Jáchymov-Gruppe
® in
der Literatur oft verwendete tschechische Ortsbezeichnung für ® Joachimsthal-Gruppe.
Jáchymovská-Serie
® Joachimsthal-Gruppe.
Jáchymov-Zone ® Gera-Jáchymov-Zone.
Jägerhaus-Porphyr ®
Jägerhaus-Rhyolith.
Jägerhaus-Quarzporphyr ® Jägerhaus-Rhyolith.
Jägerhaus-Rhyolith [Jägerhaus
rhyolite] ¾
massiver, nahezu texturloser Rhyolith mit Mächtigkeiten bis >100 m im
unteren Abschnitt der ® Oberhof-Formation des ® Unterrotliegend im
Bereich der ®
Oberhofer Mulde (insbesondere West- und Südwestrand der ® Ruppberg-Mulde).
Synonyme: Jägerhaus-Porphyr; Jägerhaus-Quarzporphyr. /TW/
Literatur: H. Weber (1955); G. Patzelt (1970); F. Enderlein & J. Mädler
(1971); D. Andreas et al.
(1974); J. Meister (1988); D. Andreas et
al. (1996, 1998); T. Martens (2003); H.
Lützner et al. (2003)
Jahmen-Rinne
[Jahmen channel] ¾ im Rahmen der
Braunkohlenerkundung nachgewiesene SSW-NNE bis S-N verlaufende tertiäre
Rinnenstruktur im Südabschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets südlich des ® Lausitzer
Hauptabbruchs zwischen Hoyerswerda und Niesky, die sich talförmig in den präkänozoischen
Untergrund eingeschnitten hat. Die Anlage der Rinne wird im ® Chattium
(Oberoligozän) vermutet, als Rinnenfüllung werden Ablagerungen der höhere ®
Cottbus-Formation angenommen. /LS/
Literatur: M. Göthel
(2004)
Jahnsbacher Folge ® Jahnsbach-Formation.
Jahnsbach-Formation [Jahnsbach Formation]
¾
als lithostratigraphische Kartierungseinheit des ® ?höheren Kambrium bis ®
tieferen Ordovizium ausgeschiedene metamorphe Gesteinsabfolge im Bereich der ®
Erzgebirgs-Nordrandzone, Teilglied der ® Thum-Gruppe
(Tab. 5), bestehend aus einer durchschnittlich 500 m mächtigen Serie
von variszisch deformierten quarzitstreifigen
Phylliten mit Einlagerungen von Quarzitschiefern und Quarziten sowie örtlich auftretenden
Metaextrusiva. Auf der Grundlage unterschiedlicher Leithorizonte wird die
Formation (vom Liegenden zum Hangenden) in ® Henneholz-Subformation, ®
Jahns-Bach-Subformation und ® Rabenholz-Subformation untergliedert. Nach dem gegenwärtigen Modell der tektonostratigraphischen
Gliederung des Erzgebirgskristallins gehört die Jahnsbach-Formation dem Deckenkomplex
der ®
Erzgebirgs-Granat-Phyllit-Einheit an. Synonym: Jahnsbacher Folge. /EG/
Literatur: E.
Geissler (1983); D. Leonhardt et al. (1997, 1998); H.-J.
Berger (2001); K. Hoth et
al. (2002b); H.-J. Berger &
D. Leonhardt (2008)
Jahnsbach-Marbacher Störung ® Marbacher Störung.
Jahns-Bach-Schichten
® Jahns-Bach-Subformation.
Jahns-Bach-Subformation
[Jahns-Bach Member] ¾ als lithostratigraphische Kartierungseinheit des ® ?höheren Kambrium bis ® tieferen Ordovizium ausgeschiedene metamorphe Gesteinsabfolge
im Bereich der ® Erzgebirgs-Nordrandzone, mittleres Teilglied der
® Jahnsbach-Formation, bestehend aus einer ca. 300 m mächtigen
Serie von grüngrauen bis mittelgrauen und bläulichgrauen,
teilweise auch schwarzgrauen, einzelne kleine Quarzitschieferlinsen führenden
tonigen Phylliten. Synonym: Jahns-Bach-Schichten. /EG
Literatur: E. Geissler (1983); D. Leonhardt et al.
(1997); H.-J. Berger & D. Leonhardt (2008)
Jahrstedt: Salzstock ... [Jahrstedt
salt stock] ¾ Nord-Süd
gestreckter Salzstock am Westrand der ® Calvörder Scholle, südliches Endglied der ® Ristedt-Jahrstedter Strukturzone
(Abb. 26), durchspießt die Schichtenfolgen der ® Trias (teilweise auch des
®
Lias) und streicht in einer Teufe von etwa 300-500 m unter ®
känozoischen Hüllsedimenten aus. Die
Randsenke des Salzstocks enthält ein isoliertes Profil von Sedimenten des ® Maastrichtium
(Abb. 22)./CA/
Literatur:
G. Martiklos et al. (2001); L. Stottmeister et al. (2008)
Jahrstedt-Steimker Endmoräne [Jahrstedt-Steimke
end moraine] ¾
NW-SE orientierter, weitgehend erodierter Endmoränenzug des ®
Drenthe-Stadiums (Drenthe 2) des ® Saale-Hochglazials (® Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän) im Bereich des nordwestlichen Endes der ®
Scholle von Calvörde (Sachsen-Anhalt). Die Stauchendmoräne besteht aus mindestens
vier Schuppen. In die Verschuppung sind hauptdrenthezeitliche und
elsterzeitliche Sedimente einbezogen worden, wobei an der Basis auch
Tonschollen des ®
Oligozän vorkommen. /CA/
Literatur:
L. Stottmeister (2000)
Jakobsdorf-Pillgram-Booßener Rinne [Jakobsdorf-Pillgram-Booßen channel] ¾ NE-SW streichende quartäre Rinnenstruktur im
Nordabschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets (Raum westlich Frankfurt/Oder), in der durch
wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse
während der beginnenden Zerfallsphase des ersten Eisvorstoßes der
mittelpleistozänen ®
Elster-Kaltzeit Sedimentfolgen des unterlagernden ® Tertiär gebietsweise
vollständig ausgeräumt wurden und Ablagerungen der ® Kreide die Oberfläche des
Präquartär bilden. Durch die Bohrungen Pillgram und Booßen konnten
Mächtigkeiten der quartären Rinnenfüllung bis zu 260 m nachgewiesen
werden. Die maximale Eintiefung erfolgte bis unter –200 m NN. /NT/
Literatur:
L. Lippstreu (2000); L. Lippstreu et
al. (2007)
Jakobsdorf-Pillgram-Booßener Rinne [Jakobsdorf-Pillgram-Booßen channel] ¾ NE-SW treichende quartäre Rinnenstruktur im
Gebiet von Ostbrandenburg westlich Frankfurt/Oder, in der die Schichtenfolgen
des ®
Tertiär vollständig ausgeräumt wurden und Ablagerungen der ®
Kreide die Oberfläche des Präquartär bilden. /NT/
Literatur:
L. Lippstreu (2000)
Jamesoni-Schichten
®
auf der Ammonoideen-Chronologie
basierende informelle stratigraphische Einheit des ® Lias, die auch
in Juraprofilen Ostdeutschlands gelegentlich ausgehalten wurde, gegliedert in
Untere und Obere Jamesoni-Schichten; entspricht einem Teilglied des ® Pliensbachium
(tiefes Carix) der internationalen stratigraphischen Referenzskala. Namengebendes
Leitfossil ist die Ammonoideen-Art Uptonia
jamesoni. Synonym: Lias γ1 + tiefes Lias γ2.
Jänickendorf:
Struktur ... [Jänickendorf Structure] ¾ NE-SW orientierte Salinarstruktur des ® Zechstein im Südostteil des ® Prignitz-Lausitzer Walls. /NS/
Literatur: G.
Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)
Jänschwalde: Braunkohlentagebau ... [Jänschwalde brown coal open-cast]
¾
weitgehend aufgelassener, in Teilbereichen jedoch noch weitergeführter (Abbau
vorgesehen bis etwa zum Jahr 2020) Braunkohlentagebau im Nordostabschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets östlich Cottbus (Lage siehe Abb. 23.6), in
dem seit 1975 die Braunkohlen des ® Zweiten Miozänen Flözkomplexes (® Welzow-Subformation des ®
Langhium) abgebaut werden. Der Tagebau und sein Umland sind eines der
Schlüsselgebiete für die Gliederung der Ablagerungen des mittelpleistozänen ® Saale-Komplexes
in Brandenburg. /NT/
Literatur: D. Hellwig
(1975); W. Nowel & A.G. Cepek (1988); A.G. Cepek & W. Nowel (1991); L.
Lippstreu et al. (1994a, 1994b); K. Erd
(1994); A.G. Cepek et al. (1994); L. Eissmann (1994c); W. Nowel
(1995b); C. Drebenstedt (1998); W. Nowel (2003); L.
Lippstreu (2004); J. Strahl (2004c); R.
Hyka (2007)
Jänschwalder
Störung [Jänschwalde Fault] ¾ NW-SE streichende saxonische Störung im
Südostabschnitt der ® Mittenwalder Scholle; im ® Känozoikum weiterhin aktiv. /NS/
Literatur: M. Göthel & K. Grunert (1993, 1996)
Jaramillo-Event ® etwa 1000 Jahre altes normal magnetisiertes Polarisationsereignis, Teilglied der Matuyama-Epoche, das in der ostdeutschen Quartärliteratur stratigraphisch unterschiedlich sowohl dem ® Cromer-Komplex als auch dem unterlagernden ® Bavel-Komplex zugewiesen wird.
Jasmund: Schwereminusachse von ... [Jasmund negative gravity axis]
¾ NW-SE streichende lokale Schwereminusachse im
Nordabschnitt der ®
Mittelrügen-Scholle, die der ® Nordjasmunder Störung bis ins östlich an Rügen angrenzende
Seegebiet folgt. /NS/
Literatur:
W. Conrad et al. (1994); W. Conrad (1996)
Jasmund-Schichten
[Jasmund
Beds]
¾
informelle lithostratigraphische Einheit des ® Silesium ( ® Westfalium C),
nachgewiesen in Bohrungen auf Rügen-Hiddensee sowie im Festlandsbereich von
Vorpommern, oberes Teilglied der ® Nordrügen-Subgruppe (Tab. 13), bestehend aus einer wechselnd mächtigen limnisch-fluviatilen
Siltstein-Tonstein-Wechsellagerung, die in ihrem unteren Abschnitt (® Untere Jasmund-Schichten)
vorherrschend grau, in ihrem oberen Abschnitt (® Obere Jasmund-Schichten) dagegen – mit
allmählichen Übergängen – hauptsächlich rot gefärbt ist. Synonyme: Jasmunder
Schichten; Rot-Grau-Übergangsfolge. /NS/
Literatur: G. Hirschmann et al. (1975); H. Döring (1975); K.
Schmidt & D. Franke (1977); P. Krull (1981); K. Hoth et
al. (1990); D. Franke (1990); K. Hoth et
al. (1993a, 1993b); W. Lindert (1994);
H.-J. Piske et al. (1994); W. Lindert
& N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al.
(2005);
J.W. Schneider (2008)
Jasmund-Schichten: Obere ... [Upper Jasmund Beds]
¾ informelle lithostratigraphische Einheit des ®
Silesium ( ®
Westfalium C), nachgewiesen in Bohrungen auf Rügen-Hiddensee sowie im
Festlandsbereich von Vorpommern, bestehend aus einer 135-185 m (randnah
auf Rügen) bzw. 260-300 m, max. auch 400 m (randferner auf dem
Festland) mächtigen überwiegend rotfarbenen pelitbetonten Wechsellagerung
limnisch-fluviatiler Tonsteine und Siltsteine mit einzelnen
Sandsteinzwischenschaltungen. Synonyme: Rot-Grau-Übergangsfolge pars. /NS/
Literatur: G. Hirschmann et al. (1975); K. Schmidt & D.
Franke (1977); P. Krull (1981); K. Hoth
et al. (1990); D. Franke (1990);
K. Hoth et al. (1993a, 1993b); W. Lindert
(1994); H.-J. Piske et al. (1994); W.
Lindert & N. Hoffmann (2004); K. Hoth et al. (2005)
Jasmund-Schichten: Untere ... [Lower Jasmund Beds]
¾ informelle lithostratigraphische Einheit des ®
Silesium ( ®
Westfalium C), nachgewiesen in Bohrungen auf Rügen-Hiddensee sowie im
Festlandsbereich von Vorpommern, bestehend aus einer 100-180 m (randnah
auf Rügen) bzw. 200-275 m, (randferner auf dem Festland) mächtigen
überwiegend graufarbenen pelitbetonten limnisch-fluviatilen
Siltstein-Tonstein-Wechsellagerung mit wechselnd häufigen Sandsteineinlagerungen
sowie vereinzelten Flözvorkommen. Lokal treten tuffitische Tonsteinlagen auf.
Die Basis der Unteren Jasmund-Schichten bildet der für die biostratigraphische
Einstufung sowie für Korrelationszwecke bedeutsame ® Ägir-Horizont. Synonyme:
Rot-Grau-Übergangsfolge pars. /NS/
Literatur: G. Hirschmann et al. (1975); H. Döring (1975); K. Schmidt & D. Franke (1977); P. Krull (1981); K. Hoth et al. (1990); D. Franke (1990); K. Hoth et al. (1993a,
1993b); W. Lindert (1994); H.-J. Piske et
al. (1994); W. Lindert & N. Hoffmann
(2004); K. Hoth et al.
(2005)
Jasmund-Schweretief [Jasmund gravity low]
¾ NW-SE streichendes Schweretiefgebiet am
Nordrand der ®
Nordostdeutschen Senke nordöstlich des ® Rügener Schwerehochs mit
Tiefstwerten von <−10 mGal
(Abb. 25.18). /NS/
Literatur:
W. Conrad et al. (1994); W. Conrad (1996); G. Katzung (2004e)
Jasmund-Störung ® Nordjasmund Störung.
Jatznicker Endmoränenbogen [Jatznick end moraine bend]
¾
unvollständiger nordgerichteter Endmoränenbogen der ® Rosenthaler Randlage der ® Mecklenburg-Phase
des ®
Weichsel-Hochglazials der mittelpleistozänen ® Weichsel-Kaltzeit im
südöstlichen Mecklenburg-Vorpommern nördlich von Pasewalk. In die
schuppenartige Struktur sind neben älterem pleistozänen Material auch Sedimentärschollen
des ®
Tertiär (oligozäner Rupelton) einbezogen worden. /NT/
Literatur:
W. Schulz (1965); J. Marcinek & B. Nitz (1973)
Jauerner Teilmulde [Jauern
Subbasin] ¾
NE-SW streichende saxonische
Synklinalstruktur, die die ® Zeitz-Schmöllner Mulde annähernd orthogonal quert; die
Teilmulde wird durch den ® Gleinaer Sattel von der weiter südöstlich gelegenen ®
Großstöbnitzer Teilmulde getrennt. /TB/
Literatur:
W. Glässer
& G. Seidel (1995)
Jeetze: Eem-Vorkommen von ... [Jeetze
Eemian] ¾
in der Biese-Niederung der ® Altmark (Sachsen-Anhalt) nachgewiesenes Vorkommen von
Ablagerungen der ®
Eem-Warmzeit des ®
Oberpleistozän, aufgebaut aus einer geringmächtigen Moorerde, die in einen
grüngauen kalkigen Schluff übergeht. Während des Klimaoptimums wurde ein Seemergel
sedimentiert. Gegen Ende der Warmzeit verlandete der See mit Moorerden, Torfen
und Sanden. Die Schichten enthalten zahlreiche Ostracoden und eine artenarme
Makrofossilfauna. /NT/
Literatur:
L. Stottmeister & B.v.Poblozki (1999)
Jeetze-Dumme-Platte [Jeetze-Dumme Plate]
¾ lehmige
Grundmoränenplatte des mittelpleistozänen ® Altmoränengebietes im
Bereich der ®
Altmark mit flachwelligem Relief (Höhen kaum über 50 m) und genereller
Abdachung nach Nordosten. /NT/
Literatur:
L. Stottmeister et al. (2008)
Jemmeritz-Burgstaller Kreidemulde [Jemmeritz-Burgstall Cretaceous Syncline] ¾ NW-SE streichende saxonische
Synklinalstruktur am Südrand der ® Altmark-Senke zwischen ® Kakerbeck-Mahlpfuhler
Strukturzone im Nordosten und ® Gardeleger Störung im Südwesten; mit Schichtenfolgen
der ®
Oberkreide als Muldentiefstem. /NS/
Literatur:
F. Eberhardt et al. (1964); F. Eberhardt (1969); W. Knoth et al. (2000);
G. Martiklos et al. (2001)
Jemmeritz-Burgstall-Mulde
[Jemmeritz-Burgstall Syncline] ¾ NW-SE streichende Synklinalstruktur im Bereich
der ® Altmark-Fläming-Scholle zwischen ® Burg-Theeßen-Strukturzone im Südwesten und ® Kakerbeck-Schmerwitz-Strukturzone im Nordosten.
/NS/
Literatur: Geologie-Standard TGL
34331/01 (1983); G. Lange et al. (1990); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)
Jena Z 104/62: Bohrung ... [Jena Z 104/62 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im
Ostabschnitt der ® Bleicherode-Stadtrodaer Scholle
(Abb. 32.4), in der unter ® permotriassischem Tafeldeckgebirge die
permosilesische ® Schwarzburg-Jena-Leipziger Schwelle nachgewiesen
wurde. Im Teufenbereich von 1136,75-1149,30 m traf die Bohrung variszisch
deformierte schwarzgraue bis graugrüne, teilweise feinquarzitische
phyllitische Tonschiefer an, die als Äquivalente der ?tiefordovizischen ®
Goldisthal-Formation des ® Schwarzburger Antiklinoriums bzw. der
neoproterozoischen ®
Leipzig-Gruppe betrachtet werden. Ähnliche Verhältnisse (deformierte
Tonschiefer, Phyllite, Grauwacken, Grauwackenschiefer, Quarzitschiefer) wurden
auch in den Bohrungen Jena Z 101/62, Jena Z 102/62, Jena
Z 105/62, Jena Z 107/63, Jena Z 108/63, Jena Z 109/63, Jena
Z 110/62, Jena Z 111/63, Jena Z 112/63 und Jena Z 113/63
angetroffen. /TB/
Literatur: H.-J. Behr
(1966); G. Burmann (1969, 1972);
W. Steiner & P.G. Brosin (1974); K.
Wucher (1974); G. Seidel & A. Steinmüller et al. (1993); A. Steinmüller et al. (1994); H.-J. Berger
et al. (1999); J. Wunderlich (2000); J.
Wunderlich & A. Zeh (2001b); J. Wunderlich
(2003); F. Falk & K. Wucher (2003a)
Jenaer Hochlage [Jena
Elevation] ¾ NE-SW
streichende permosilesische Hebungstruktur in der nordöstlichen Verlängerung
der ®
Schwarzburger Hochlage, mittleres Teilglied der ® Südthüringisch-Nordsächsischen
Hochlagenzone bzw. der ® Schwarzburg-Jena-Leipziger Schwelle; SOstbegrenzung der
®
Saale-Senke, teilweise entlang der ® Apoldaer Störungszone verlaufend. Auflagerung des NW-SE
streichenden ®
Rudolstädter Beckens. Im tieferen ® Zechstein Untiefenregion mit Bildung von Riffkarbonaten
(®
Werra-Riff). Insgesamt von ® permotriassischem Tafeldeckgebirge des ®
Thüringer Beckens s.l. überlagert.
/TB/
Literatur: Geologie-Standard TGL 34331/01 (1983); G.
Katzung & G. Ehmke/Hrsg.
(1993)
Jenaer
Scholle [Jena Block] ¾ saxonische Scholleneinheit im
Südostabschnitt des ® Thüringer Beckens s.l., zentrales Teilglied der überregionalen ®
Bleicherode-Stadtrodaer Scholle, abgegrenzt im Nordwesten gegen die ®
Bleicherode-Sömmerdaer Scholle durch die ® Apoldaer Störungszone, im Nordosten gegen
die ® Hermundurische
Scholle durch die ® Finne-Störungszone, im Südosten gegen die ®
Münchenbernsdorfer Scholle durch die ® Stadtrodaer Störungszone sowie die ®
Ruttersdorf-Weißenborner Störungszone und im Südwesten gegen die ®
Mühlhausen-Orlamünder Scholle durch die ® Ilmtal-Magdala-Leutraer Störungszone. Aufgebaut
wird die Scholle im zutage tretenden Bereich insbesondere von Schichtenfolgen
des ® Muschelkalk.
/TB/
Literatur: G. Seidel
et al. (2002); G. Seidel (2003,
2004)
Jenaer
Sporn [Jena Spur] ¾ NE-SW
streichende schmale Hebungsstruktur bzw. Untiefe am Südostrand der thüringischen
®
Zechsteinsenke, die während der
Ablagerung der ® Werra-Formation die ® Ostthüringer
Bucht im Südwesten von der ® Geraer Bucht um Nordosten trennt. Synonym:
Ostthüringer Vorsprung. /TB/
Literatur: J. Seifert (1972); P. Puff (1976c); H. Decker et al. (1990); R.
Langbein & G. Seidel (1995a,
2003)
Jenaer Störung [Jena
Fault] ¾
NE-SW streichende saxonische
Bruchstruktur im Zentralbereich der ® Jenaer Scholle. /TB/
Literatur:
G. Seidel et al. (2002); G. Seidel (2003)
Jenaer Teilblock [Jena
Partial Block] ¾ auf
der Grundlage einer gravimetrisch-geophysikalischen Gebietsgliederung
ausgeschiedener Teilblock des vermuteten älteren präkambrischen Unterbaues im
Ostabschnitt des ®
Thüringer Beckens s.l. mit
wahrscheinlich simatischen und sialischen Krustenanteilen. /TB/
Literatur:
H. Brause (1990)
Jena-Formation [Jena
Formation] ¾
von der ® Subkommission Perm-Trias
der Deutschen Stratigraphischen Kommission Ende der 1990er Jahre eingeführter,
in der neueren Literatur zur Geologie Ostdeutschlands in zunehmendem Maße
angewendeter Begriff für eine lithostratigraphische Einheit der ®
Germanischen Trias in den zentralen Beckenbereichen, die dem stratigraphischen
Umfang nach gleichbedeutend mit den in älteren Publikationen verwendeten Termini
®
Unterer Muschelkalk bzw. ® Wellenkalk-Folge ist (Tab. 24). Lithofaziell wird
die Jena-Formation durch graue, tonflaserige bis plattige, knauerige bioturbate
Kalksteine mit Rinnen, seismitischen Intraklastströmen und Tempesiten
charakterisiert. Kennzeichnend sind vollmarine Faunen. Durch bioklastische
Bänke erfolgt eine zyklische Gliederung. Zur detailierteren Beschreibung von
Gliederung und lithofazieller Ausbildung siehe unter ® Muschelkalk: Unterer ...
sowie Tab. 24. Korreliert wird die Formation mit der Bithynium-Unterstufe
und der Pelsonium Unterstufe des ® Anisium (Mitteltrias) der globalen Referenzskala für
die Trias (vgl. Tab. 21). /SF, TB, SH, CA, NS/
Literatur:
H. Hagdorn et al. (1998); G.H. Bachmann
(1998); G.H. Bachmann (1998); H.
Kozur (1999); M. Menning (2000c);
H. Hagdorn et al. (2002); M. Menning
et al. (2005); G.-H. Bachmann et
al. (2005); H. Hagdorn & T. Simon
(2005); K.-H. Radzinski (2008c);
H.W. Kozur & G.H. Bachmann
(2008); G.H. Bachmann et al. (2009); A.E. Götz & S. Gast (2010)
Jena-Leipziger Grauwacke [Jena-Leipzig Greywacke]
¾informelle Bezeichnung
für in Bohrungen des östlichen ® Thüringer Beckens s.l.
im Bereich der ®
Südthüringisch-Nordsächsischen Antiklinalzone im Liegenden des
permotriassischen Deckgebirges nachgewiesene Grauwacken, Grauwackenquarzite,
Ton-Schluff-Schiefer und phyllitische Tonschiefer, die als mögliche Äquivalente
sowohl der ®
Leipzig-Gruppe im Nordosten als auch der neoproterozoischen Gesteinsfolgen der ®
Katzhütte-„Gruppe“ (?oder ® Frohnberg-„Gruppe“) im Südwesten betrachtet werden.
/TB/
Literatur: D. Franke & E. Schroeder (1968); G.
Hirschmann et al. (1968); G.
Burmann (1969, 1972); W. Lorenz & G. Burmann (1972); R. Sehm (1967): S.
Estrada et al. (1994); U.
Linnemann & B. Buschmann (1995a);
U. Linnemann et al.
(1999); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b)
Jena-Leipziger
Hochlage ® Jena-Leipziger
Schwelle.
Jena-Leipziger Schwelle [Jena-Leipzig Elevation]
¾
SW-NE streichender permosilesischer Hochlagenbereich am Südostrand der ®
Saale-Senke, nordöstliches Teilglied der ® Schwarzburg-Jena-Leipziger
Schwelle (Abb. 9.3; Abb. 9.4). Synonym: Jena-Leipziger Hochlage. /TS,
NW/
Literatur: L. Eissmann
1967); W. Steiner & P. G. Brosin (1974a)
Jerischke:
Struktur ... [Jerischke Structure] ¾Tafeldeckgebirgsstruktur mit Hochlage des Untergrundes
im Mittelabschnitt der Nordsudetischen Senke im Grenzbereich zwischen Ostdeutschland
und Westpolen (Abb. 25.1). Top der Zechsteinoberfläche bei etwa
900 m. /NS/
Literatur: H.
Beer (2000a)
Jerischker Randlage [Jerischke ice margin] — in ihrer
stratigraphischen Stellung umstrittene Eisrandlage im Bereich der südöstlichen
Niederlausitz, die häufig als Rückzugsstaffel einer problematischen Saale
III-Glaziation interpretiert wurde. Möglichkeiten einer Fortsetzung dieser
„Rückzugsstaffel“ deuten sich in Form morphologischer Erhebungen und glazigener
Lagerungsstörungen im Nordteil der Schlabendorf-Seeser Braunkohlenfelder an.
Synonym: Jerischker Staffel. /NT/
Literatur:
G. Schubert (1979); W. Nowel (1984,
1991); A.G. Cepek et al. (1994); W. Nowel (2003a)
Jerischker Rinne [Jerischke
channel] ¾
annähernd 150 m tiefe quartäre Rinnenstruktur im Südostabschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets nordöstlich des ® Muskauer Faltenbogens (®
Bahrener Becken), in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche
glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten
Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit die Schichtenfolgen des ®
Tertiär bis ins ®
Chattium (Oberoligozän) ausgeräumt wurden.. /LS/
Literatur:
M. Kupetz et al. (1989); W. Alexowsky (1994)
Jerischker Staffel ® Jerischker Randlage.
Jerrestad-Formation [Jerrestad Formation]
¾
lithostratigraphische Einheit des ® Ordovizium (® Ashgill) in Schonen und auf Bornholm, deren Äquivalente
auch im deutschen Anteil der südlichen Ostsee (® Bohrung G 14-1/86)
auftreten, dort bestehend aus einer 22 m mächtigen Wechsellagerung von
hellen Feinsandsteinen mit dunklen Siltsteinen und Tonsteinen sowie vereinzelt
auftretenden Lagen von Mittel- bis Grobsandsteinen (Tab. 5). Teilweises Synonym:
Tommarp-Formation. /NS/
Literatur: J. Piske &
E. Neumann (1990, 1993); D. Franke
et al. (1994); J. Piske et
al. (1994); H. Beier & G. Katzung
(1999a); G. Katzung (2001); J.
Samuelsson et al. (2001); U. Glasmacher & U. Giese (2001); H.
Beier et al. (2001b); G. Katzung et al. (2004b)
Jessen 12: Bohrung ... [Jessen 12 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Südrand der ® Nordostdeutschen Senke
(Südbrandenburg), die im Bereich der vedeckten ® Mitteleuropäischen
Kristallinzone unter 667 m Tafeldeckgebirge eine 427 m mächtige,
nicht durchteufte Serie von Siltsteinen, Sandsteinen und Konglomeraten des ®
Rotliegend aufschloss. /NS/
Literatur: E.
v. Hoyningen-Huene (1968);
Jessen
1Z/62: Bohrung ... [Jessen
1Z/62 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Kartierungsbohrung am Nordwestrand der ®
Jessener Scholle im Grenzbereich zur ® Buchholzer Scholle zwischen
Torgau und Wittenberg (Abb. 3.6) mit Nachweis von pflanzenführendem
molassoiden ®
Silesium mit paralischer Beeinflussung in einer Teufe von 1063,5 m (® Jessen-Formation;
®
Westfalium C/D bis ® ?Stefanium A). Das Liegende bildet ein
Phenoandesit. Die Bohrung besitzt Bedeutung für die Konturierung der sog. ®
Roitzsch-Jessener Depression. Eine alternative Interpretation der
Altersstellung der in Wechsellagerung mit Konglomeraten, Schluffsteinen und
Tonsteinen überwiegend vorkommenden grauen Sandsteine gehen von einer
Parallelisierung mit der ® Grillenberg-Subformation des ® Stefanium A aus. Die
im Hangenden folgenden etwa 300 m roten und grauen Sand-, Schluff- und
Tonsteine werden der höheren ® Mansfeld-Subgruppe zugewiesen, die ihrerseits von einer
40 m mächtigen Wechsellagerung von Feinsandsteinen und Schluffsteinen der ®
(?)Halle-Formation überlagert werden. /LS/
Literatur: R.
Daber (1963); W. Remy (1975); B.
Gaitzsch et al. (1998); E. Kahlert & S. Schultka (2000); B.-C.
Ehling & C. Büchner (2000); V. Steinbach & A. Kampe (2005); P. Wolf et al. (2008); M. Schwab
& B.-C. EHLING (2008b)
Jessen 2Z/61: Bohrung ... [Jessen 2Z/61 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Nordwestrand der ®
Jessener Scholle im Grenzbereich zur ® Buchholzer Scholle
(Abb. 3.6), die unter Deckgebirge in einer Teufe von 986,0 m ein
ca. 400 m mächtiges, nicht durchteuftes Profil feinklastischer
Sedimente des ®
Persosilesium aufschloss. Das Liegend bildet eine Wechsellagerung von grauen
Tonsteinen mit rotfarbenen Konglomeraten, Schluffsteinen und Tonsteinen, die
mit der ®
Grillenberg-Subformation des ® Stefanium A parallelisiert wird. Im Hangenden folgen
etwa 370 m rote und graue Sand-, Schluff- und Tonsteine der höheren ®
Mansfeld-Subgruppe (?). Den Topbereich des Permosilesium bildet eine 116 m
mächtige Wechsellagerung von Feinsandsteinen und Schluffsteinen der ®
(?)Halle-Formation. /NS/
Literatur:
B. Gaitzsch et al. (1998); B.-C. Ehling & C. Büchner (2000); J.W. Schneider et al. (2005a, 2005c)
Jessen 3Z/64: Bohrung ... [Jessen 3Z/64 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Nordostrand der ®
Jessener Scholle im Grenzbereich zur ® Buchholzer Scholle, die unter
Deckgebirge Metamorphite der ® Drehna-Gruppe nachwies. Ältere radiometrische Datierungen
an den Metamorphiten ergaben einen (zu jungen?) Wert um 390 Ma b.p.
(Grenzbereich ®
Unterdevon/Mitteldevon). /NS/
Literatur:
S. Lächelt et al. (1972); G. Röllig et al. (1995)
Jessen: Tonmergel von … ® Hinterjessen-Tonmergel.
Jessener Schichten ® Jessen-Formation.
Jessener Scholle [Jessen
Block] ¾
NW-SE streichende saxonisch geprägte Leistenscholle am Südrand der ®
Nordostdeutschen Senke, interpretiert als südliches Teilglied der ® Buchholzer
Scholle bzw. als nordwestliches Teilglied der ® Lausitzer Scholle; begrenzt im Nordosten gegen den ® Holzdorfer Graben durch den Südost-Abschnitt der
® Schweinitzer Störung, im Südwesten gegen die ® Dessauer Scholle durch den Südost-Ast der ® Wittenberger Störung. Im Nordwesten
taucht die Scholle unter das ® jungpaläozoisch-mesozoische Tafeldeckgebirge am Südrand
der ®
Nordostdeutschen Senke (® Buchholzer Scholle) unter, im Südosten reicht sie bis
an das ®
Nordsächsische Antiklinorium. Am Aufbau der Scholle sind im Liegenden des
weitflächig verbreiteten ® Känozoikum im Nordwestteil insbesondere variszische
Granitoide der ®
Mitteldeutschen Kristallinzone (® Prettiner Plutonit-Teilmassiv), im Südostteil vorrangig
Schichtenfolgen die ®
Kambrium der ®
Torgau-Doberluger Synklinale beteiligt. /LS/
Literatur: G. Röllig et al. (1995); G.
Martiklos et al. (2001); G.
Beutler (2001); G. Martiklos et
al. (2002); L. Stottmeister et al. (2008)
Jessen-Formation [Jessen Formation] ¾ ältere Bezeichnung für eine lithostratigraphische
Einheit des ® Silesium (®
Westfalium C/D bis ® ?Stefanium A) im Nordostabschnitt der ®
Halle-Wittenberger Scholle, bestehend aus einer molassoiden Serie von lakustrinen,
teilweise paralisch beeinflussten Sandsteinen, Siltsteinen und Tonsteinen mit
Konglomerathorizonten und Einlagerungen vereinzelter, sehr geringmächtiger
Kohleflözchen. /HW/
Literatur: R.
Daber (1963); G. Katzung (1970); P. Krull (1981); J. Ellenberg (1982); J.
Ellenberg et al. (1987a); B. Gaitzsch et al. (1998); E. Kahlert & S. Schultka (2000); P. Wolf et al. (2008)
Jetscheba:
Bohrung ... [Jetscheba well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Kartierungsbohrung am Südwestrand des ® Görlitzer
Synklinoriums nordöstlich der ® Innerlausitzer Störung (Lage unmittelbar
südlich der ® Bohrungen
Caminaberg; siehe Abb. 40.2), die unter 21,1 m ® Känozoikum bis
zur Endteufe von 499,4 m eine variszisch intensiv gefaltete und
verschuppte Serie des ® Dinantium und ® Devon aufschloss. In der neueren
Literatur werden die Schichtenfolgen des präsilesischen Paläozoikum im ®
Görlitzer Synklinorium häufig als allochthoner Bestandteil eines
unterkarbonischen Olisthostromkomplexes gedeutet. Synonym: Bohrung NSL (Nordrand Sächsische Lausitz) 3E/61. /LS/
Literatur: H.
Brause (1967, 1969a); M. Göthel
(2001); B. Gaitzsch et al.
(2008a)
JG [YG] ® in
der Literatur oft verwendete Abkürzung für ® „Jüngere Granite“ im
Bereich der ®
Fichtelgebirgisch-Erzgebirgischen Antiklinalzone.
Joachimsthal:
Salzkissen ... [Joachimsthal Salt Pillow] ¾NE-SW streichende Salinarstruktur des ® Zechstein im Südostabschnitt der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke, mittleres
Teilglied des ® Salzkissens Groß Schönebeck-Joachimsthal-Wolletz
(Abb. 25.1). Lage des Tops der Zechsteinoberfläche bei etwa 2300 m
unter NN. /NS/
Literatur: G. Lange
et al. (1990); W. Stackebrandt (1997b); H. Beer (2000a); W.
Stackebrandt & H. Beer (2002)
Joachimsthaler Endmoränenbogen [Joachimsthal end moraine bend]
¾ generell NW-SE orientierter südwestkonvexer
Endmoränenbogen im Ostabschnitt der ® Pommerschen Hauptrandlage (Nordostbrandenburg) des
oberpleistozänen ®
Weichsel-Hochglazials der ® Weichsel-Kaltzeit mit dem Grimnitz-See als flachen
Zungenbeckensee in seinem Zentrum. Südlich der Joachimsthaler Endmoräne liegt
die Schorfheide als typischer Sander. Die Ausläufer dieser Sanderflächen
erreichen bei Eberswalde das ® Eberswalder Urstromtal. Synonym: Joachimsthaler
Inlandeislobus. NT/
Literatur:
J. Marcinek & B. Nitz (1973); O.
Wagenbreth & W. Steiner (1990); L.
Lippstreu (2002b)
Joachimsthaler Inlandeislobus ® Joachimsthaler Endmoränenbogen.
Joachimsthaler
Schwelle [Joachimsthal Elevation] ¾ im tieferen ® Oberrotliegend angelegte NW-SE bis W-E streichende Hebungsstruktur im
Ostabschnitt der ® Nordostdeutschen
Senke, östliches Teilglied der ® Priepert-Joachimsthaler Schwelle; begrenzt die ® Tuchener Teilsenke im Nordosten. /NS/
Literatur: H.-J. Helmuth &
S. Schretzenmayr (1995)
Joachimsthaler
Serie ® Joachimsthal-Gruppe.
Joachimsthaler Störung [Joachimsthal Fault]
¾
WNW-ESE bis NW-SE streichende, aus der Analyse komplexgeophysikalischer
Kriterien postulierte Bruchstörung im Basement der ® Nordostdeutschen Senke
zwischen ®
Herzberger Scholle im Südwesten und ® Zehdenicker Scholle im Nordosten (Abb. 25.5). Im ®
Rotliegend aktive Bruchstörung im Zentralabschnitt der ® Barnim-Senke mit
vermutetem Blattverschiebungscharakter. /NS/
/NS/
Literatur:
D. Franke et al.
(1989b); S. Klarner (1993); S. Baltrusch
& S. Klarner (1993); B. Gaitzsch (1995d)
Joachimsthal-Gruppe
[Jáchymov Group] ¾ als übergeordnete lithostratigraphische Kartierungseinheit des ® ?Mittelkambrium ausgeschiedene metamorphe
Gesteinsabfolge im Bereich des ® Erzgebirgs-Antiklinoriums (Tab. 4), bestehend aus einer oft >1000 m
mächtigen „bunten“ Serie von variszisch deformierten Glimmerschiefern, Karbonatgesteinen (bzw.
Skarnen), Quarziten, Metaschwarzschiefern sowie Produkten eines ausgeprägten
bimodalen Vulkanismus (Metarhyolithe, Metatholeiite); Gliederung in ® Grießbach-Formation im Liegenden und ® Breitenbrunn-Formation im Hangenden. Synonyme:
Jáchymov-Gruppe; Joachimsthaler Serie; Jáchymovská Serie; Bunter Komplex pars. /EG/
Literatur: W. Lorenz & K. Hoth (1964);
K. Hoth (1967); W. Lorenz & K. Hoth (1968); W. Lorenz (1974b); G. Hirschmann et al. (1974); H. Brause & G. Freyer (1978); W. Lorenz (1979); K. Hoth (1984b); W. Lorenz & K. Hoth (1990); D. Leonhardt et al. (1990); W. Büder et al. (1991); K. Hoth
et al. (1991); M. Wolf (1995); A.
Hiller (1995); D. Leonhardt et al. (1997, 1998); D. Leonhardt & M. Lapp (1999); K. Hoth et al. (2002b); O. Elicki et al. (2008)
Jocketa: Lagerstättenrevier … [Jocketa mining district]
¾
historisches Bergbaugebiet in der Falten- und Schuppenzone der ®
Vogtländische Hauptmulde mit spät- und postvariszischen hydrothermalen
Ganglagerstätten. /VS/
Literatur: L. Baumann et al. (2000)
Jocketa-Chodov-Horni Slavkov-Störungszone ® alternative Bezeichnung für den Südostabschnitt der ® Zeulenroda-Zobes-Oloví-Střibro-Tiefenbruchzone.
Jocksdorf: Eem-Vorkommen von ... [Jocksdorf Eemian] ¾
palynologisch gesichertes Vorkommen von limnischen Sedimenten der ®
Eem-Warmzeit des tiefen ® Oberpleistozän im Bereich der Niederlausitz
(Südbrandenburg) südwestlich von Forst, bestehend aus einer über 20 m
mächtigen Wechsellagerung von Süßwasserkalken, Lebertorf, Moorerde und –mergel
sowie humosen Sanden. Nach den Ergebnissen der Pollenanalysen begann die
limnische Sedimentation bereits im ® Saale-Spätglazial und endete erst im ®
Weichel-Frühglazial (bis ® Brörup-Interstadial). /NT/
Literatur:
A.G. Cepek
et al. (1994)
Jocksdorf-Forster Becken ® Bagenz-Jocksdorfer Becken.
Joditzer
Störung [Joditz Fault] ¾ NE-SW streichende Störung, die die ®
Hirschberg-Gefeller Antiklinale im Südwesten begrenzt. /VS/
Literatur:
G. Hempel (1974); K. Wucher (1999)
Johannes Burkhardt-Störungszone [Johannes Burkhardt Fault Zone]
¾
NW-SE streichende, auf 7 km Länge sicher verfolgbare, bis max. 180 m mächtige
Störungszone im Bereich der variszischen
Falten- und Schuppenzone an der Nordostflanke der ®
Triebeler Querzone mit lokal entwickelten Quarz-Kassiterit-Gangstrukturen. /VS/
Literatur:
H. Kämpf et al. (1991); E. Kuschka & W. Hahn (1996)
Johanngeorgenstädter Lagerstättenrevier [Johanngeorgenstadt district of ore deposits] ¾ ehemals bedeutsames Lagerstättenrevier im
Einflussbereich der ®
Gera-Jáchymov-Zone zwischen ® Westerzgebirgischer Querzone und ®
Mittelerzgebirgischem Antiklinalbereich (Lage siehe Abb. 36.6), in dem
seit dem 16. Jahrhundert zunächst Eisenerze (Fe-Gänge, Oxidationszonen von
Sulfiderzlagern) und Zinnerze, späterhin auch Silbererze gewonnen wurden. 1819
erfolgte, nachdem in der Pechblende von Johanngeorgenstadt das Element Uran entdeckt
wurde, der erste Uranerzabbau für die Farbenherstellung. In den Jahren von
1945-1961 kam es durch die ® SDAG Wismut zu einem Uranbergbau überdurchschnittlichen
Ausmaßes mit zeitweilig bis zu 100 000 Beschäftigten. Gewonnen wurden in
diesem Zeitraum ca. 3600 t Uran. Minerogenetisch ist eine große
Mannigfaltigkeit von Vererzungstypen kennzeichnend. Neben prävariszischen und
variszischen schichtgebundenen Vererzungen (stratiform-syngenetische,
epigenetische, regionalmetamorphe und kontaktmetamorphe Skarnerzlager) kommen
eine Vielzahl spätvariszischer und postvariszischer Gangmineralisationen vor.
/EG/
Literatur:
K. Pietzsch (1962); L. Baumann (1965a,
1992); E. Kuschka (1994, 1997); L. Baumann et al. (2000); E. Kuschka (2002)
Johannisburg-Störung [Johannisburg Fault]
¾
NNW-SSE streichende Störung im Bereich
der variszischen Falten- und Schuppenzone im Nordwestabschnitt der ®
Triebeler Querzone. /VS/
Literatur:
E. Kuschka & W. Hahn (1996)
Johannisleite-Sattel [Johannisleite Anticline]
¾ N-S bis NNE-SSW streichende nordwestvergente
variszische Antiklinalstruktur am Westrand der ® Pörmitzer Faltenzone mit
überwiegend vulkanischen und vulkanoklastischen Schichtenfolgen der ® Görkwitz-Formation
des tieferen ®
Oberdevon (®
Frasnium) im Sattelkern. /TS/
Literatur: R. Gräbe (1962); H. Wiefel (1976); G. Schlegel & H. Wiefel (1998)
Johnsdorfer Phonolith [Johnsdorf Phonolite]
¾
am Kellerberg bei Johnsdorf im Bereich des ® Lausitzer
Granodioritkomlexes auftretendes basisches Neovulkanit-Vorkommen des ®
Tertiär (®
Oligozän/Miozän). /LS/
Literatur:
H. Prescher et al. (1987)
Johnstoni-Schichten [Johnstoni Beds] ¾ im
Lias-Profil am Großen Seeberg bei Gotha (® Thüringer Becken s.str.) ehemals ausgeschiedene
informelle stratigraphische Einheit, bestehend aus einem fossilführenden
Horizont von 60 cm mächtigen blauschwarzen Tonsteinen des ®
Unteren Hettangium mit einer 5 cm mächtigen Bank von faust- bis kopfgroßen
Mergelsteinknollen an der Basis. Im Bereich der ® Subherzynen Senke setzt
sich dieser Horizont aus 12-14 m mächtigen Tonsteinen mit zahlreichen
Toneisengeoden und einigen Sandsteinlagen zusammen. Stratigraphisch äquivalente
Serien sind auch in den westlichen Bereichen der ® Nordostdeutschen Senke zu
erwarten. Synonym: Lias α1b. /TB/
Literatur:
H.-J. Teschke (1959); D. Klaua (1974);
G. Patzelt (2003)
Jöhstädter Schichten ® Jöhstadt-Subformation.
Jöhstadt-Jeleni hora-Synklinale [Jöhstadt-Jeleni hora Syncline]
¾ als durch weitspannige Faltung generierte
Synklinale interpretierte Struktur zwischen ® Annaberg-Reitzenhainer Antiklinalstruktur
im Norden und der Faltenzone von Měděnec-Chomutov
(Tschechien) im Süden (Südabschnitt des ® Mittelerzgebirgischen
Antiklinalbereichs); vornehmlich vertreten durch Schichtenfolgen der Měděnec Formation. /EG/
Literatur: K.
Hoth (1984a)
Jöhstadt-Subformation
[Jöhstadt Member] ¾ als lithostratigraphische Kartierungseinheit des ® Neoproterozoikum (® Ediacarium) ausgeschiedene metamorphe
Gesteinsabfolge im Bereich des ® Erzgebirgs-Antiklinoriums, mittleres Teilglied
der ® Měděnec-Formation, bestehend aus einer 100-150 m, örtlich
bis 500 m mächtigen Serie von Granatglimmerschiefern und Zweiglimmerschiefern,
teilweise in Wechsellagerung mit Zweiglimmerparagneisen; mit Einlagerungen von
Metagrauwacken, ?Metarhyolitoiden, Kalksilikatfelsen, Quarziten und sehr
vereinzelt Metabasiten. Synonyme: Jöhstädter Schichten; Orpus-Jöhstädter
Schichten. /EG/
Literatur: K. Hoth & W. Lorenz (1966); J. Hofmann
(1971, 1974); W. Lorenz (1979); D. Leonhardt et al. (1997); H.-J. Berger et al. (2008a)
Jößnitzer
Sattel [Jößnitz Anticline] ¾ im Bereich der variszischen Falten- und
Schuppenzone der sog. ® Plauener Bögen ( ® Vogtländische
Hauptmulde) ehemals ausgeschiedene Antiklinalstruktur. /VS/
Literatur: W.
Schwan (1962)
Jößnitz-Kauschwitz:
Aufsattelungszone von …. ® Falten-Schuppenzone
von Kauschwitz-Jößnitz.
Jugeler Störung [Jugel Fault] ¾ NW-SE streichende
Bruchstörung im Südwestabschnitt der ®
Westerzgebirgischen Querzone östlich des ®
Eibenstock-Nejdek-Granitmassivs; bildet die Westbegrenzung des ®
Lagerstättenreviers Johanngeorgenstadt. /EG/
Literatur:
C. Heret (1993); L. Baumann et
al. (2000)
Julium ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands bislang nur selten ausgewiesene
mittlere Unterstufe des ® Karnium (® Obertrias) der globalen Referenzskala für
die Trias.
Jüngere Granite [Younger
Granites] ¾ in
der Literatur seit Ende des 19. Jahrhunderts mit wechselnden Namen angewendete
Bezeichnung für einen als jüngeren Granittyp betrachteten Komplex von
vorwiegend Syeno- bis Alkalifeldspatgraniten des variszisch-postkinematischen
Magmatismus im Bereich des ® Erzgebirgs-Antiklinoriums, der sich aufgrund megaskopischer
Gefügemerkmale, des Mineralbestandes, des Spurenelement- und Glimmerchemismus
sowie geologischer Verbandsverhältnisse von einem älteren Granittyp (®
Ältere Granite) unterscheidet. Diese Gliederung wird neuerdings durch fünf auf
der Grundlage der festgestellten Autonomie der einzelnen Granitmassive in Bezug
auf deren geochemisch-mineralogische Charakteristik ausgeschiedene Gruppen
ersetzt bzw. ergänzt: (1) fluorarme Biotitgranite vom Typ ®
Kirchberg, (2) fluorarme Zweiglimmergranite von Typ ® Bergen, (3)
fluorreiche/phosphorreiche Lithiumglimmergranite vom Typ ® Eibenstock,
(4) fluorreiche/phosphorarme Lithiumglimmergranite (und –rhyolithe) vom Typ ® Schellerhau
sowie (5) fluorreiche/phosphorarme Biotitgranite (und –rhyolithe) vom Typ ®
Gottesberg. Synonyme: Erzgebirgsgranite; ~Jüngerer Intrusivkomplex, JG (oft
verwendete Abkürzung). /EG, FG/
Literatur:
K. Pietzsch (1962); F. Schust (1965); G. Tischendorf et al.
(1965); G. Herrmann (1967); G.
Tischendorf (1968); H. Bräuer (1970); G. Hösel (1972); H. Lange et al.
(1972); G. Tischendorf (1987) G. Tischendorf
et al. (1987a); G. Tischendorf
(1989); H.-J. Förster et al. (1992); M. Štemprok (1993); H.-J. Förster & G. Tischendorf (1994); H.-J. Förster et al. (1997,
1998); F. Schust & J. Wasternack
(2002)
Jüngere Granitgruppe ® Jüngerer Intrusivkomplex.
Jüngere Grobschotter ® Thüringer Grobschotter: Jüngere ...
Jüngerer Fluviatil-Komplex [Younger Fluvial Complex]
¾ Bezeichnung für fluviatile Terrassenbildungen
des ®
Oberpleistozän im Raum Brandenburg, gegliedert (vom Liegenden zum Hangenden) in
Höhere Niederterrasse, Untere Niederterrasse und Unterste Niederterrasse. Synonym:
Niederterrassen-Komplex. /LS, NT/
Literatur:
L. Lippstreu (2006)
Jüngerer Intrusivkomplex [Younger Intrusive Complex]
¾
Bezeichnung für einen jüngeren Intrusionsschub granitischer Schmelzen bei der
Bildung der variszisch-postkinematischen Granitplutone im Bereich des ®
Erzgebirgs-Antiklinoriums, der durch einen spezifischen Granitoidtyp
(vorwiegend Syeno- bis Alkalifeldspatgranite) dokumentiert wird. Die in drei
Phasen erfolgte Intrusion ist durch abnehmendes Gesteinsvolumen sowie
regelmäßige Entwicklung des Makrogefüges und Mineralbestands von porphyrischen,
grob- bis mittelkörnigen Graniten zu gleichkörnigen, mittel- bis feinkörnigen
Graniten charakterisiert. Als Vorläuferintrusionen werden häufig spezielle ®
Zwischengranite ausgeschieden. Die Granitgruppe der sog. ®
Jüngeren Granite erweist sich als Vertreter des Jüngeren Intrusivkomplexes. Zu
dieser Gruppe gehören in der ® Südvogtländisch-Westerzgebirgischen Querzone das ® Eibenstock-Nejdek-Granitmassiv,
im Mittelerzgebirgischen Antiklinalbereich die Granite von ®
Geyer-Ehrenfriedersdorf, ® Annaberg, ® Buchholz, ® Wiesenbad, ® Pobershau und ® Marienberg sowie
diejenigen von ®
Satzung und ®
Seiffen, im Osterzgebirgischen Antiklinalbereich (deutscher Anteil) die Granite
von ®
Schellerhau, ®
Altenberg, ®
Zinnwald, ®
Sadisdorf, ®
Löwenhain, ®
Sachsenhöhe ®
Hegelshöhe/Schenkenshöhe sowie ® Falkenhain (Abb. 36.2). Die bislang vorliegenden
radiometrischen Altersdaten der Granite des Jüngeren Intrusivkomplexes
unterscheiden sich oft nicht wesentlich von denjenigen des ® Älteren
Intrusivkomplexes bzw. überschneiden sich mit diesen. Neuerdings wird diese
traditionelle Gliederung in zwei unterschiedlich alte und getrennte
Verbreitungsräume aufweisende Intrusivkomplexe durch eine primär ausschließlich
stofflich determinierte Unterteilung der vogtländisch-erzgebirgischen Granite
in fünf geochemisch-mineralogisch definierte Typklassen ersetzt bzw. ergänzt.
(vgl ®
Jüngere Granite). Synonyme: ~Erzgebirgsgranite; ~Jüngere Granite; Jüngere
Granitgruppe. YIC (häufig verwendete englische Abkürzung). /EG, FG, VS/
Literatur:
K. Pietzsch (1962); F. Schust (1965); G. Tischendorf et al.
(1965); G. Herrmann (1967); G. Tischendorf
(1968); H. Bräuer (1970); G. Hösel (1972); H. Lange et al. (1972); G. Tischendorf (1974); H.-U. Wetzel et al.
(1985); G. Tischendorf et al.
(1987a); H. Gerstenberger (1989); H.-J.
Förster et al. (1992); M. Štemprok (1993); H.-J. Förster & G. Tischendorf (1994); R. Seltmann & M. Štemprok (1994); D. Leonhardt (1995); H.-J. Förster et al. (1997,
1998); W. Siebel (1998); F. Schust &
J. Wasternack (2002)
Jüngerer
Lausitzer Schuttfächer ® Lausitzer
Schwemmfächer.
Jüngerer Nordwestsächsicher Schwemmfächer ® Nordwestsächsischer Schwemmfächer.
Jung-Holozän ®
Oberholozän bzw. Subatlantikum bzw. Nach-Wärmezeit.
jungkimmerische Bewegungen [Late Kimmerian movements]
¾ epirogenetische
Bewegungen, die insbesondere in der tieferen ® Unterkreide wirksam wurden und im ® Tafeldeckgebirgsstockwerk
der ®
Nordostdeutschen Senke zu Mächtigkeitsschwankungen, Faziesdifferenzierungen und
primären wie sekundären Schichtlücken und Diskordanzen führten. /NS/
Literatur: H. Knape
(1963); I. Diener et al.
(1968); W. Nöldeke & G. Schwab
(1977); G. Schwab et al.
(1979); G. Schwab (1985); D. Benox et
al. (1997); P. Krull (2004a)
jungkimmerisches Teilstockwerk [Late Kimmerian Substockwork]
¾ zuweilen verwendete Bezeichnung für das
mittlere (unterkretazische) Teilglied des suprasalinaren ®
Tafeldeckgebirgsstockwerks im Bereich der ® Nordostdeutschen Senke.
Die Basis fällt mit einer durch halokinetische Prozesse,
Meeresspiegel-Schwankungen und/oder epirogenetisch-diktyogenetische Bewegungen
verursachten stratigraphisch variablen Erosionsfläche im Grenzbereich ®
Jura-Kreide zusammen. Die maximalen Sedimentmächtigkeiten des Teilstockwerks
sind an sekundäre Randsenken gebunden. Die Obergrenze bildet die regional
übergreifende ®
Albium-Transgressionsfläche. Synonym: UnterkreidOstteilstockwerk. /NS/
Literatur: W. Nöldeke
& G. Schwab (1977); G. Schwab
et al. (1979);
G. Schwab (1985); P. Krull (2004a)
Jungkristallin ®
ältere, heute nicht mehr verwendete Bezeichnung für die als ?altpaläozoisch
betrachteten Einheiten (® Ruhla-Gruppe, ® Trusetal-Gruppe) im
Nordwest- bzw. Südostabschnitt des ® Ruhlaer Kristallins.
Jungmoränengebiet [Younger
Moraine Area] ¾
nördlich des
Inlandeis-Hauptvorstoßes der ® Brandenburg-Phase des ® Weichsel-Hochglazials der
oberpleistozänen ®
Weichsel-Kaltzeit vorwiegend glazial geprägte Landschaftsform im Nordabschnitt
des ®
Nordostdeutschen Tieflandes (Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern;
Abb. 24), die aufgrund der relativ kurzen Zeitspanne des ®
Weichsel-Spätglazials von ca. 4000 Jahren zwischen dem Abschmelzen
des Inlandeises, dem Austauen des Toteises und der Ausbreitung der holozänen
Vegetationsdecke eine weitgehend erhalten gebliebenen Formenvielfalt aufweist.
Morphologisch ist eine Gliederung des Gebietes in einen nördlichen und
südlichen Teil möglich. Der zwischen dem Mündungsgebiet der Warnow im Westen
und demjenigen der Oder im Osten gelegene nördliche Teil ist durch wellige bis
ebene weichselzeitliche Grundmoränen gekennzeichnet, aus denen nur gelegentlich
höher gelegene Komplexe unterschiedlicher Genese herausragen. Der zwischen der
Trave und dem Quellgebiet der Havel gelegene, morphologisch stärker
differenzierte südliche Teil wird vom ® Nördlichen Landrücken mit
der Mecklenburgischen Seenplatte eingenommen. Typisch sind „frische“
Reliefformen: steile Hänge, geschlossene Hohlformen,
Binnen-Entwässerungsgebiete, Sölle, Oser sowie eine Vielzahl teilweise
abflussloser Seen mit oft stärker divergierenden Spiegelhöhen. Im
mittelbrandenburgischen Raum bestimmen vor allem die Talungen des ®
Eberswalder Urstromtals, des ® Berliner Urstromtals sowie des ® Baruther Urstromtals
einschließlich der zwischen diesen liegenden „Platten“ das Landschaftsbild. In
ihrem auf das Stromgebiet der Unteren Elbe ausgerichteten Verlauf führten sie
die von den weichselzeitlichen Eisrandlagen abfließenden Schmelzwässer und die
Wässer der mit dem fortschreitenden Eisrückbau zunehmend wieder aktiv werdenden
Flüsse in Richtung Nordsee ab. Lithofaziell dominieren in diesen Talungen fein-
bis mittelkörnige, zumeist nur gering kiesige Sandfolgen (sog. Talsande) mit
durchschnittlichen Mächtigkeiten von 15-20 m. Während deren unteren
Abfolgen noch stark glazifluviatil geprägt sind, zeigen die jüngeren oberen
Abschnitte zunehmend ein rein fluviatil beeinflusstes Sedimentationsregime.
/NT/
Literatur:
J. Marcinek & B. Nitz (1973); H.
Liedke (1981); F. Bremer et al. (1994); L. Lippstreu et al. (1997); F. Bremer et al. (2000); F. Bremer (2004)
jungpaläozoisch-mesozoisches
Tafeldeckgebirge ® in der
Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig verwendeter zusammenfassender
Begriff für Schichtenfolgen des ® Zechstein und ® Mesozoikum. des ®
Tafeldeckgebirgsstockwerks.
Jungpleistozän ® Oberpleistoän.
Jungpräkambrium ® in der älteren geologischen Literatur Ostdeutschlands gelegentlich verwendeter Begriff für ® Proterozoikum.
Jungtertiär ®
in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands gelegentlich verwendete Bezeichnung
für ®
Neogen.
Junkerbach-Formation [Junkerbach Formation]
¾
überwiegend tektonostratigraphisch definierte NE-SW streichende und durch
südostvergente variszische Überschiebungsbahnen begrenzte Einheit des ® Neoproterozoikum
(®
Ediacarium) im Zentralbereich des ® Schwarzburger Antiklinoriums zwischen ®
Blumenauer Störung im Südosten und der ® Finkenbach-Formation im
Nordwesten, Teilglied des ® Katzhütte-Komplexes (Abb. 34.2), charakterisiert
durch eine im Ausstrich 2-3 km breite Zone mit durchgängig duktilem
Deformationsregime während des variszischen Stapelungsprozesses. Die
Junkerbach-Formation ist die Einheit mit der intensivsten variszischen
Überprägung im ®
Katzhütte-Komplex. Synonym: Junkerbach-Quarzphyllit-Formation. /TS/
Literatur:
M. Sommer & G. Katzung (2004)
Junkerbach-Quarzphyllit-Formation ® Junkerbach-Formation.
Jura [Jurassic] ¾ chronostratigraphische Einheit der globalen
Referenzskala im Range eines Systems, mittleres Teilglied des ®
Mesozoikum mit einem Zeitumfang, der von der Internationalen Kommission für
Stratigraphie im Jahre 2008 mit etwa 54 Ma
(~200-146 Ma b.p.) angegeben wird, gegliedert in ®
Unterjura (® ~Lias), ®
Mitteljura (®
~Dogger) und ®
Oberjura (®
~Malm pars). Eine Besonderheit der Jurastratigraphie
ist die Untergliederung der Stufen in sog. Chronozonen, die in ihrem Rang mit
Unterstufen vergleichbar sind und deren Fossilnamen nicht (wie bei Biozonen)
kursiv geschrieben werden. Ablagerungen des Jura kommen in den ostdeutschen
Bundesländern, zumeist durch jüngere Schichtenfolgen verdeckt, im Bereich der ® Nordostdeutschen
Senke, auf der ®
Calvörder Scholle sowie in der ® Subherzynen Senke, in kleineren Tagesaufschlüssen auch
im ®
Thüringer Becken s.str., im Bereich
der ®
Südthüringisch-Fränkischen Scholle und in der ® Elbezone vor
(Tab. 27). Die flächenmäßig größte Verbreitung besitzen heute, verdeckt
durch jüngere Ablagerungen, die Schichtenfolgen des Unterjura der
Nordostdeutschen Senke (Abb. 18), regional stärker eingeschränkt (bedingt
insbesondere durch primäre sowie sekundäre epirogenetische und/oder
halokinetische Prozesse) diejenigen des Mitteljura (Abb. 19) und des
Oberjura (Abb. 20). Unter- und Mitteljura bestehen vorwiegend aus tonigen,
schluffigen und sandigen Sedimenten, der Oberjura dagegen aus weitgehend
kalkigen, mergeligen und untergeordnet feinklastischen Folgen; lokal treten
auch, vor allem im Unterjura, Kohlen und Wurzelböden auf. Faziell handelt es
sich insbesondere um Ablagerungen des Flachschelfs, in geringerem Umfang um solche
des brackischen bis limnischen Milieus. Lediglich im Westen (Altmark,
Westmecklenburg) treten auch Bildungen des Tiefschelfs auf. Die heutigen
Gesamtmächtigkeiten bewegen sich, sieht man von geringmächtigen Lokalvorkommen
Südthüringens und Ostsachsen ab, zwischen ca. 170 m in Thüringen (nur
Unterjura) und etwa 1500 m im südwestlichen Mecklenburg. Die
biostratigraphische Einstufung der ostdeutschen Juravorkommen erfolgt hauptsächlich
auf der Grundlage von Mikrofaunen (in erster Linie Ostracoden und
Foraminiferen) sowie Sporomorphen, da leitende Ammonoideen nur lokal (z.B. in
Tagesaufschlüssen Thüringens und der Subherzynen Senke) nachgewiesen werden
konnten und die relativ guten Kenntnisse über die Verbreitung und Ausbildung
des Jura hauptsächlich aus der Auswertung von Bohrungen, in denen Makrofaunen
lediglich Zufallsfunde darstellen, resultieren. Annähernde Synonyme:
Norddeutscher Jura; Süddeutscher Jura. /NS, CA, SH, TB, SF, EZ/
Literatur: H. Kölbel (1959); R. Wienholz (1959, 1964);
G. Schulze (1964); J. Russbült & M. Petzka (1964); K.-H. Schumacher &
H. Sonntag (1964); R. Wienholz (1967); N. Stoermer & E. Wienholz (1967); H.
Kölbel (1967, 1968); Jura-Standard TGL 25234/10 (1976); W. Ernst (1995); R.
Tessin (1995); K.-F. Sparfeld (1998); H. Eiermann et al. (2002); G. Patzelt (2003); W. Ernst (2003); M. Petzka et al. (2004); M. Menning (2005); E. Mönnig (2005); M. Göthel
(2006); J.G. Ogg et al. (2008); K.-A. Tröger (2008a); G. Beutler & E. Mönnig (2008); E. Mönnig
(2008)
Jura: Mittlerer ... ® Mitteljura.
Jura: Oberer ... ® Oberjura.
Jura: Unterer ... ® Unterjura.
Jurense-Schichten ® Jurensismergel-Formation.
jurensis-Mergel
® Jurensismergel-Formation.
Jurensismergel-Formation [Jurense Marl Formation]
¾
lithostratigraphische Einheit des ® Lias mit Leithorizontcharakter für das höhere®
Toarcium, auf ostdeutschem Gebiet nachgewiesen im Bereich der ®
Nordostdeutschen Senke, in der ® Subherzynen Senke sowie in den Liasvorkommen am Südrand
des ®
Thüringer Beckens s.str..
Lithofaziell überwiegen Ammoniten führende dunkel- bis bräulichgraue Tonsteine
mit einzelnen hellen Feinsandsteinlagen. Synonyme: Jurense-Schichten; jurensis-Mergel; Lias ζ2. /NS, TB/
Literatur:
N. Stoermer & E. Wienholz (1967); W.
Ernst (1995); H. Eiermann et al.
(2002); W. Ernst (2003); G. Patzelt
(2003); G. Beutler & E. Mönnig (2008)
Jüterbog:
Salzkissen ... [Jüterbog Salt Pillow] ¾NE-SW streichende Salinarstruktur des ® Zechstein am Südrand des ® Prignitz-Lausitzer Walls (Abb. 25.1) mit
einer Amplidtue von etwa 150 m und einer absoluten Tiefenlage der Struktur
bei ca. 250 m unter NN (bezogen auf den Reflexionshorizont X1
im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein). Top der Zechsteinoberfläche bei
ca. 700 m unter NN. /NS/
Literatur: G.
Lange et al. (1990); H. Beer
(2000a); G. Beutler (2001)
Jütland-Møn-Störungszone
[Jutland-Møn Fault Zone] ¾ bedeutsame WNW-ESE streichende
Bruchstörung, die als Südrand-Begrenzung des Ringkøbing-Fünen-Hochs wahrscheinlich bereits aus dem Bereich der südlichen Nordsee über
Südjütland, die dänischen Inseln Lolland, Falster und Møn bis in den
Raum der südlichen Ostsee nördlich und östlich der Insel Rügen (® Arkona-Block) reicht. Hier bewirkt sie nach den
Ergebnissen seeseismischer Messungen einerseits einen deutlichen Versatz des ® Prädevons in der Ausbildung der ® Bohrung G 14-1/86 mit einer offensichtlich
beträchtlichen Mächtigkeitserhöhung des Silur in Tafeldeckgebirgsentwicklung südlich
der Störungszone, an anderer Stelle bildet sie an der Prädevon-Oberfläche die
Grenze zwischen der tiefpaläzoischen Tafeldeckgebirgsausbildung im Norden und
kaledonisch disloziertem, über das Tafelpaläozoikum nordwärts überschobenen ® Ordovizium im Süden. Synonym:
Rømø-Møn-Störungszone. /NS/
Literatur: D. FRanke
(1990b); M. Seifert et al.
(1992); S.A. Thomas (1992); D. Franke (1993);
M. Krauss (1994); P. Mayer et al. (1994); J. Piske et al. (1994);
Jütrichauer Tonschiefer-Folge ® Natho-Formation.