ilmtal-Störung ® Ilmtal-Graben.

Ilmtal-Suhler Granit ® alternative, jedoch heute nur noch selten verwendete Bezeichnung für ® Thüringer Hauptgranit.

Ilseder Bewegungen [Ilsede movements] ¾ Teilglied der oberkretazisch wirksam gewordenen ® subherzynischen Bewegungen, deren Auswirkungen im Zeitraum zwischen Coniacium und Mittel-Santonium insbesondere in den Randgebieten des Kreidebeckens deutlich wurden. Ergebnis sind Inversionserscheinungen mit der Bildung von Hochgebieten und die damit verbundene Anlage von Randtrögen in den Vorländern. Wichtige Zeitmarken stellen Erosionsdiskordanzen im Turonium/Coniacium-Grenzbereich sowie starke Vertiefungen der Randtröge im Coniacium dar. Darüber hinaus belegen lithofazielle Kriterien (basale Konglomerathorizonte, grobklastische Schüttungen) die tektonischen Aktivitäten. Lücken in der Sedimentabfolge des Cenomanium und Turonium werden als Vorläufer der Ilsede-Bewegungen gedeutet. Typusgebiet ist die ® Subherzyne Kreidemulde im Vorland der ® Harz-Schwelle (Abb. 28.4); zeitlich annähernd analoge Bewegungen werden auch in den Beckenrandgebieten im Vorland der ® Calvörder Scholle und der ® Lausitz-Riesengebirge-Scholle vermutet. Synonyme: Ilseder Phase; Ilseder Tektoevent./SH/        
Literatur: H. Stille (1924); E. Voigt (1963); K.-A. Tröger (1968); I. Diener (1968a); K.-A. Tröger (1995, 1996, 1998a, 2000a); T. Voigt et al. (2004)

Ilseder Phase ® Ilseder Bewegungen.

Ilseder Tektoevent ® Ilseder Bewegungen.

Ilsenburg 1: Bohrung ... [Ilsenburg 1 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Südwestrand der ® Subherzynen Kreidemulde, die ein Richtprofil in den grobklastischen, küstennah abgelagerten Einheiten der ® Ilsenburg-Formation des höheren Unter-Campanium aufschloss. Die Bohrung hat die Basis der Formation nicht erreicht. /SH/  
Literatur: T. Voigt et al. (2006)

Ilsenburger Entwicklung ® Ilsenburg-Formation.

Ilsenburg-Formation [Ilsenburg Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit der Oberkreide (höheres Unter-Campanium) im zentralen Südabschnitt der ® Subherzynen Kreidemulde zwischen Bad Harzburg-Ilsenburg-Wernigerode-Benzingerode im Südwesten und Osterwieck im Nordosten (Abb. 28.4; Tab. 29), bestehend aus einer randlich ca. 80-100 m, weiter nördlich (beckenzentral) vermutlich bis >600 m mächtigen Folge von sandigen, sehr kalkreichen hellgrauen bis weißlichgrauen schluffigen Mergelsteinen. Im Küstengebiet am Harzrand kommen Einschaltungen von bis 30 m mächtigen Trümmerkalken, Sandsteinen und Konglomeraten (mit Paläozoikum-, Trias- und Kreide-Geröllen) sowie von Olisthostrom-ähnlichen Bildungen vor. Örtlich, z.B. bei Wernigerode, ist eine winkeldiskordante Auflagerung auf Schichtenfolgen der ® Harz-Aufrichtungszone entwickelt. In Richtung auf die beckenzentraleren Bereiche im Norden gehen die gröberklastischen Ablagerungen in karbonatische Siltsteine sowie dichte offshore-Tonsteine über. An Fossilien kommen insbesondere in den sandigen Anteilen der Formation Belemniten, Echiniden, Bivalven, Bryozoen, Corallinaceen und Kieselschwämme vor, seltener auch Ammoniten und Brachiopoden. Synonyme: Ilsenburg-Schichten; Ilsenburger Entwicklung; Ilsenburgmergel; Quadratensenon; Quadratenschichten; Senonmergel. /SH/    
Literatur: S.v.Bubnoff et al. (1957); I. Diener & K.-A. Tröger. (1963); I. Diener (1966); S. Ott (1967); H. Ulbrich (1970, 1974); K.-A. Tröger (1995, 1996, 2000a); G. Patzelt (2000); T. Voigt et al. (2004); M. Hiss et al. (2005); T. Voigt et al. (2006); T. Voigt & K.-A. Tröger (2007d); W. Karpe (2008)

Ilsenburgmergel ® Ilsenburg-Formation.

Ilsenburg-Osterwiecker Keuper-Sattel ® Ilsenburg-Osterwiecker Sattel.

Ilsenburg-Osterwiecker Sattel [Ilsenburg-Osterwieck Anticline] ¾ annähernd Nord-Süd streichende, ein Teilgebiet der ehemals existierenden ® Eichsfeld-Altmark-Schwelle nachzeichnende unterkretazische Hebungsstruktur im Bereich der ® Subherzynen Kreidemulde, die im Hauterivium als Faziesscheide unterschiedlicher Ausbildungen fungierte und erst im Barremium überflutet wurde. Synonyme: Ilsenburg-Osterwiecker Keupersattel; Ilsenburg-Osterwiecker Triassattel. /SH/    
Literatur: I. Bach (1966); S. Ott (1967); K.-A. Tröger & M. Kurze (1996, 1980)

Ilsenburg-Osterwiecker Triassattel ® Ilsenburg-Osterwiecker Sattel.

Ilsenburg-Quarzit ® zuweilen verwendete Bezeichnung für die als Äquivalente des ® Acker-Bruchberg-Quarzits sowie des ® Gommern-Quarzits geltenden unterkarbonischen Quarzitvorkommen zwischen dem ® Ilsestein-Granit des ® Brocken-Massivs und der ® Harznordrand-Störung, regionales Teilglied der ® Kammquarzit-Formation.

Ilsenburg-Schichten ® Ilsenburg-Formation.

Ilse-Ost: Braunkohlentagebau ... [Ilse-Ost brown coal open cast] ¾ aufgelassener Braunkohlentagebau im Südabschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets östlich von Senftenberg, in dem die Braunkohlen des ® Zweiten Miozänen Flözkomplexes (® Welzow-Subformation des ® Langhium) abgebaut wurden. /LS/         
Literatur:  W. Nowel (1995b)

Ilsestein-Granit [Ilsestein Granite] ¾  NW-SE streichender variszisch-postkinematischer Granit am Nordrand des Harzes zwischen ® Mittelharz und ® Oberharz, nördliches Teilglied des ® Brocken-Massivs (Abb. 29.3), bestehend aus einem deutlich gangförmig intrudierten, kräftig rot gefärbten drusenreichen, teilweise aplitischen Syenogranit. Am Kontakt zum Harzburger Gabbronorit führt der Granit eckige Xenolithe des Basits. Der Ilsestein-Granit ist die jüngste und zugleich sauerste Intrusion innerhalb des ® Brocken-Massivs. Im Granit aufsitzende Rhyolithgänge werden als Vorläufer bzw. als direkte Vertreter des Rotliegend-Vulkanismus betrachtet. Charakteristische Merkmale des Granits sind granophyrische Verwachsungen zwischen Quarz und Orthoklas, ein häufiges Vorkommen von schwarzem Turmalin sowie zahlreiche 2-5 cm große Drusen mit Füllungen von Quarz, Orthoklas, Albit, Chlorit, Turmalin, Flussspat und anderen Mineralen. Zudem ist der Anteil an aplitischen Gesteinen (z.T. stockartige Aplitkörper) recht hoch. Nach geophysikalischen, insbesondere gravimetrischen Messergebnissen wird für den Ilsestein-Granit, wie für das gesamte Brocken-Massiv, eine lakkolithförmige Struktur postuliert, bestehend aus einer etwa 3,5 km mächtigen Granitplatte. Gelegentlich wird angenommen, dass ein Tiefenbruchsystem (® Arendsee-Tiefenbruch?) den Aufstieg der magmatischen Schmelzen aus der Unterkruste auslöste oder zumindest begünstigte. In diesem Sinne beständen regionale Beziehungen zum ebenfalls jungen, Rotliegend-Alter besitzenden verdeckten ® Flechtinger Granit im Bereich der ® Flechtingen-Roßlauer Scholle. Synonym: Ilsesteingranit-Komplex. /HZ/
Literatur: W. Schriel (1954), H. Moenke (1960); R. Seim (1963); S.M. Chrobok (1963, 1965); G. Möbus (1966); H.U. Thieke (1969); R. Benek et al. (1973); G. Fiebig (1990); K. Mohr (1993); G. Jentzsch & D. Jahr (1995); C. Hinze et al. (1998); M. Schwab (2008a)

Ilsesteingranit-Komplex ® Ilsestein-Granit.

Ilten-Member ® Ilten-Subformation.

Ilten-Subformation [Ilten Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Maastrichtium, oberes Teilglied der ® Nennhausen-Formation (Tab. 29), bestehend aus einer >30 m mächtigen Serie von groben Konglomeraten, fossilreichen arenitischen Bryozoen-Kalksteinen und plattigen Mergelsteinen, aufgeschlossen in der ® Bohrung Nennhausen 2/63 im Teufenbereich von 586,8 m bis ca. 640 m (Profilabschnitte B und C). Typusgebiet ist der Lehrter Salzdiapir bei Hannover (Niedersachsen). Synonym: Ilten-Member. /NS/    
Literatur: H. Ahrens et al. (1965); W. Haller (1965); Y. Kiesel & E. Trümper (1965); W. Krutzsch (1965, 1966a); I. Diener (1966, 1967, 1968a); I. Diener & D. Lotsch (1968); I. Diener & K.-A. Tröger (1976); U. Kienel (1994); B. Niebuhr (1995); M.-G. Schulz & B. Niebuhr (2000); I. Diener et al. (2004b); B. Niebuhr (2006c, 2007d); W. Karpe (2008)

Immelborn: Minimum der Bouguer-Schwere ... [Immelborn gravity minimum] ¾  NE-SW gerichtetes lokales Schwereminimum im Bereich der ® Salzungen-Schleusinger Scholle mit Werten bis −28 mGal, dessen Ursachen in einem spätvariszischen granitischen Tiefenkörper vermutet werden; Teilglied des überregionalen ® Thüringisch-Fränkischen Schwereminimums. /SF/     
Literatur: W. Conrad (1996); W. Conrad et al. (1998)

Immenrode 4/52: Bohrung ... [Immenrode 4/52 well] ¾ Untertage-Bohrung im Nordwestabschnitt des ® Thüringer Beckens s.l. (Bl. Schernberg), in der unter ® permotriassischem Tafeldeckgebirge im Liegenden des ® Zechstein-Konglomerats eine 19 m mächtige Serie von rotfarbenen klastischen Gesteinen des ® Permosilesium angetroffen wurde. Dieses Bohrergebnis wird sowohl als Beleg für eine Verbindung zwischen dem ® Ilfelder Becken und dem ® Mühlhäuser Becken betrachtet als auch als Hinweis auf eine nordwestwärtige Ausbuchtung der ® Saalesenke interpretiert. Nach der Schwermineralgesellschaft sollen andererseits Beziehungen zum ® Kyffhäuser-Permosilesium bestehen. Das Liegende bildet eine nicht durchteufte 11,9 m mächtige Serie feinsandiger phyllitischer Tonschiefer von graugrüner Farbe und mit intensiver sekundärer Rötung, die dem variszisch deformierten ® Ordovizium der ® Nördlichen Phyllitzone zugeordnet werden. /TB/   
Literatur: G. Ludwig (1955); J. Dockter et al. (1964); W. Steiner & P.G. Brosin (1974); J. Dockter & A. Steinmüller et al. (1993); H. Lützner et al. (1995); J. Paul (1999); B.-C. Ehling et al. (2008a)

Indus ® Brahmanium

Indus ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands zuweilen angewendete alternative Schreibweise von ® Indusium.

Indusium ® Brahmanium.

inflexus-Schichten ® in der Literatur zur ostdeutschen Unterkreide zuweilen im Sinne einer biostratigraphischen Einheit verwendete Bezeichnung für Ablagerungen des Ober-Aptium.

Injektionsgneis ® Bezeichnung für einen Gneistyp des Erzgebirgskristallins, der dem sog. ® Flammengneis annähernd gleicht, wobei die lagen- oder linsenförmigen Quarz-Feldspat-Mobilisate mit magmatisch-körnigem Gefüge als Injektionen granitischer Schmelzen gedeutet werden. Es handelt sich bei diesen Bildungen um Produkte einer partiellen Aufschmelzung des Gesteins.

Innerlausitzer Hauptverwerfung ® Innerlausitzer Störung.

Innerlausitzer Störung [Inter-Lusatian Fault] ¾ NW-SE streichende alt angelegte und saxonisch reaktivierte Bruchstruktur im Nordostabschnitt der ® Lausitzer Scholle, die die nur gering deformierten Schichtenfolgen der neoproterozoischen ® Lausitz-Hauptgruppe sowie den ® Lausitzer Granodioritkomplex im Südwesten (Stabilgebiet) von dem variszisch intensiv dislozierten Paläozoikum des ® Görlitzer Synklinoriums (Mobilgebiet) im Nordosten trennt (Lage siehe Abb. 40.1). Die Störung ist in ihrem Streichen mehrfach aufgespalten und quer zum Streichen wiederholt versetzt. Verwurfsbeträge werden mit 800-1000 m angegeben. Im Bereich der Störung ist der variszisch-postkinematische ® Königshainer Granit intrudiert. Weiterhin sind spät- bis postvariszische Bruchbewegungen und Gangmineralisationen kennzeichnend. Zuweilen wird die Innerlausitzer Störung als Südwestbegrenzung der ® Saxothuringischen Zone interpretiert. Synonyme: Innerlausitzer Hauptverwerfung; Innersudetische Hauptverwerfung pars. /LS/   
Literatur: K. Pietzsch (1951, 1956, 1962); H. Brause & G. Hirschmann (1964); G. Möbus (1964); G. Möbus & W. Lindert (1967); G. Hirschmann & H. Brause (1969); H. Brause (1969); Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); G. Hirschmann (1999); U. Linnemann & M. Schauer (1999); J. Krentz et al. (2000); J. Krentz (2001); M. Göthel (2001)

Innersudetische Hauptverwerfung ® Innerlausitzer Störung pars.

Inselsberg-Porphyr ® Inselsberg-Rhyolith.

Inselsberg-Quarzporphyr ® Inselsberg-Rhyolith.

Inselsberg-Rhyolith [Inselsberg rhyolite] ¾ intrusiver Rhyolith im Grenzbereich von ® Goldlauter-Formation und ® Oberhof-Formation des ® Unterrotliegend am Südrand der ® Wintersteiner Scholle (® Blockfuge von Friedrichroda-Rotterode); entspricht petrographisch und stratigraphisch dem ® Heuberg-Rhyolith. Synonyme: Inselsberg-Quarzporphyr ; Inselsberg-Porphyr. /TW/
Literatur: H. Weber (1955); D. Andreas et al. (1974); H. Lützner et al. (1995); D. Andreas et al. (1996, 1998); T. Martens (2003); H. Lützner et al. (2003)

Inselsberg-Störung [Inselsberg Fault] ¾ annähernd W-E streichende Störung, die die permosilesischen Einheiten der ® Winterberger Scholle im Norden von den präsilesischen Einheiten des ® Brotteröder Migmatitgebiets im Süden trennt. /TW/    
Literatur: H. Weber (1955); H. Lützner et al. (1995); D. Andreas et al. (1996, 1998); H.-J. Franzke et al. (2001)

Inselsberg-Störung [Inselsberg Fault] ¾ WSW-ESE streichende, durch Nord-Süd-Brüche gegliederte Störung am Nordrand des ® Brotteröder Migmatitgebiets (Ostabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins) gegen das Permosilesium der Wintersteiner Scholle im Norden. /TW/ Literatur: W. Neumann (1972); H.-J. Franzke et al. (1991); J. Wunderlich et al. (1997)

Inselswasser-Sattel [Inselswasser Anticline] ¾ als NE-SW streichende Antiklinale im Bereich des ® Brotteröder Migmatitgebiets (Ostabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins) interpretierte Struktur. /TW/ Literatur: W. Neumann (1964, 1972, 1974a)

Interglazial I ® Holstein-Warmzeit.

Interglazial II ® Eem-Warmzeit.

Interne Phyllitzone [Internal Phyllite Zone] ¾ informelle Bezeichnung für im Nordwestabschnitt der ® Halle-Wittenberg-Scholle in Bohrungen (® Oranienbaum 1/70 u.a.) nachgewiesene Zone anchimetamorphe bis phyllitische Tonschiefer, Schluffschiefer und Grauwacken, die ihre Position inmitten der höhermetamorphen Gesteinsserien der ® Mitteldeutschen Kristallinzone besitzen. Regional begrenztes Pendant zur ® Nördlichen Phyllitzone und ® Südlichen Phyllitzone. /HW/  
Literatur: P. Bankwitz et al. (2001a)

intra-Karnische Diskordanz [intra-Carnian discordance] ¾  Diskordanzfläche im tieferen Teil des ® Karnium zwischen ® Grabfeld-Formation (ehemals:Unterer Gipskeuper) im Liegenden und ® Stuttgart-Formation (ehemals: Schilfsandstein) im Hangenden.
Literatur: E. Nitsch et al. (2005)

Involutus-Sandstein [Involutus Sandstone] ¾ informelle, nach dem Vorkommen von Volviceramus involutus benannte informelle lithostratigraphische Einheit der ® Oberkreide (Mittel-Coniacium) im Range einer Subformation im Südostabschnitt der ® Subherzynen Kreidemulde, Teilglied der ® Halberstadt-Formation (Abb. 28.4; Tab. 29), bestehend aus einer ca. 50 m, max. bis 150 m mächtigen zyklisch aufgebauten Folge von mittel- bis grobkörnigen, teilweise vor allem im hangenden Teil auch konglomeratischen graugelben Sandsteinen, unter anderem mit Phosphorit- und Karbonatgeröllen aus dem ® Cenomanium und ® Turonium. Der Sandstein bildet die morphologisch markante Umrandung der ® Halberstädter Mulde sowie einen Härtling innerhalb der ® Harz-Aufrichtungszone (z.B. Gegensteine bei Ballenstedt). Synonym: Mittelquader. /SH/    
Literatur: K. Heimlich (1956); H.J. Mettchen et al. (1963); I. Diener & K.-A. Tröger. (1963); I. Diener (1966); K.-A. Tröger (1966); S. Ott (1967); R.N. Tiwari & R.N. Roy (1974); K.-A. Tröger & M. Kurze (1980); K.-A. Tröger (1995, 1996, 2001a); M. Hiss et al. (2005); T. Voigt et al. (2006); T. Voigt & K.-A. Tröger (2007d); W. Karpe (2008)

Involutus-Schichten ® in der Literatur zur ostdeutschen Oberkreide häufig im Sinne einer biostratigraphischen Einheit verwendete Bezeichnung für Ablagerungen des Mittel-Coniacium mit Vorkommen von Volviceramus (früher: Inoceramus) involutus. Im Bereich der ® Subherzynen Kreidemulde wurde der Begriff ehemals als Synonym von ® Halberstadt-Formation verwendet.

Irfersgrüner Störung [Irfersgrün Fault] ¾  NE-SW streichende und nach Nordwesten einfallende Störung am Nordostrand des ® Kirchberger Granits, die in ihrem Nordostabschnitt das ® Wildenfelser Zwischengebirge quert; Südostfortsetzung der ® Härtensdorfer Störung. /VS/
Literatur: H.-J. Berger et al. (1992) 

Irrganger Störung [Irrgang Fault] ¾  NW-SE streichende, nach Südwesten einfallende Bruchstörung im Südwestabschnitt der ® Westerzgebirgischen Querzone östlich des ® Eibenstock-Nejdek-Granitmassivs im Einflussbereich der überregionalen Gera-Jáchymov-Zone (Abb. 36.4); bildet die Ostbegrenzung des ® Lagerstättenreviers Johanngeorgenstadt. Synonym: Irrganger Zug. /EG/     Literatur: C. Heret (1993); L. Baumann et al. (2000); E. Kuschka (2002)

Irrganger Zug ® Irrganger Störung.

Itz-Senke [Itz Basin] ¾ NW-SE streichende, von ® permotriassischem Tafeldeckgebirge größtenteils überlagerte ® permosilesische Senkungsstruktur im Südostabschnitt der ® Südthüringisch-Fränkischen Scholle, nordöstliches Teilglied der ® Fränkischen Senkenzone; im Nordosten begrenzt durch die ® Schleusingen-Schalkauer Hochlage, nach Nordwesten Verbindung zum Nordostabschnitt der ® Main-Senke. Vorherrschend sedimentäre Füllung.           
Literatur: Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)

Ivorium [Ivorian] ¾ obere chronostratigraphische Einheit des ® Tournaisium der mitteleuropäischen (belgischen) Referenzskala (Tab. 11) im Range einer Unterstufe (Substufe) mit einem Zeitumfang von ca. 6 Ma (~348 Ma –342 Ma b.p.); entspricht etwa dem ® Ober-Tournaisium (Tn3) der traditionellen Karbongliederung. Der Begriff wird in der Literatur zum ostdeutschen Karbon bislang nur selten verwendet, und dann zumeist in der englischsprachigen Version.     Literatur: M. Menning et al. (1996); R.H. Wagner & C.F. Winkler Prins (1997); M. Menning et al. (1997, 2000); D. Weyer et al.(2002); D. Weyer & M. Menning (2006); M. Menning et al. (2006)