Zabitzer Zone [Zabitz
Zone] ¾
annähernd NE-SW streichende Zone
tertiär-zeitlicher irregulärer Auslaugung einer ehemaligen Salzhochlage bzw.
eines autonomen Salzsattels im Bereich der ® Mansfelder Mulde. /TB/
Literatur:
R. Kunert (1968, 1997b)
Zabitz-Friedeburger Tertiärbecken [Zabitz-Friedeburg Tertiary Basin]
¾ isoliertes Tertiärvorkommen am Nordrand der ®
Mansfelder Mulde östlich von Hettstedt (Lage siehe Abb. 23), bestehend aus
einer nach lithologischen Kriterien als ästuarin bis kontinental betrachteten
Schichtenfolge des ®
Mitteleozän. /SH/
Literatur:
D. Lotsch
(1968); D. Lotsch et
al. (1969); G. Martiklos (2002a)
Zachower Fluviatil [Zachow
fluvial] ¾ fluviatile (bis limnische?) sandige Sedimente des
oberpleistozänen ®
Weichsel-Frühglazials (Brörup-Interstadial? ® Odderade-Interstadial?) in Mittelbrandenburg nordöstlich von
Brandenburg/Havel, in denen eine kaltzeitliche Kleinäugerfauna nachgewiesen
wurde. Begleitfaunen sind Mollusken und Ostracoden; außerdem sind Charophyten
und Fusit belegt. Zachow ist der bisher nördlichste Fundpunkt des Steppenlemmings
(Lagurus lagurus) in Mitteleuropa.
/NT/
Literatur:
L. Lippstreu et al. (1997); L. Lippstreu (1999, 2002a);
W.-D. Heinrich & N. Hermsdorf
(2002); L. Lippstreu (2006)
Zadelsdorfer Geodenhorizont ® Zadelsdorfer Horizont.
Zadelsdorfer
Horizont [Zadelsdorf Horizon] ¾ bedeutsamer Fossilhorizont innerhalb des ® Rußschiefers
des ® Dinantium an
der Südostflanke des ® Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinoriums,
allerdings nur aus Lesesteinen bekannt; die Ammonoideenfauna belegt ein ® Mittel-Tournaisium-Alter
(spätes ® Hastarium bis
frühes ® Ivorium).
Synonyme: Zadelsdorf-Fauna; Zadelsdorfer Geodenhorizont. /TS/
Literatur: H. Weber
(1955); R. Gräbe & H. Blumenstengel (1974); D. Weyer (1972); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2005); H. Blumenstengel (2006)
Zadelsdorf-Fauna ® Zadelsdorfer Horizont.
Zahna:
Flöz ... [Zahna Seam] ¾ im
Nordwestabschnitt des ® Niederlausitzer Tertiärgebiets und den
westlich angrenzenden Bereichen des ® Mittelelbe-Tertiärgebiets lokal entwickeltes
bis zu 1 m mächtiges Braunkohlenflöz des ® Thanetium (oberes Oberpaläozän) innerhalb
der ®
Linda-Formation. Zuweilen ist der Flözhorizont in drei Teilflöze aufgegliedert
(Flöze Zahna 1 bis 3). Synonym: Flöz Linda.
Literatur: D. Lotsch
et al. (1969); D. Lotsch (1981); R.
Präger & K. Stedingk (2003); M. Göthel (2004)
Zahna:
Struktur ... [Zahna Structure] ¾ flächenmäßig kleine Salinarstruktur am Südrand der ® Nordostdeutschen Senke nordöstlich der ® Wittenberger Störung. /NS/
Literatur: G.
Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993)
Zahnaer Schichten ® Zahna-Subformation.
Zahnaer Störung [Zahna Fault] ¾ NNE-SSW streichende, saxonisch geprägte
Bruchstörung im Westabschnitt der ® Buchholzer Scholle. /NS/
Literatur: G. Beutler (2001)
Zahna-Nudersdorfer Endmoräne [Zahna-Nudersdorf end moraine]
¾ annähernd NW-SE orientierter Endmoränenzug
des mittelpleistozänen ® Saale-Komplexes im Bereich des ® Fläming. /NT/
Literatur:
L. Eissmann (1994b, 1997a)
Zahna-Subformation [Zahna
Member] ¾
isoliertes Vorkommen von terrestrischem ® Maastrichtium
(Unter-Maastrichtium/Ober-Maastrichtium-Grenzbereich) im Gebiet der ®
Altmark-Fläming-Scholle (Bohrung Zahna 1E, Nordbrandenburg), bestehend aus
einer ehemals ins basale ® Tertiär (tiefstes ® Paläozän; Sporomorphen-Assoziation
der SPP-Zone 1) gestellten, bis 310 m mächtigen Wechselfolge von
grauen, ockerfarbenen, roten und buntgeflammten Tonen und Schluffen sowie
grauen und bräunlichen Sanden mit untergeordnet eingeschalteten Feinkiesen. Die Zahna-Subformation wird als Teilglied der
®
Walbeck-Formation aufgefasst. Synonym: Zahnaer Schichten; Zahna-Member.
/NS/
Literatur:
W. Krutzsch (1966a); D. Lotsch (1968a); D. Lotsch (1969); W. Krutzsch
& I. Mibus (1973); M. Reich (2000); B. Niebuhr (2007k); H. Blumenstengel & W. Krutzsch (2008)
Zancl ® in
der älteren Literatur zur Geologie Ostdeutschlands zumeist angewandte Kurzform
der von der Stratigraphischen Kommission Deutschlands seit 1999 empfohlenen
Schreibweise ®
Zancleum.
Zancleum [Zanclean] ¾
chronostratigraphische Einheit des ® Tertiär der globalen Referenzskala im Range
einer Stufe mit einer Zeitdauer, die von der Internationalen Kommission für
Stratigraphie im Jahre 2008 mit ca. 1,7 Ma
(~5,3-3,6 Ma b.p.) angegeben wird, unteres Teilglied des ® Pliozän
(Tab. 30). Ablagerungen des Zancleum konnten im Bereich der ®
Nordostdeutschen Tertiärsenke bislang lediglich in der Randsenke des ® Salzstocks Lübtheen
mit der sog. ®
Gößlow-Formation nachgewiesen werden. Inwieweit Anteile des Zancleum in den
terrestrischen Ablagerungen der ® Weißwasser-Subformation im Raum der Lausitz
enthalten sind, konnte bislang nicht entschieden werden. Synonym: Unterpliozän;
alternative Schreibweise: Zancl. /NT/
Literatur: D. Lotsch
(1968, 1981); E. Geissler et
al. (1987); W. Alexowsky (1994);
W. Nowel (1995a); G. Standke (1995); W.v.Bülow (2000); G. Standke et al. (2002); IUGS
(2004); W.v.Bülow & S. Müller
(2004); G. Standke et al. (2005); J.G. Ogg et al. (2008); K. Gürs et al. (2008a); G. Standke (2008a)
Zanclodon-Letten ® Feuerletten.
Zarnowiec-Formation
®
für das ®
Adlergrund-Konglomerat des ® Unterkambrium der ® Bohrung
G 14-1/86 in Anlehnung an Profile im polnischen Teil Pommerns gelegentlich
gewählte Bezeichnung.
Zaschwitzer Zone [Zaschwitz
Zone] ¾
annähernd NE-SW streichende Zone
tertiär-zeitlicher irregulärer Auslaugung einer ehemaligen Salzhochlage bzw.
eines autonomen Salzsattels im Bereich der ® Mansfelder Mulde. /TB/
Literatur:
R. Kunert (1968, 1997b)
Zatschke-Wehlener Insel [Zatschke-Wehlen Island]
¾
NW-SE gestreckter Inselbereich im Cenomanium und Unter-Turonium des
Zentralabschnitts der ® Elbtalkreide (Abb. 39.2). /EZ/
Literatur:
K.-A. Tröger & H. Prescher (1991);
K.-A. Tröger & T. Voigt (2000)
Zatzschker Bild [Zatzschke
picture] ¾typische
Mikrofloren-Assoziation aus dem ® Zatzschker Mergel des Unter-Coniacium (Oberkreide)
im Zentralabschnitt der ® Elbtalkreide. /EZ/
Literatur: W. Krutzsch (1957a, 1957b, 1966a)
Zatzschker Mergel ® Zatzschke-Tonmergel.
Zatzschker Ton ® Zatzschke-Tonmergel.
Zatzschke-Tonmergel [Zatzschke
clayisch marl] ¾ informelle lithostratigraphische
Einheit der ®
Oberkreide, Teil einer Mergelstein-Abfolge des Ober-Turonium bis
Unter-Coniacium im Zentralabschnitt der ® Elbtalkreide (sog.
„Übergangsfazies“ im Raum Pirna) im Niveau der ® Schrammstein-Formation
des Elbsandsteingebirges, bestehend aus einem maximal bis >60 m mächtiger Horizont
eines fossilreichen feingeschichteten grauen sandigen Mergelsteins mit
auffälliger Glaukonitführung (Abb. 39.1). Der Zatschke-Tonmergel verzahnt
sich auf engem Raum mit dem so-genannten ® Herrenleite-Sandstein.
Synonyme: Zatzschker Mergel; Zatzschker Ton. /EZ/
Literatur:
A. Seifert (1955); W. Krutzsch (1957a,
1957b); H. Prescher (1959); K. Pietzsch
(1962); H.P. Mibus (1975); H.
Prescher (1981); K.-A. Tröger &
T. Voigt (1997); K.-A. Tröger (1997a,
1998b); K.-A. Tröger & T.
Voigt (2000, 2008); K.-A. Tröger
(2008b)
Zauckerode-Tuff [Zauckerode Tuff] ¾
generell 1-2 m, lokal auch über 6 m mächtiger sepiabrauner bis
gelbbräunlicher, massiger und teilweise silifizierter Tuffhorizont (Wechsellagerung
von Asche- und Lapilli-Kristalltuff) innerhalb der ® Niederhäslich-Formation
des ®
Unterrotliegend im Bereich des ® Döhlener Beckens. Der Tuff stellt einen wichtigen Litholeithorizont
dar. Synonym: Große Lette. /EZ/
Literatur:
W. Reichel (1970); U. Hoffmann (2000);
H. Walter & J.W. Schneider et al. (2008)
Zaukerode-Tuff-Subformation [Zaukerode Tuff Member]
¾
lithostratigraphische Einheit des höheren ® Unterrotliegend im
Bereich des ®
Döhlener Beckens, Teilglied der ® Niederhäslich-Formation, bestehend aus einem mindestens
6 m mächtigen, teilweise silifizierten homogenen Aschentuff mit
vitroklastischer Struktur, der vereinzelt akkretionäre Lapilli enthält.
Genetisch wird er als eine Stapelung distaler, subaerisch bis subaquatisch abgelagerter
Fallout-Tuff interpretiert. /EZ/
Literatur:
W. Reichel (1966, 1970); H. Prescher et
al. (1987); J.W. Schneider & J.
Göbel (1999b, 1999c); U. Hoffmann (2000, 2002); U. Hoffmann et al. (2002)
Zaunhaus-Rehefeld:
Silesium von ... ® Silesium
von Rehefeld-Zaunhaus.
Zechau: Braunkohlentagebau ... [Zechau brown coal open cast]
¾
Braunkohlentagebau im Südabschnitt des ® Leipzig-Borna-Altenburger
Tertiärgebiets („Weißelsterbecken“), in dem Braunkohlen des ®
Eozän abgebaut wurden. /TB/
Literatur:
W. Alexowsky (1994); G. Martiklos (2002a)
Zechengrund-Schichten
® Zechengrund-Subformation.
Zechengrund-Subformation
[Zechengrund Member] ¾ als lithostratigraphische Kartierungseinheit des ® ?Mittelkambrium ausgeschiedene metamorphe
Gesteinsabfolge im Bereich des Erzgebirgs-Antiklinoriums, unteres Teilglied der
® Grießbach-Formation (Tab. 4), bestehend aus einer 250-350 m,
max. 450 m mächtigen Serie von wechselnd graphitführenden
Zweiglimmerschiefern mit Pyritführung und Zweiglimmerschiefern mit Feldspatführung,
örtlich mit Einlagerungen von ?Marmoren bzw. Kalksilikatfelsen und Skarnen
sowie von Metabasiten. Synonym: Zechengrund-Schichten. /EG/
Literatur: W. Lorenz & K. Hoth (1964);
H. Brause & G. Freyer (1978); W. Lorenz (1979); K. Hoth (1984b); W. Lorenz & K. Hoth (1990); K. Hoth et al. (1991);
D. Leonhardt et al. (1997, 1998);
D. Leonhardt & M. Lapp (1999);
O. Elicki et al. (2008)
Zechlin:
Salzkissen ... [Zechlin Salt Pillow] ¾ NE-SW orientierte Salinarstruktur des ® Zechstein am Südwestrand der ® Mecklenburg-Brandenburg-Senke (Abb. 25.1)
mit einer Amplitude von etwa 500 m und einer absoluten Tiefenlage der
Struktur bei ca. 3200 m unter NN (bezogen jeweils auf den
Reflexionshorizont X1 im Grenzbereich Buntsandstein/Zechstein). Mit ® Salzstock ® Zechlin-Flecken im Strukturzentrum. Nördliches
Teilglied der ® Netzeband-Zechlin-Salinarstruktur. /NS/
Literatur: R.
Meinhold (1959); E. Unger (1962); G. Lange et al. (1990); W. Conrad (1996); H. Beer (2000a); W. Stackebrandt & H. Beer (2002)
Zechlin:
Salzstock ® Salzstock
Flecken Zechlin.
Zechniger Schichten ® Dölzschen-Formation.
Zechstein [Zechstein] ¾ obere lithostratigraphische Einheit des ® Mitteleuropäischen
Perm (® Dyas) im Range
einer Gruppe zwischen dem Top des ® Rotliegend und der Basis des ® Buntsandstein.
Parallelisierungen mit der globalen Referenzskala des ® Perm
(Tab. 12) basieren auf biostratigraphischen und magnetostratigraphischen Methoden.
Danach umfasst der Zechstein entsprechend dem Kenntnisstand des Jahres 2010 im
Wesentlichen nur einen relativ kurzen, etwa 5 Ma umfassenden Abschnitt des
jüngsten Perm von ca. 258-253 Ma b.p. Dies entspricht dem
höheren Abschnitt des ® Wuchiapingium sowie dem unteren Teil des ® Changhsingium,
d.h. dem jüngsten Abschnitt des ® Oberperm der globalen stratigraphischen
Referenzskala. In der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands wird der
Zechstein häufig jedoch unkorrekt ebenfalls als „Oberes Perm“ bzw. „Oberperm“
bezeichnet, obwohl er nur den höheren Abschnitt des (internationalen) Oberperm
vertritt. Aus diesem Grund wurde ein Nomenklaturvorschlag unterbreitet, nach
dem der Zechstein alternativ als ® Oberes Mitteleuropäisches Perm bzw. als ®
Obere Dyas bezeichnet wird. Dieser Vorschlag hat sich bisher jedoch noch wenig
durchgesetzt. Die Gliederung des Zechstein erfolgt nach sedimentzyklischen
Kriterien (vom Liegenden zum Hangenden) in ® Werra-Formation, ®
Staßfurt-Formation, ®
Leine-Formation, ®
Aller-Formation, ®
Ohre-Formation, ®
Friesland-Formation und ® Fulda-Formation (vgl. Tab. 14 bis Tab. 18).
Die einzelnen Sedimentzyklen setzen sich in der Normalausbildung generell aus
vier Gliedern zusammen: mariner Ton(stein), Karbonat, Anhydrit und Halit
(einschließlich Potassit), die meist von geringmächtigen rezessiven Sedimenten
(Decksteinsalz, Deckanhydrit) überlagert werden. Terrestrisch gebildete
Tonsteine, sog. Salztone, trennen die einzelnen Zyklen, bevor eine erneute
Transgression wiederum zu einer marinen Überflutung führte. Weitere
Detailgliederungen sind möglich und erweisen sich oft über große Flächen hinweg
als bemerkenswert horizontbeständig. Die primäre Gesamtmächtigkeit erreicht auf
ostdeutschem Gebiet Maximalwerte bis etwa 1700 m. Die zumeist durch
lagunäres Milieu geprägte Sedimentation erfolgte in einem großen, bereits zur
Rotliegendzeit angelegten intrakratonischen Becken, das sich mit nordwest-südöstlichem
Streichen von der nördlichen Nordsee bis an den südostpolnischen Karpatenrand
erstreckte und dabei ursprünglich nahezu das Gesamtgebiet Ostdeutschlands überdeckte
(vgl. Abb. 11 bis Abb. 14). Dabei weist der Bereich der ® Nordostdeutschen
Senke innerhalb des Beckens eine mehr zentrale, die Gebiete weiter südlich
(z.B. ®
Thüringer Becken s.l., ®
Werra-Becken) und weiter nördlich (Vorpommern) dagegen eine stärker randliche
Position mit Übergängen zur eigentlichen Randfazies (Südostthüringen,
Westsachsen, Rügen) auf. Eine Spezialsenke wurde im ostdeutschen Anteil der
Ostsee im Bereich des ® Gryfice-Grabens nachgewiesen. Synonyme: Oberes
Mitteleuropäischen Perm; Obere Dyas, Thuring. /SF, TB, SH, EZ, CA, NS/
Literatur: G.
Seidel (1965a); G. Merz (1966);
R. Wienholz (1967); W. Jung
(1968); E. v Hoyningen-Huene (1968);
G. Seidel & R. Langbein (1974a); PERM-STANDARD
TGL 25234/12 (1980); G. Seidel
(1992); H. Kozur (1994); R. Langbein & G. Seidel (1995a); M. Menning (1995a, 1995b); H.-U. Schlüter et al. (1997); H. Beer (1997a); M. Menning (2000c); H. Beer (2002d); K.-C. Käding et al. (2002); R. Langbein
& G. Seidel (2003); I. Zagora & K. Zagora (2004); K.-C. Käding (2005); M. Menning et al. (2006);
R. Gast & T. Gundlach (2006); M.
Hiete et al. (2006); G. Beutler et al. (2006); M. Menning (2008); H.W.
Kozur & G.H. Bachmann (2008); A. Friebe (2008a); K.-H. Radzinski (2008a)
Zechstein
1 ®
Werra-Formation.
Zechstein
2 ® Staßfurt-Formation.
Zechstein 2-Karbonat ® Staßfurt-Karbonat-Subformation.
Zechstein
3 ® Leine-Formation.
Zechstein
4 ® Aller-Formation.
Zechstein
5 ® Ohre-Formation.
Zechstein
6 ®
Friesland-Formation.
Zechstein
7 ®
Fulda-Formation (ehemals ® Mölln-Folge).
Zechstein
7-Folge ®
Fulda-Formation (ehemals ® Mölln-Folge)
Zechstein
8 ®
heute nicht mehr gesondert
ausgeschiedener oberster Abschnitt der ® Fulda-Formation (ehemals ® Übergangs-Folge
bzw ® Rezessiv-Folge).
Zechstein
8-Folge ®
heute nicht mehr ausgeschieden
(ehemals ® Übergangsfolge
bzw ® „Rezessiv“-Folge).
Zechstein 1
®
Werra-Formation.
Zechstein:
Mittlerer ® in der älteren ostdeutschen Literatur
zuweilen verwendete Bezeichnung für die Ablagerungen vom ® Unteren
Werra-Anhydrit im Liegenden bis einschließlich zum ® Hauptdolomit
bzw. ® Stinkschiefer im Hangenden.
Zechstein:
Oberer ® in der älteren ostdeutschen Literatur
zuweilen verwendete Bezeichnung für die Ablagerungen vom ® Basalanhydrit
(® Unterer Staßfurt-Anhydrit) bis an die Obergrenze des ® Zechstein, die seinerzeit zumeist ins Hangende des ® Grenzanhydrits
gelegt wurde.
Zechstein:
Unterer ® in der älteren ostdeutschen Literatur
zuweilen verwendete Bezeichnung für ® Kupferschiefer und ® Zechsteinkalk
(® Werra-Karbonat) einschließlich ® Zechstein-Konglomerat bzw. ® Weißliegendes
bzw. ® Grauliegendes.
Zechsteinkalk
[Zechsteinkalk] ¾ informelle
lithostratigraphische Einheit des ® Zechstein, Teilglied der ® Werra-Formation
(Tab. 14), überwiegend bestehend aus grauen bis bräunlichgrauen massigen
bis flaserschichtigen oder oolithischen, teilweise Anhydrit führenden
Kalksteinen bis Tonmergelsteinen, die oft auf der Grundlage des Sedimentgefüges
untergliederbar sind; normalmarine Fazies der ® Werra-Karbonat-Subformation in den
beckenzentral gelegenen Bereichen mit Mächtigkeiten von <4 m (zentral)
bis >6 m, max. 25 m (randnäher; z.B. Rügener Wallfazies).
Gelegentlich nachgewiesene millimeterdünne „Tonlöser“ werden als
frühdiagenetische Residualtone interpretiert. Örtlich (z.B. ® Subherzyne
Senke, ® Südöstliches
Harzvorland) konnte eine oolithisch/pseudooolithische Zone wenig unterhalb der
Obergrenze des Zechsteinkalks nachgewiesen werden. An Fossilien kommen
insbesondere Brachiopoden, Muscheln, Bryozoen, Foraminiferen und Ostracoden
vor, die auf eine nahezu normale marine Salinität hinweisen. Bekanntestes
Fossil ist der Brachiopode Horridonia
(Productus) horridus. Der Begriff Zechsteinkalk wird häufig als
gleichbedeutende Bezeichnung für Werra-Karbonat-Subformation verwendet.
Küstensaum und Untiefen werden von einer Riffdolomitfazies mit großem
Fossilreichtum begleitet. Synonyme: Werra-Karbonat-Subformation; Werra-Karbonat;
Ca1 (in der Literatur und
auf geologischen Karten oft als Kurzbezeichnung verwendetes Symbol). /SF, TB,
SH, CA, NS/
Literatur: G. Jankowski & W. Jung
(1962); G. Seidel & J. Seifert (1963); I. Knak & G. Primke (1963); W.
Kühn (1965); G. Seidel (1965a);
E.v.Hoyningen-Huene (1967);
H.J. Helmuth (1968); J. Seifert (1972); G. Seidel & R. Langbein (1974a); R. Langbein & G.
Seidel (1980); G. Seidel & H. Wiefel (1981); H. Decker et al.
(1990); G. Seidel (1992); R. Langbein
& G. Seidel (1995a, 2003); G.
Patzelt (2003); I. Zagora & K. Zagora (2004); A. Friebe (2008a); L. Stottmeister et al. (2008); K.-H. Radzinski (2008a)
Zechstein-Konglomerat [Zechstein Conglomerate] ¾ Bezeichnung für einen in seiner Mächtigkeit
rasch wechselnden, bis ca. 10 m erreichenden meist grauen bis
dunkelgrauen, fein- bis grobkörnigen fluviatilen Konglomerathorizont im
Grenzbereich Rotliegend/Zechstein (Tab. 14), mit vorwiegend fluviatil
geprägten Geröllkomponenten des unterlagernden permosilesischen
Übergangsstockwerks bzw. des variszischen Grundgebirges. Stratigraphisch wird
der Konglomerathorizont in der Literatur sowohl zum basalen Zechstein als auch
zum höchsten Rotliegend gestellt. Für letztere Einstufung spricht, dass von
zahlreichen Autoren das „Zechstein“-Konglomerat als ein geringfügig marin
umgelagertes Rotliegend-Konglomerat interpretiert wird. Andererseits sollen
aber auch Unterschiede zwischen Rotliegendkonglomeraten und
„Zechstein“-Konglomerat existieren. Aus pragmatischen Gründen wird heute allgemein
der überlagernde ® Kupferschiefer (® Untere
Werra-Ton-Subformation) als Basisglied des ® Zechstein betrachtet, da dieser infolge
seiner regional weitreichenden Verbreitung und Korrelierbarkeit einen
wesentlich besseren Leithorizont für eine Grenzziehung zwischen zwei
Formationen darstellt. Das „Zechstein“-Konglomerat wäre demnach dem höchsten ® Rotliegend
zuzuweisen. Diese Grenzziehung entspricht auch einem Beschluss der Subkommision
Perm/Trias. Gelegentlich (z.B. östliches ® Subherzynes Becken) geht der
Konglomerathorizont in feinschichtige feinkörnige Sedimente über. Als
annähernde stratigraphische Äquivalente des Zechstein-Konglomerats werden die
feinklastischen Sedimente des sog. ® Weißliegend bzw. des ® Grauliegend
betrachtet. Synonyme: Werra-Konglomerat; Z1C (in der Literatur und auf geologischen
Karten zuweilen als Kurzbezeichnung verwendetes Symbol). /TB, SH, CA, NS/
Literatur: B. Steinbrecher (1959b,
1959c); C. Siegert (1963); G. Seidel
(1965a); E.v.Hoyningen-Huene (1968); U.
Kriebel (1968); J. Seifert (1972); G. Judersleben & G. Seidel (1974); G.
Seidel & R. Langbein (1974a); PERM-STANDARD TGL 25234/12 (1980); G. Seidel
& H. Wiefel (1981); H. Decker et al. (1990); G. Seidel (1992); R. Langbein & G. Seidel (1995a); J. Paul et al. (1998); M. Schwab
et al. (1998); R. Langbein & G. Seidel
(2003); G. Patzelt (2003); K.-H. Radzinski (2008a); B.-C. Ehling et al. (2008a)
Zechsteinletten:
Obere ... [Upper Zechstein Letten] ¾ informelle lithostratigraphische Einheit des
® Zechstein,
randliche Vertretung der beckenzentralen Schichtglieder der höheren ® Leine-Formation
(insbesondere der ® Oberen Leine-Ton-Subformation) sowie der
tieferen ® Aller-Formation
(insbesondere der ® Unteren Aller-Ton-Subformation) in Süd- und
Ostthüringen, West- und Mittelsachsen sowie im Bereich der ® Subherzynen
Senke (Tab. 16-20), bestehend aus einer bis max. 17 m mächtigen,
randwärtig variierenden Serie von rötlich gefärbten Tonsteinen, Sandsteinen und
Konglomeraten. Wahrscheinlich stellen diese Gesteine auch noch stratigraphische
Äquivalente der höheren ® Aller-Formation, der ® Ohre-Formation
und der ®
Friesland-Formation dar. Damit wären sie in ihren höheren Abschnitten etwa
zeitgleiche Bildungen der sog. ® Obersten Zechsteinletten Nordthüringens. Synonym:
Obere Letten; Obere Bunte Letten, Oberer Zechsteinsandstein. /SF, TB, NW/
Literatur: W. Hoppe (1960); K. Pietzsch (1962); H. Ullrich (1963); W. Jung (1968); E.v.Hoyningen-Huene
(1968); L. Eissmann (1970); J. Seifert (1972); K. Kerkmann & G. Seidel (1976);
G. Seidel (1992); R. Langbein & G. Seidel (1995a); H. Kästner et al. (1996); R. Langbein & G. Seidel (2003); K.-H.
Radzinski (2008a); A. Friebe
(2008a)
Zechsteinletten:
Oberste [Uppermost Zechstein Letten] ¾ informelle lithostratigraphische Einheit des
® Zechstein,
bestehend aus einer geringmächtigen (4-8 m), von massigen dunkelrotbraunen,
von Anhydritflocken und –knoten durchsetzten Siltstein/Tonsteinserie oberhalb
der ® Oberen
Aller-Sulfat-Subformation in den Randgebieten des Ablagerungsraumes der höheren
®
Aller-Formation, der ® Ohre-Formation und der ®
Friesland-Formation Nordthüringens und des Südöstlichen Harzvorlandes mit der
sog. ® Graugrünen Grenzbank
als Hangendgrenze. Im Bereich der ® Subherzynen Senke werden stratigraphisch
wahrscheinlich annähernd äquivalente Serien als Obere Zechsteinletten
bezeichnet (Tab. 18). Synonyme: Friesland-Ton-Subformation +
Ohre-Ton-Subformation + Obere Aller-Ton-Subformation, Obere Zechsteinletten
(hangender Abschnitt). /TB/
Literatur: G. Seidel & J. Seifert (1963);
G. Seidel (1965a); F. Schüler
& G. Seidel (1991); G. Seidel (1992); H. Kästner et al. (1996); H. Kästner
(2000); G.H. Bachmann et al. (1998); G. Patzelt (2003); K.-H. Radzinski (2008a)
Zechsteinletten:
Untere ... [Lower Zechstein Letten] ¾ informelle lithostratigraphische Einheit des
® Zechstein,
randliche Vertretung der beckenzentralen Schichtglieder von Teilen der ® Werra-Formation
(?), der ®
Staßfurt-Formation (?) sowie der unteren ® Leine-Formation (?) in Ostthüringen sowie
West- und Mittelsachsen (Tab. 19), bestehend aus einer meist dünne Lagen
oder Konkretionen von Anhydrit, Dolomit und Sandstein führenden Tonsteinserie,
örtlich in fein- bis mittelkörnige, teilweise auch geröllführende Sandsteine
übergehend. Nach der Färbung kann lokal eine Gliederung in einen grauen unteren
und einen roten oberen Abschnitt vorgenommen werden. In der ® Werra-Senke
ist eine Unterteilung in vier Horizonte möglich. Synonym: Untere Letten; Untere
Bunte Letten; Unterer Zechsteinsandstein. /SF, TB, EZ/
Literatur: J. Michael (1959); K. Pietzsch (1962); H. Ullrich (1963); E. Dittrich (1964); J.
Jungwirth & J. Seifert (1966); W.
Jung (1968); L. Eissmann (1970); J. Seifert (1972); K. Kerkmann & G. Seidel
(1976); G. Seidel (1992); R. Langbein & G. Seidel (1995a); H. Kästner et al. (1996); G.H. Bachmann et al. (1998); H.
Kästner (1999); R. Langbein & G. Seidel (2003); A. Friebe (2008a)
Zechsteinriff
®
Werra-Riff.
Zechsteinsalinar ® zusammenfassender Begriff für die salzführenden Schichten des ® Zechstein.
Zechsteinsandstein:
Oberer … ®
Obere Zechsteinletten.
Zechsteinsandstein:
Unterer … ®
Untere Zechsteinletten.
Zechstein-Übergangsfolge
®
Zechstein-Übergangsschichten.
Zechstein-Übergangsschichten
[Zechstein Transition Beds] ¾ heute nicht mehr gebräuchliche Bezeichnung
für eine im Übergangsbereich vom ® Zechstein zum ® Buntsandstein im Bereich der ®
Nordostdeutschen Senke außerhalb der beckenzentral entwickelten Salinarzyklen
der ® Ohre-Formation,
®
Friesland-Formation sowie der seinerzeit ausgeschiedenen ® Mölln-Folge und
® „Rezessiv“-Folge
vorkommende 20-40 m mächtige Serie von Sandsteinen, Siltsteinen und
Tonsteinen oberhalb des ® Oberen Aller-Anhydrits, die sich infolge des
Fehlens von Salinareinschaltungen nicht mit den o.g. Salinarzyklen
parallelisieren lässt. Im nördlichen Thüringen setzen sich die
Übergangsschichten vornehmlich aus roten Tonsteinen zusammen, in Ost- und
Südthüringen treten vermehrt Sandsteine, teilweise auch Konglomerate auf. Hier
wurden die Übergangsschichten als Basiseinheit der ehemals ausgeschiedenen ®
Nordhausen-Folge dem Liegendbereich des ® Unteren Buntsandstein zugeordnet. Im Gebiet
der ® Calvörder
Scholle sind die Übergangsschichten früher weiter gefasst worden; sie
beinhalteten dort den gesamten noch nicht als selbständige Zechstein-Folgen
ausgeschiedenen Bereich oberhalb des ® Aller-Steinsalzes bis an die
Buntsandsteinbasis. Synonyme: Übergangsschichten; Übergangsfolge;
Zechstein-Übergangsfolge. /SF, TB, SH, CA, NS/
Literatur: W. Reichenbach (1963); G. Seidel (1965a); F. Schüler (1976); H. Kozur & G. Seidel (1983); F. Schüler
& G. Seidel (1991); G. Seidel (1992); J. Lepper (1993); W. Glässer (1995b); R. Langbein & G. Seidel (1997); G.H. Bachmann et al. (1998); K.-C. Käding (2000)
Zeesen: Flöz ... [Zeesen
Seam] ¾
wirtschaftlich unbedeutendes, nicht bauwürdiges geringmächtiges Braunkohlenflöz
des ®
Untermiozän im Südabschnitt der ® Nordostdeutschen Tertiärsenke (Raum südöstlich von
Berlin). /NT/
Literatur:
D. Lotsch et al. (1969)
Zehdenick
1E/74: Bohrung ... [Zehdenick 1E/74
well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame
Erdöl-Erdgas-Bohrung im Ostabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (Nordbrandenburg,
Abb. 25.13, Abb. 25.14), die unter 1460 m ® Känozoikum,
2432 m ®
mesozoisch-junpaläozoischem Tafeldeckgebirge sowie 426 m Sedimenten des ® Rotliegend bei
Ausfall von Rotliegendvulkaniten (® Westbrandenburg-Schwelle) bis zur Endteufe
von 4334,6 m variszisch deformierte Schichtenfolgen der ®
Altmark-Nordbrandenburger Kulmzone aufschloss. Eine ähnliche Profilabfolge
wurde von der Bohrung Zehdenick 5/76 durchörtert. (Tab. 36). /NS/
Literatur: E. Bergmann et al. (1983);
D. Franke et al. (1995); D. Franke (2006)
Zehdenick
2/75: Bohrung ... [Zehdenick 2/75
well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame
Erdöl-Erdgas-Bohrung im Ostabschnitt der ® Nordostdeutschen Senke (Nordbrandenburg,
Abb. 25.13, Abb. 25.14), die unter 538 m ® Känozoikum,
3462 m ®
mesozoisch-junpaläozoischem Tafeldeckgebirge sowie 494 m Sedimenten des ® Rotliegend bei
Ausfall von Rotliegendvulkaniten (® Westbrandenburg-Schwelle) bis zur Endteufe
von 5215,7 m variszisch deformierte Schichtenfolgen der ®
Altmark-Nordbrandenburger Kulmzone aufschloss. Die Basis bildet ein
Sandsteinkomplex mit möglich molassoidem Charakter (Tab. 36). /NS/
Literatur: E. Bergmann et al. (1983);
D. Franke et al. (1989b); D. Franke (1990a); K. Hoth et
al. (1993a); G. Katzung (1995); D.
Franke et al. (1995, 1996); H. Rieke
(2001); G. Katzung (2004b); D. Franke (2006)
Zehdenick: Eem-Vorkommen von ... [Zehdenick
Eemian] ¾
limnisches Sedimentvorkommen der ® Eem-Warmzeit des tieferen ® Oberpleistozän im Bereich
von Nordbrandenburg. /NT/
Literatur:
L. Lippstreu (2002a, 2006)
Zehdenicker Scholle [Zehdenick Block] ¾ auf der
Grundlage geophysikalischer Kriterien vermutete NW-SE streichende
Scholleneinheit im präpermischen Untergrund der® Nordostdeutschen Senke,
begrenzt im Nordosten durch die ® Gramzower Störung, im Südwesten durch die ®
Joachimsthaler Störung; im Nordwesten bildet der ® Rheinsberger Tiefenbruch
eine markante Grenze (Abb. 25.5). /NS/
Literatur:
D. Franke et al. (1989b)
Zehdenicker
Schwerehoch [Zehdenick gravity high] ¾ annähernd NE-SW bis E-W verlaufendes, durch Salzstrukturen stärker
zergliedertes Schwerehochgebiet am Ostrand des ® Mecklenburger Schwerehochs (Abb 25.18);
vermutet wird ein der ® Oranienburger Magnetanomalie ähnlicher
Störkörper (Basement-Hochlage). /NS/
Literatur: W. Conrad et al. (1994); W. Conrad (1996, 2001)
Zehdenick-Gransee-Graben
[Zehdenick-Gransee Graben] ¾ NNE-SSW streichende, im ® Unterrotliegend
angelegte und zur Zeit der Ablagerung der ® Elbe-Subgruppe des ® Oberrotliegend II
nivellierte schmale Grabenstruktur im Ostabschnitt der ® Nordostdeutschen
Senke, im Nordwesten begrenzt duch die ® Neuruppiner Störung, im Südosten durch die ® Dannenwalder Störung.
/NS/
Literatur: S.
Klarner (1993)
Zehista: Mergel von … [Zehista Marl] ¾
geringmächtiger Mergelsteinhorizont des Mittel-Turonium im Zentralabschnitt der
®
Elbtal-Kreide (Niveau der basalen ® Postelwitz-Formation) im Bereich der sog.
„Übergangsfazies“ (Raum Pirna). Synonyme: Unterer Mergel; Liegende Mergel. /EZ/
Literatur:
K. Pietzsch (1956, 1962)
Zehrener Quarzporphyr ® Zehrener Rhyolith.
Zehrener Rhyolith [Zehren
Rhyolithe] ¾ im
höheren ®
Silesium geförderte, an den NW-Ast der ® Lausitzer Überschiebung
gebundener Komplex rhyolithischer Gänge im Zentralbereich des ®
Meißener Massivs zwischen ® Priestewitzer Eruptivkomplex im Nordosten und ®
Meißener Eruptivkomplex im Südwesten. Charakteristisch ist ein porphyrisches
Gefüge mit größeren Einsprenglingen von Quarz, Orthoklas, untergeordnet auch
Biotit und Plagioklas, in einer mikrokristallinen Grundmasse. Die in den
granitoiden Plutoniten des ® Meißener Massivs außerhalb des eigentlichen
Eruptivkomplexes aufsitzenden Gänge werden oft als jüngstes Glied der Meißener
Eruptivserie betrachtet; andererseits gibt es Ansichten, dass diese Gänge älter
als der Eruptivkomplex sind. Synonym: Zehrener Quarzporphyr. /EZ/
Literatur:
K. Pietzsch (1956, 1962); R. Benek et
al. (1977); G. Röllig (1985); H.
Prescher et al. (1987); D. Beeger & W. Quellmalz (1994); H.-J. Berger (2001)
Zeichen: Tone von ... ® Zeichen-Burglehn-Ton pars.
Zeichen-Burglehn-Ton [Zeichen-Burglehn
Clay]
¾
Sammelbezeichnung für einen
charakteristischen Tonsteinhorizont des tieferen Ober-Turonium der ®
Elbtalkreide im Hangenden des ® Pirna-Oberquaders, überlagert vom ®
Herrenleite-Sandstein (Abb. 39.1), zusammengesetzt aus der im sandigen
Südostteil zwischen Sandstein c3 (neuerdings: Obergrenze ®
Postelwitz-Formation) und Sandstein d der ® Schrammstein-Formation
auftretenden, etwa 3 m, nordöstlich von Wehlen auch 4-6 m mächtigen
„Zeichener Tonbank“ sowie der weiter nordwestlich im Zentralteil
(„Übergangsfazies“) an der Basis der ® Strehlen-Formation nachgewiesenen,
allgemein bis wenig über 1 m mächtig werdenden „Burglehn-Tonbank“.
Lithofaziell handelt es sich um eine Folge von dunkelgrauen, lokal schwach
kalkhaltigen Tonen mit Sand- und Schlufflinsen. Bei Pirna-Copitz enthalten die
Tone basal Sphärosiderit-Konkretionen bis 2 cm Durchmesse, auch kommen
Bioturbationen sowie Mergellagen vor. Die Fauna besteht aus Muscheln,
Schnecken, Dentalien und Ammoniten. Synonyme: Burglehn-Zeichener Tonbank;
Burglehn-Tonbank; Zeichen-Tonbank; Tone von Zeichen; Zeichener Ton. /EZ/
Literatur: A. Seifert
(1955); W. Krutzsch (1957a, 1957b); K.
Pietzsch (1962); H.P. Mibus (1975); K.-A. Tröger (1975); H. Prescher (1981); K.-A. Tröger (1989b); T. Voigt (1996); K.-A. Tröger & T. Voigt (1997); K.-A. Tröger (1997a);
K.-A. Tröger & T. Voigt
(2000, 2008); K.-A. Tröger (2008b)
Zeichener Bild [Zeichen
picture] ¾typische
Mikrofloren-Assoziation aus der ® Zeichen-Tonbank des Ober-Turonium im Südostabschnitt
der ®
Elbtalkreide.
Literatur: W. Krutzsch (1957a, 1957b, 1966a)
Zeichener Ton ® Zeichen-Burglehn-Ton pars.
Zeichen-Tonbank ® Zeichen-Burglehn-Ton pars.
Zeisigwalder
Rhyolithtuff ® Zeisigwald-Tuff.
Zeisigwald-Quarzporphyrtuff
® Zeisigwald-Tuff.
Zeisigwald-Tuff [Zeisigwald
Tuff] ¾
Tuffhorizont im Hangendabschnitt
der ®
Leukersdorf-Formation des Grenzbereichs ® Unterrotliegend zu ®
Oberrotliegend I im Ostabschnitt der ® Chemnitzer Teilsenke
(Abb. 37.1), Teilglied der ® Oberen Leukersdorf-Subformation, zusammengesetzt aus
lokal verkieselten Lapillituffen und lapilliführenden rotvioletten Aschentuffen.
Die Mächtigkeiten erreichen im Zentrum der insbesondere mittels Bohrungen
konturierten, ca. 2,5 km Durchmesser besitzenden Caldera bis zu
90 m, an den Rändern lediglich 5 m. Petrochemisch ist der Tuff von
rhyolithischem und alkali-rhyolithischem Charakter mit einer Dominanz von
Kalium im Verhältnis zum Natrium. Charakteristisch ist ein erhöhter Gehalt an
Fluor, Zinn und Berrylium. Als Besonderheit wurde im basalen Teil des Tuffs im
Übergangsbereich zu Siltsteinen und feinkörnigen Sandsteinen der berühmte
„Versteinerte Wald von Chemnitz“ nachgewiesen. Der Tuff wurde seit dem Mittelalter
als Baustein genutzt (z.B. Tulpenkanzel im Freiberger Dom). Synonyme: Zeisigwalder
Rhyolithtuff, Zeisigwald-Quarzporphyrtuff. /MS/
Literatur: K. Pietzsch (1962); F.
Jentsch & G. Urban (1979); H. Prescher et al. (1987); F. Fischer
(1990); S. Eulenberger et al. (1995); R.
Rössler (1995b); R. Rössler &
M. Barthel (1998); R. Rössler/Hrsg. (2001); H.-J. Berger (2001); J.W. Schneider et al. (2004); H. Walter & J.W. Schneider et al.
(2008); H.-J. förster et al.
(2008)
Zeißholz: Braunkohlentagebau ... [Zeißholz brown coal open cast]
¾
aufgelassener Braunkohlentagebau im Südabschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets südwestlich von Hoyerswerda, in dem Braunkohlen
des ®
Miozän abgebaut wurden. /LS/
Literatur: W. Nowel
(1995b); C. Drebenstedt
(1998)
Zeißholzer Stapelendmoräne ® Zeißholz-Liebegaster Endmoräne.
Zeißholz-Liebegaster Endmoräne [Zeißholz-Liebegast end moraine]
¾
am Nordostrand der ®
Lausitzer Scholle südwestlich von Hoyerswerda gelegener Endmoränen-Komplex des ®
Drenthe-Stadiums (®
?Drenthe 2-Randlage) des tieferen ® Saale-Hochglazials (®
Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän; Abb. 24.1). In dieser stratigraphischen Position wird
die Endmoräne als östliches Teilglied der sog. ® Petersberger Zone
betrachtet. Alternativ erfolgt gelegentlich auch eine Einstufung als Jüngeres
Elster-Stadial der ®
Elster-Kaltzeit des tieferen ® Mittelpleistozän. Typisch ist ein ausgeprägter
südvergenter Stapelbau mit eingeschuppten Sedimentfolgen des ®
Tertiär (einschließlich des ® Ersten, Zweiten und Dritten Miozänen Flözkomplexes).
Synonym: Zeißholzer Stapelendmoräne. /LS/
Literatur:
D. Steding (1992); J. Marcinek & B. Nitz (1973); F. Hübner & K.P. Unger (1989); L. Wolf et al. (1992); L. Eissmann
(1994b, 1997a); W. Nowel (2003a)
Zeißig:
Bohrung ... [Zeißig well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung am Nordrand des ® Oberlausitzer
Antiklinalbereichs im Bereich der ® Hoyerswerdaer Störung, die unter 88,1 m
® Känozoikum bis
zur Endteufe von 163,4 m in cadomischen Biotit-Granodioriten teufte.
Synonym: Bohrung NSL (Nordrand Sächsische Lausitz) 28/64. /LS/
Literatur: H.
Brause (1967, 1969a)
Zeitz
4/66: Bohrung [Zeitz 4/66 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im Ostabschnitt der ® Merseburger
Scholle nordwestlich Meineweh, die bis 5,0 m ® Quartär, bis
20,0 m ® Tertiär, bis
212 m ® Trias und bis
407,4 m ® Zechstein
aufschloss. Das Liegende bis zur Endteufe von 413,4 m bilden Granitoide
des cadomischen (bis ?postcadomischen) ® Zeitz-Weißenfelser Granodioritkomplexes.
Eine annähernd analoge Abfolge wiesen auch die Bohrungen Zeitz 5/66 (Granitoide
im Teufenbereich von 434,8-444,4 m) und Zeitz 12/66 (Granitoide im Teufenbereich
von 309,6-317,2 m) nach. /TB/
Literatur: H.-J. Behr
(1966); A. Steinmüller et al. (1994); J. Wunderlich (2000); J. Wunderlich & A. Zeh (2001); J. Wunderlich
(2003)
Zeitz 8/66: Bohrung ... [Zeitz 8/66 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im Ostabschnitt
der ® Merseburger
Scholle westlich Weickelsdorf, in der unter permotriassischem Deckgebirge im Teufenbereich
von 529,0-542,1 m die permosilesische ® Schwarzburg-Jena-Leipziger Schwelle sowie
das präsilesische Grundgebirge mit cadomisch/variszisch deformierten
feinkörnigen, teils tonschieferstreifigen Grauwacken, die als
Äquivalente der ®
Leipzig-Gruppe des ®
Neoproterozoikum betrachtet werden, nachgewiesen werden konnten. Ähnliche
Gesteinsserien vermutlich neoproterozoischen Alters (Grauwacken, Quarzite, phyllitische
Tonschiefer) wurden auch in den Bohrungen Zeitz 6/66 südwestlich Meineweh
(500,3-503,6 m), Zeitz 7/66 südöstlich Osterfeld (519,9-531,3 m),
Zeitz 9/66 nordnordöstlich Stolzenhain (352,1-367,9 m) sowie Zeitz 11/66
westlich Walpernhain (386,0-403,0 m) angetroffen. /TB/
Literatur:G.
Burmann (1969, 1972); W. Steiner & P.G. Brosin (1974); A.
Steinmüller et al. (1994); J.
Wunderlich (2000); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b); J. Wunderlich (2003)
Zeitzer Blauton ® Luckenauer Ton.
Zeitzer
Florenkomplex [Zeitz floral complex] ¾ im Bereich der ® Leipziger
Tieflandsbucht und ihrer Randgebiete nachgewiesener laurophyl/immergrüner
Florenkomplex des ® Eozän. /NW, TB, HW/
Literatur: D.H.
Mai & H. Walther (2000)
Zeitzer Flusssand: Älterer ... ® Zeitz-Subformation.
Zeitzer
Flusssande ®
Zeitz-Subformation.
Zeitzer Randlage [Zeit
ice margin] ¾ im
Raum Zeitz annähernd Ost-West, weiter westlich in Richtung Naumburg-Querfurt-Hettstedt
SE-NW streichende Eisrandlage des ® Drenthe-Stadiums des ® Saale-Hochglazials (®
Zeitz-Phase) des ®
Mittelpleistozän im Nordostabschnitt des ® Thüringer Beckens s.l. (südwestliche ®
Leipziger Tieflandsbucht), Teilglied der ® Saale-Hauptrandlage, das
die südliche Maximalausdehnung des Saaleeises im westlichen Raum Ostdeutschlands
markiert (Abb. 24.1). Synonyme: Saale-Hauptrandlage pars, Drenthe 1-Randlage pars.
/TB/
Literatur:
L. Eissmann (1975, 1994b, 1995);
W. Knoth (1995)
Zeitzer Schichten ® Zeitz-Subformation.
Zeitz-Glaziär-Formation [Zeitz Glacial Formation]
¾ klimatostratigraphische Einheit des ®
Saale-Hochglazials (®
Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän) mit der ® Leipziger Tieflandsbucht als Typusregion, bestehend aus
einer 6-15 m, maximal ca. 12-30 m mächtigen, lithofaziell
heterogen zusammensetzten Folge von olivgrauem bis braungrauem Geschiebemergel
(Erste Saale-Grundmoräne) mit nordischem (skandinavischen) Geschiebespektrum,
glazilimnischen Schluffen sowie glazifluviatilen Sanden und Kiesen (®
Bruckdorf-Horizont) und stärker fluviatil geprägten Ablagerungen (Pomßen-Mischschotter,
Bruckdorf-Basisschotter). Das Hangende bildet die ® Leipzig-Glaziär-Formation
mit dem Vorstoßbänderton des zweiten Saale-Eisvorstoßes an der Basis. /NW, TB,
HW, EZ, NT/
Literatur:
R. Ruske (1964); L. Eissmann (1969,
1970, 1975, 1994b, 1997); T. Litt
et al. (2007); S. Wansa (2007)
Zeitz-Leipziger Phase ® Drenthe-Stadium.
Zeitz-Leipziger Schwelle ® nördliches Teilglied der ®
Schwarzburg-Jena-Leipziger Schwelle.
Zeitz-Leipziger Störung [Zeitz-Leipzig Fault]
¾ auf der Grundlage gravimetrischer Gradientenscharungen
postulierte SW-NE streichende saxonische Störung im nördlichen Einflussbereich
der ®
Schwereminusachse von Königsee-Jena-Hohenmölsen-Leipzig.
/TB/
Literatur:
W. Conrad et al. (1994); D. Hänig et al. (1996); W. Conrad (1996)
Zeitz-Pegauer Grauwacke ® zuweilen verwendete Bezeichnung für die im Raum Zeitz/Pegau in Bohrungen diskordant unter Schichtenfolgen des ® Silesium oder jüngeren Einheiten nachgewiesenen, meist steilgestellten Grauwackenkomplexe, die nach ihrer lithologischen Ausbildung, ihrer tektonischen Beanspruchung und ihrer regionalen Position als Äquivalente der ® Leipzig-Gruppe des ® Ediacarium betrachtet werden.
Zeitz-Phase [Zeitz
phase] ¾
klimatostratigraphische Einheit des ® Drenthe-Stadiums des ® Saale-Hochglazials (®
Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän; Tab. 31) im westsächsisch-nordostthüringischen Raum (®
Leipziger Tieflandsbucht), lithofaziell charakterisiert (vom Liegenden zum
Hangenden) durch im Mittel 5-15 m, maximal >40 m mächtige
Vorstoßbändertone und –schluffe (z.B. ® Böhlen-Lochauer
Bänderton), durch 20->30 m erreichende Vorschüttsande und –kiese (z.B. ®
Zeuchfeld-Talsander, ® Großbothener Talsander, ® Heller-Terrasse), durch
die Erste Saale-Grundmoräne (Ältere Drenthe-Moräne) sowie durch Ablagerungen
der Eisrandlagen (®
Zeitzer Randlage, ®
Grimmaer Randlage u.a.) wie Schmelzwassersande und –kiese, Bändertone und
Schluffe. Die Untergrenze wird vom Hauptterrassen-Komplex der ® Delitzsch-Phase
gebildet, der koninuierlich in die basalen Stausee-Sedimente übergeht; die Obergrenze
markieren Schmelzwasserbildungen des ® Pomßen-Intervalls bzw.
der ®
Bruckdorf-Horizont. In der Zeitz-Phase erreichte das Saaleeis im sächsisch-thüringischen
Raum seine maximale Ausdehnung (vgl. Abb. 24.1). Synonym: Drenthe 1.
Literatur:
L. Eissmann (1975, 1994b, 1995, 1997a); W. Nowel (2003a);
L. Eissmann (2006); T. Litt et al. (2007); S. Meng & S. Wansa (2008)
Zeitz-Schmöllner
Buntsandsteinmulde ® Zeitz-Schmöllner
Mulde.
Zeitz-Schmöllner Mulde [Zeitz-Schmölln Syncline]
¾
NW-SE streichende saxonische Senkungsstruktur im Südostabschnitt der ®
Merseburger Scholle (Lage siehe Abb. 32.2) mit Vorkommen von randlichem ®
Zechstein sowie maximal 50 m mächtigen, von tonigen und konglomeratischen
Zwischenlagen durchsetzten überwiegend roten Sandsteinen der ® Calvörde-Formation
und ®
Bernburg-Formation des ® Unteren Buntsandstein. Die konglomeratischen Horizonte
führen meist Gerölle von Quarzen und Kieselschiefern, weniger von Granuliten,
Quarzporphyren, Porphyrtuffen, Grauwacken, Gneisen und Glimmerschiefern. Das
Liegende bilden Ablagerungen des ® Rotliegend sowie variszisch deformierte Schichtenfolgen,
z.B. graugrüne und violettrote Phyllite (?Nordostfortsetzung des ®
Kambrium sowie der ordovizischen ® Weißelster-Gruppe des ® Bergaer Antiklinoriums).
Die Mulde wird von zwei NE-SW streichenden Mulden niederer Ordnung bei Jauern
und Großstöbnitz gequert. Zwischen diesen beiden Teilmulden liegt ein kleiner
NE-SW streichender Sattel bei Gleina. Weiterhin tritt bei Göhren ein Nord-Süd
gerichteter Sattel auf. Synonyme: Zeitz-Schmöllner Senke; Zeitz-Schmöllner
Buntsandsteinmulde. /TB/
Literatur: H. Tonndorf
(1965); G. Hecht (1980); F. Falk & H. Wiefel (1995); W. Glässer (1995b, 1995c); W. Glässer & G.
Seidel (1995); G. Beutler (2001);
A. Friebe (2008a, 2008b)
Zeitz-Schmöllner
Senke ®
Zeitz-Schmöllner Mulde.
Zeitz-Subformation [Zeitz
Member] ¾
lithostratigraphische Einheit des ®
Bartonium (oberes Mitteleozän) im Bereich des ® Leipzig-Borna-Altenburger
Tertiärgebiets („Weißelsterbecken“), oberes Teilglied der ®
Profen-Formation (Tab. 30), bestehend aus einer Folge fluviatiler bis
ästuariner Kiese, Sande und Tone. Die Schichtenfolgen der Zeitz-Subformation
bilden das Mittel zwischen ® Sächsisch-Thüringischem Unterflözkomplex im Liegenden
und dem ®
„Weißelsterbecken“-Hauptflözkomplex im Hangenden. Synonyme: Zeitzer Schichten;
Zeitzer Flusssande; Ältere Flusssande; Älterer Zeitzer Flusssand; Bornaer Folge A
pars. /TB/
Literatur:
L. Eissmann (1968); D. Lotsch (1968); D.
Lotsch et al. (1969); L. Eissmann
(1970); D. Lotsch (1981); G. Doll
(1984); R. Helms et al. (1988); L. Eissmann
& T. Litt (1994); G. Standke (2002); J. Rascher et al. (2005); G. Standke
(2008a); H. Blumenstengel & W.
Krutzsch (2008)
Zeitz-Weißenfels
101/64: Bohrung [Zeitz-Weißenfels
101/64 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame
Bohrung im Ostabschnitt der ® Merseburger Scholle, die unter
postvariszischem Deckgebirge im Teufenbereich von 179,85-227,80 m eine
nicht durchteufte Serie von cadomisch/variszisch deformierten
Grauwackenschiefern und tonschieferstreifigen Grauwacken der ® Leipzig-Gruppe
des ®
Neoproterozoikum aufschloss. /TB/
Literatur: H.-J. Behr
(1966); J. Wunderlich (2000); J.
Wunderlich & A. Zeh (2001); J. Wunderlich (2003)
Zeitz-Weißenfels
102/64: Bohrung ... [Zeitz-Weißenfels
102/64 well] ¾
regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im Ostabschnitt der ®
Merseburger Scholle, in der unter ® permotriassischem Tafeldeckgebirge die permosilesische
Schwarzburg-Jena-Leipziger Schwelle nachgewiesen wurde; im Teufenbereich von
300,1-310,8 m traf die Bohrung das präsilesische Grundgebirge mit
Granitoiden des cadomischen (bis ?postcadomischen) ® Zeitz-Weißenfelser
Plutonitmassivs an. /TB/
Literatur: H.-J. Behr (1966); H.-J. Berger et al. (1999); J. Wunderlich (2000); J. Wunderlich & A.
Zeh (2001b); J. Wunderlich
(2003)
Zeitz-Weißenfelser
Plutonitmassiv [Zeitz-Weißenfels
Plutonite Massif] ¾ im Zentralbereich
der ®
Südthüringisch-Nordsächsischen Antiklinalzone (Ostabschnitt der ® Merseburger
Scholle) unter permotriassischem Deckgebirge mittels Bohrungen nachgewiesener,
generell SW-NE gestreckter Komplex postkinematischer ® cadomischer
(bis postcadomischer?) Granodiorite. Synonym:
Zeitz-Weißenfels-Granodioritkomplex. /TB/
Literatur: H.-J. Behr
(1966); L. Eissmann (1967b); R. Sehm (1967); D. Franke & E. Schroeder
(1968); G. Meinel (1974); G. Röllig et al. (1995); D. Leonhardt (1995); J. Wunderlich (2000); J.
Wunderlich & A. Zeh (2001b); J. Wunderlich
(2003)
Zeitz-Weißenfels-Granodioritkomplex
®
Zeitz-Weißenfelser Plutonitmassiv.
Zella-Mehlis 1/64: Bohrung ... [Zella-Mehlis 1/64 well]
¾
Bohrung im Südabschnitt der ® Beerberg-Scholle nördlich der ®
Heidersbacher Störung (Abb. 3.6) mit einem Refernzprofil der ® Goldlauter-Formation
sowie u.a. mit Nachweis von diskordant auf dem ® Thüringer Hauptgranit
lagernden 40 m mächtigen ® Höllkopf-Sedimenten (Teilglied der ® Ilmenau-Formation)
des ®
Unterrotliegend, gefolgt von 70 m Tuff. /TW/
Literatur: H. Lützner et al. (1995); H. Lützner
(2000); H. Lützner et al. (2003)
Zella-Mehliser Vulkanitkomplex [Zella-Mehlis Volcanic Complex]
¾
Vulkanitkomplex der ®
Georgenthal-Formation des ® Stefanium C im Bereich der ® Suhler Scholle
südwestlich bis westlich des ® Suhler Granits, parallelisiert mit dem ®
Georgenthal-Vulkanitkomplex am Nordrand der ® Tambacher Mulde.
Literatur: H. Lützner et al. (1995)
Zella-Mehlis-Sedimente [Zella-Mehlis Sediments]
¾ informelle lithostratigraphische Einheit des ®
Silesium (®
Stefanium C) im Nordwestabschnitt der ® Oberhofer Mulde, basales
Teilglied der ®
Oberen Georgenthal-Subformation, bestehend aus einer 80-100 m mächtigen
Folge fluviatiler rotfarbener Sedimente mit einem geringmächtigen
Steinkohlenflöz sowie mit deutlichen Tuffeinschaltungen. Nachgewiesene Floren-
und Tetrapodenfährten erlauben keine präzise biostratigraphische Einstufung.
/TW/
Literatur:
H. Haubold (1985a); D. Andreas
et al. (2005); H. Lützner (2006)
Zellendorfer
Graben [Zellendorf Graben] ¾ NW-SE streichende Grabenstruktur am Südrand der ® Nordostdeutschen Tertiärsenke (Niederer Fläming
südlich Jüterbog), in dem die Kartierungsbohrung Linda 3/60 über ® Mittlerem Muschelkalk erstmals Schichtenfolgen
der ® Linda-Formation des ® Thanetium (oberes Oberpaläozän) aufschloss. Auch
kommen isolierte Ablagerungen der ® Serno-Formation des ® Bartonium (oberes Mitteleozän) innerhalb des Grabens
vor. /NT/
Literatur: M. Göthel
(2004)
Zellgrund-Schotter [Zellgrund
gravels] ¾
lokale Bezeichnung für eine
>27 m mächtige Folge von groben Kiesen mit Bruchstücken von Material
des ®
Mittleren Buntsandstein und der ® Hornburg-Formation sowie nordischem Kristallin am Rande
der Erdeborner Niederung (® Mansfelder Mulde). Die stratigraphische Einstufung der
Schotter erfolgte ehemals ins ® Holozän, neuerdings werden sie jedoch als Bildungen der
®
Weichsel-Kaltzeit des ® Oberpleistozän betrachtet. /TB/
Literatur:
E.v.Hoyningen-Huene (1959); K.-H. Radzinski (2001a)
Zentral-
und Südrügen: Hauptbasaltoid-Folge von ... [Central and
South Rügen Main basaltoid Sequence] ¾ bis
>200 m mächtige Folge von Olivinbasalten des ® Unterrotliegend
(® ?Roxförde-Formation,
höherer Teil) im Bereich des ® Rügener Vulkanitkomplexes (Tab. 13);
eingeschaltet sind Zwischensedimente und Tuffe. /NS/
Literatur: D. Korich (1986; 1989); W. Kramer (1988); K. Hoth et al.
(1993b); D. Korich & W. Kramer
(1994); J. Marx et al. (1995)
Zentral-
und Südrügen: Obere Rhyolithoid-Folge von ... [Central and
South Rügen Upper Rhyolitoid Sequence] ¾ bis
>266 m mächtige Folge von Rhyolithoiden des ® Unterrotliegend
(® ?Winkelstedt-Formation)
im Bereich des ® Rügener Vulkanitkomplexes (Tab. 13).
/NS/
Literatur: D. Korich (1986; 1989); W. Kramer (1988); K. Hoth et al.
(1993b); D. Korich & W. Kramer
(1994); J. Marx et al. (1995)
Zentral-
und Südrügen: Untere Basaltoid-Folge von ... [Central and
South Rügen Lower basaltoid Sequence] ¾ bis
>100 m mächtige Folge von Olivinbasalten des ® Unterrotliegend
(® ?Roxförde-Formation,
tieferer Teil) im Bereich des ® Rügener Vulkanitkomplexes (Tab. 13);
eingeschaltet sind Horizonte mit Zwischensedimenten und Tuffen. /NS/
Literatur: D. Korich (1986; 1989); W. Kramer (1988); K. Hoth et al.
(1993b); D. Korich & W. Kramer
(1994); J. Marx et al. (1995)
Zentral-Altmark-Scholle
[Central Altmark Block] ¾ NNE-SSW streichende saxonische Scholleneinheit
im Bereich der westlichen ® Altmark-Senke, zentrales Teilglied der ® Südwest-Altmark-Scholle, im Westen abgegrenzt
gegen die ® West-Altmark-Scholle durch die ® Diesdorfer Störung, im Osten gegen die ® Ost-Altmark-Scholle durch die ® Apenburg-Poppauer Störung; sowohl im Subsalinar
als auch im Suprasalinar nachweisbar. /NS/
Literatur: D. Benox et al. (1997)
Zentrale Harzstörung ® zuweilen verwendete Bezeichnung für das Störungssystem des ® Biwender Gangzuges sowie des ® Straßberg-Neudorfer Gangzuges.
Zentralkristallin
[Central Crystalline] ¾ zuweilen verwendete Bezeichnung für die ?altpaläozoischen
Metamorphite der ®
Liebenstein-Gruppe des ® Ruhlaer Kristallins einschließlich der Orthogneise (®
Heßleser Gneis, ®
Schmalwasserstein-Gneis, ® Dorngehege-Gneis, ® Steinbacher Augengneis, ®
Rennweg-Gneis); im Osten bilden ® Trusetal-Granit und ® Brotteröder Diorit, im
Westen der Ruhlaer Granit die Grenze, im Norden wird das Zentralkristallin vom ®
Westthüringer Quersprung sowie durch die Auflagerung von Gesteinen der ®
Brotterode-Formation und ® Truse-Formation begrenzt, im Süden überlagert ®
Zechstein und ®
Trias das Zentralkristallin. Synonyme: Liebensteiner Migmatitgebiet;
Altkristallin, /TW/
Literatur: A. Zeh (1996)
Zentrallausitzer Rinne [Central Lusatian channel]
¾
NNW-SSE streichende quartäre Rinnenstruktur im südlichen Abschnitt des ®
Niederlausitzer Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre
elsterzeitliche glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase
des ersten Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der
tertiären Schichtenfolge bis in Teufen unterhalb des für den Braunkohlenbergbau
bedeutsamen ®
Zweiten Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die
Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /NT/
Literatur:
M. Kupetz et al. (1989)
Zentralmecklenburg-Schwelle
[Central Mecklenburg Elevation] ¾ im tieferen ® Oberrotliegend angelegte NNE-SSW bis NE-SW
streichende Hebungsstruktur zwischen ® Westmecklenburg-Senke im Nordwesten und ®
Havel-Müritz-Senke im Südosten (Abb. 9). /NS/
Literatur: N. Hoffmann (1990); U. Gebhardt et al. (1991); R. Benek et
al. (1996); O. Kleditzsch (2004a, 2004b)
Zentralrügen-Folge
® Zentralrügen-Subgruppe.
Zentralrügen-Subgruppe
[Central
Rügen Subgroup] ¾ maximal 550 m mächtige lithostratigraphische
Einheit des ® Silesium (® Westfalium D bis tieferes ® Stefanium),
nachgewiesen in Bohrungen auf Rügen-Hiddensee sowie im Festlandsbereich von
Vorpommern, gegliedert (vom Liegenden zum Hangenden) in ®
Dornbusch-Schichten, ® Trent-Schichten und ® Rambin-Schichten.
Synonyme: Zentralrügen-Folge; Rote Folge pars + Graue Folge pars. /NS/
Literatur: G. Hirschmann et al. (1975); K. Hoth et al. (1990); D. Franke
(1990); K. Hoth et al. (1993a, 1993b); W. Lindert (1994); H.-J. Piske et al. (1994); W. Lindert & N. Hoffmann (2004); K.
Hoth et al. (2005)
Zentralsächsisches Lineament [Central Saxony Lineament]
¾
NE-SW streichende lineamentäre Tiefenstörung zwischen ® Granulitgebirge im
Nordwesten und ®
Erzgebirge im Südosten, die sich wahrscheinlich nach Südwesten bis in den Raum
des Münchberger Kristallinkomplexes (®
Zentralsächsisch-Fränkisches Lineament) erstreckt, im Nordosten dagegen abruppt
an der ®
Elbezone endet. Die erhebliche Tiefenreichweite des Lineaments wird durch seismische
Messungen dokumentiert, die ein südgerichtetes Eintauchen des Lineaments unter
das Erzgebirgskristallin bis in Tiefen von ~10 km sowie einen Versatz der
Conrad-Diskontinuität und der Moho nachweisen konnten. Die geologisch
bedeutsame Lage als Grenzzone zwischen zwei Krustenblöcken
(Erzgebirge/Granulitgebirge), paläogeographische Sonderentwicklungen während
des präsilesischen Paläozoikum (® bayerische Fazies), tektonisch lange Zeit umstrittene
Strukturentwicklungen (Autochthonie/Parautochthonie oder Allochthonie der
kristallinen Einheiten des ® Frankenberger Zwischengebirges, ® Wildenfelser
Zwischengebirges und Münchberger Kristallinkomplexes), verstärkte magmatische
Aktivitäten (®
Kirchberger Granit, ®
Bergener Granit, ®
Schönbrunner Granit, ® Eichigter Granit); Basitreichtum des ®
Vogtländischen Synklinoriums, Unterschiede der variszischen Strukturrichtungen
im Südosten (®
Erzgebirgsnordrandzone, Westerzgebirge, ® Südwestvogtländische
Querzone mit örtlich Westnordwest gerichtetem Deckenbau) und Nordwesten (®
Vogtländisches Synklinorium/Mehltheuerer Synklinale mit nach Südwesten vergierendem
Deckenbau ) sowie Anlage NE-SW gestreckter Frühmolasse- und Molassebecken im
Bereich der ®
Vorerzgebirgs-Senke kennzeichnen die geologisch exponierte Stellung dieser
Zone. Synonyme: Mittelsächsisches Lineament, Saxothuringische Zwischengebirgszone;
Nordostbayerisches-mittelsächsisches Detachment. /MS, VS/
Literatur:
K. Pietzsch (1962); A. Watznauer et al. (1964); A. Watznauer (1965); M. Kurze (1965, 1966); W. Schwan (1974); W.
Neumann (1977); P. Bankwitz (1977); J. Bölsche & K.-D. Kresser (1980);
M.Kurze (1984a, 1984b); H. Brause
(1990); A. Schreiber (1992); H.-J. Berger et al. (1992); C.-D. Werner (1993); A. Frischbutter (1993); M. Kurze (1993); E.
Kuschka (1993); U. Kroner (1995); H.-J.
Berger (2001); E. Kuschka (2002); H.-J. Berger et al. (2008f)
Zentralsächsisch-Fränkisches Lineament [Central Saxony-Franken Lineament]
¾gelegentlich
verwendete Bezeichnung für das nach Südwesten bis in den Raum des Münchberger
Kristallinkomplexes (NE-Bayern) verlängerte ® Zentralsächsische
Lineament. /MS, VS/
Literatur:
J. Gandl (1992)
Zentral-Schellerhauer Störung [Central Schellerhau Fault]
¾ NW-SE streichende, nach Nordosten einfallende
Bruchstörung im Ostabschnitt des ® Osterzgebirgischen Antiklinalbereichs, quert den ®
Schellerhauer Granit in seiner NW-SE orientierten Längserstreckung. /EG/
Literatur:
E. Kuschka (im Druck)
Zentralthüringische Anomalie [Central Thuringian anomaly]
¾
NNE-SSW bis NE-SW gestreckte geophysikalische Anomalie mit deutlicher Kongruenz
positiver gravimetrischer und magnetischer Gradienten im Zentrum des ®
Thüringer Beckens s.l. zwischen
Erfurt, Bad Langensalza und Sömmerda mit metamorphen Einheiten (?massige
Metabasite) der ® Mitteldeutschen
Kristallinzone als wahrscheinlichen Anomalienträger. /TB/
Literatur: W. Conrad et al. (1998); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b);
H.-J. Behr et al. (2002); A. Zeh & J. Wunderlich (2003); I.
Rappsilber (2003)
Zentralthüringische Magnetanomalie [Central Thuringian magnetic anomaly] ¾ NE-SW gestreckte Magnetanomalie im Zentrum der ®
Thüringer Beckens s.l. mit
metamorphen Einheiten (?massige Metabasite) der ® Mitteldeutschen
Kristallinzone als vermutete Anomalienträger. /TB/
Literatur: W. Conrad et al. (1998); J. Wunderlich & A. Zeh (2001b)
Zentralthüringische Schwereplusachse [Central Thuringian positive gravity axis] ¾ generell NE-SW streichende Schwereplusachse
im Zentralbereich des ® Thüringer Beckens s.l.,
deren Ursachen in basischen Gesteinen der verdeckten ® Mitteldeutschen
Kristallinzone vermutet werden. /TB/
Literatur:
W. Conrad et al. (1994); W. Conrad (1996)
ZENTROSEIS
®
in der geologisch-geophysikalischen
Literatur Ostdeutschlands häufig vorkommende Bezeichnung für ein in den 1980er
Jahren durchgeführtes tiefenseismisches Messprogramm.
Zerben:
Salinarstruktur ... [Zerben Salt Structure] ¾Salinarstruktur des ® Zechstein im Zentralabschnitt der ® Kakerbeck-Schmerwitzer Strukturzone (Südteil der
® Altmark-Fläming-Scholle. /NS/
Literatur: R.
Meinhold & H.-G. Reinhardt (1967); G. Beutler (2001)
Zerbener
Folge ®
Zerben-Formation.
Zerben-Formation
[Zerben Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Ypresium
(Untereozän) im Bereich der ® Nordostdeutschen Tertiärsenke (Mecklenburg/Altmark/Brandenburg;
Tab. 30), bestehend aus einer 20-65 m mächtigen transgressiven Folge
von flachmarinen, beckenrandnah abgelagerten glaukonitischen Feinsanden und
sandigen Schluffen, die in östlicher Richtung in ästuarine und kontinentale
Ablagerungen übergehen und auch kohlige Einlagerungen enthalten. Die Formation
überlagert gebietsweise unter Annahme einer Schichtlücke das Oberpaläozän der ® Helle-Formation
und ®
Mahlpfuhl-Formation. In nördlicher Richtung verzahnt sich die Zerben-Formation
mit der tiefmarinen tonig-schluffigen ® Schlieven-Formation. An Fossilien wurde eine lediglich arme untypische Mirofauna,
demgegenüber aber eine reiche Mikroflora nachgewiesen, die die SPP-Zonen
11/12-13 repräsentiert. Annähernd altersgleich mit der Zerben-Formation sind
die Ablagerungen der ® Schlieven-Formation und der ® Marnitz-Formation.
In diesem Sinne wird die Zerben-Formation zuweilen im Range einer Gruppe
(Zerben-Gruppe) der (sandigen) Schlieven-Formation im Liegenden und der
(tonig-schluffigen) Marnitz-Formation im Hangenden formell übergeordnet.
Synonym: Zerben-Gruppe; Zerbener Folge. /NT/
Literatur: D. Lotsch
(1968); D. Lotsch et al. (1969); D. Lotsch (1981); J. Haupt
(1998); G. Standke (2002); W.v.Bülow
& S. Müller (2004); G. Standke et al. (2005); L. Stottmeister
et al. (2008); H. Blumenstengel
& W. Krutzsch (2008)
Zerben-Gruppe
®
Zerben-Formation.
Zerbst
1/57: Bohrung ... [Zerbst 1/57 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im Nordwestabschnitt der ® Roßlauer
Teilscholle (® Zerbster Zone), die unter 79,5 m ® känozoischem Deckgebirge bis zur Endteufe
von 300,0 m eine Serie fein- bis grobkörniger Grauwacken der ®
Zerbst-Formation erschloss. Ähnliche Profile, teilweise mit
Tonschiefer-Zwischenlagen, wurden auch in der flacheren Bohrungen Zerbst 9/82,
Zerbst 16/82, Zerbst 17/82, Zerbst 18/82 und Zerbst 29/82 nachgewiesen. /FR/
Literatur: F. Reuter (1964); H. Jäger (1999b); H.-J. Paech et al.
(2001, 2006)
Zerbst
6/82: Bohrung ... [Zerbst 6/82 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Kartierungsbohrung am Nordwestrand
der ® Pakendorfer Zone (® Roßlauer Teilscholle), die unter
73,6 m ® känozoischem Deckgebirge bis zur Endteufe von 93,9 m phyllitische
Tonschiefer des ® Ordovizium der ®
Pakendorf-Gruppe (® Nördliche Phyllitzone) aufschloss; biostratigraphisch
belegt ist ® Arenig (® Mühlstedt-Formation). Lithofaziell ebenfalls
zur ® Nördlichen Phyllitzone zu stellende, jedoch als ® Tremadocium (®
Natho-Formation) datierte Serien wurden in weiteren Zerbst-Bohrungen (25/82,
26/82, 27/82) nachgewiesen. /FR/
Literatur: B.-C. Ehling & K. Hoth (2001b); G. Burmann et al. (2001)
Zerbster Grauwacke ® Zerbst-Formation.
Zerbster Grauwacken-Folge ® Zerbst-Formation.
Zerbster Platten [Zerbst
Plates] ¾
lehmige Grundmoränenplatten des drenthestadialen mittelpleistozänen ®
Altmoränengebietes im Bereich des ® Fläming mit Höhen zwischen 60-100 m NN. /NT/
Literatur:
L. Stottmeister et al. (2008)
Zerbster Zone [Zerbst
Zone] ¾
NE-SW streichende, sich über etwa
20 km erstreckende und durchschnittlich 10-12 km breite variszische
Struktureinheit im Nordwestabschnitt der ®
Roßlauer Teilscholle (Abb. 27), im Nordosten begrenzt durch die ®
Wittenberger Störung, im Südwesten durch die ® Südflechtinger Störung.
Durch Bohrungen wurden unterhalb des 50-160 m mächtigen ®
känozoischen Deckgebirges variszisch deformierten Schichtenfolgen der ®
Zerbst-Formation nachgewiesen. Vermutet wird eine Verbindung der Zone über die ®
Subherzyne Senke hinweg zur ® Selke-Decke und/oder ® Tanner Zone des ®
Unterharzes (®
Tanne-Zerbster Zone). /FR/
Literatur: F. Reuter (1964); K. Wächter (1965); Geologie-Standard
TGL 34331/01 (1983); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg. (1993); W. Knoth
& E. Model (1996); G. Martiklos et al.
(2001); H.-J. Paech et al. (2001, 2006); B.-C- Ehling
(2008c)
Zerbst-Flysch ® Zerbst-Formation.
Zerbst-Formation [Zerbst
Formation] ¾
lithostratigraphische Einheit des ® ?Oberdevon bis ® ?Dinantium im ®
präkänozoischen Untergrund im Nordwestabschnitt der ® Roßlauer Teilscholle (®
Zerbster Zone; Abb. 27),
bestehend aus einer >220 m mächtigen variszisch deformierten
flyschoiden Serie von fein- bis grobkörnigen Grauwacken mit Sandsteinen und
Tonschieferlagen. Parallelisierungen werden sowohl mit der devonischen ®
Selke-Grauwacke des ®
Unterharzes als auch mit der unterkarbonischen ® Tanne-Formation des ®
Mittelharzes vorgenommen (Tab. 9). Synonyme: Zerbster Grauwacke; Zerbster
Grauwacken-Folge; Grauwacke von Zerbst-Güterglück; Zerbst-Flysch. /FR/
Literatur:
F. Reuter (1964); K. Wächter (1965); H. Bartels (1968); K. Schmidt
& D. Franke (1975); H. Pfeiffer (1981a); K.-H. Borsdorf et al. (1985,
1991); G. Katzung & G. Ehmke/Hrsg.
(1993);
H.-J. Paech et al. (2001, 2006); B.-C- Ehling
(2008c)
Zerbst-Güterglück: Grauwacke von ... ® Zerbst-Formation.
Zersatzgrobschotter-Serie
® Thüringischer Zersatzgrobschotter.
Zersatzkies-Folge [Zersatzkies
Folge] ¾
informelle lithostratigraphische
Einheit des höheren ®
Pliozän in Thüringen, generell bestehend aus einer in lokalen
subrosionsbedingten Depressionen gebildeten Folge von fluviatilen, limnischen
und palustrischen Sedimenten (lokal bis >70 m mächtige Wechsellagerungen
von Kies-, Sand- und Tonschichten). Bekannte Vorkommen befinden sich bei
Nordhausen, Görsbach, Berga, Rippersroda, Neusiß, Dienstedt, Kranichfeld, Langenhain,
Oberzella und Gerstungen. /TB, SF/
Literatur:
J. Marcinek & B. Nitz (1973); K.P.
Unger (1974, 1995, 2003)
Zeschniger Konglomerat [Zeschnig Conglomerate]
¾
am Nordostrand der ®
Elbtalkreide im Bereich der ® Lausitzer Überschiebung auftretender, etwa 20 m
mächtiger obercenomaner Konglomerathorizont der „Schwellenfazies“ innerhalb der
®
Plenus-Zone (® Dölzschen-Formation),
bestehend aus Geröllen stark gerundeter gelblicher Jurakalke in einem
glaukonitischen, karbonat- und quarzhaltigen Bindemittel. Synonym: Zeschniger
Schichten. /EZ/
Literatur:
A. Seifert (1955); H.-D. Beeger (1957); H. Prescher (1959); K. Pietzsch (1962); H.
Prescher (1981); H.-D. Beeger & W. Quellmalz (1994);
Zeschniger Schichten ® Zeschniger Konglomerat.
Zethlingen: Erdgas-Lagerstätte ... [Zethlingen gas field] ¾ im Jahre 1979 im Bereich der ® Altmark-Schwelle in Sandsteinen des ® Oberrotliegend II (® Mellin-Schichten und ® Peckensen-Schichten der ® Elbe-Subgruppe) in Teufen von 3340-3440 m
nachgewiesene Erdgas-Lagerstätte mit CH4-Werten
von 23-26%; Teilglied der ® Altmark-Erdgaslagerstätte.
/NS/
Literatur: E.P. Müller (1990); E.P. Müller et al.
(1993); T. Bandlowa (1998); D. Lungershausen & K.-J. Twarok (1999)
Zettlarsgrüner Schollenfeld [Zettlarsgrün Block field]
¾
NW-SE streichendes Schollenfeld überwiegend devonischer Einheiten im
Südwestabschnitt der ® Triebeler Querzone, begrenzt im Nordosten durch die ®
Burghardtsgrüner Störung gegen das Prädevon des Kerns der Querzone (®
Triebeler Horst), im Südwesten durch das ® Ascher Störungssystem
gegen das ®
Wiedersberger Schollenfeld. Synonym: Ottengrüner Schollenfeld. /VS/
Literatur:
D. Franke (1962a); E. Kuschka (1993b); E. Kuschka
& W. Hahn (1996)
Zeuchfeld-Borntal: Interglazial von ... ® Zeuchfeld-Warmzeit.
Zeuchfeld-Interglazial ® Zeuchfeld-Warmzeit.
Zeuchfeld-Sedimente ® Zeuchfeld-Warmzeit.
Zeuchfeld-Talsander ® Zeuchfelder Sander.
Zeuchfeld-Warmzeit [Zeuchfeld
warm stage] ¾
warmzeitliche Bildung im Bereich der ® Merseburger Scholle
westlich von Weißenfels, die wahrscheinlich dem warmzeitlichen Abschnitt des ®
Tiglium-Komplexes zuzuordnen ist und damit das älteste Interglazial
Sachsen-Anhalts darstellt (Tab. 31). Aufgebaut wird die Folge (vom
Liegenden zum Hangenden) aus Unstrutkies (Melanopsis-Kiese)
sowie warmzeitlichen limnisch-fluviatilen Sanden und Schluffen mit artenreicher
Molluskenfauna (Fagotia acicularis, Valvata
naticina u.a.). Im obersten Abschnitt der Stillwasserfolge geht die
Molluskensukzession in eine kaltzeitliche Fauna über. Das Hangende bilden
schließlich fossilfreie Unstrutschotter der mittleren frühpleistozänen
Unstrutterrasse (®
Wyhra-Kaltzeit/®
Eburon-Komplex). Synonyme: Zeuchfeld-Interglazial; Zeuchfeld-Sedimente;
Interglazial von Zeuchfeld-Borntal; Fagotia-Schichten von Zeuchfeld. /TB/
Literatur:
R. Ruske (1973); D. Mania (1973, 1974);
L. Eissmann (1994b); W. Knoth
(1995); L. Eissmann (1997a, 2006)
Zeuchfeler Sander [Zeuchfeld
sander] ¾
20-30 m, maximal bis ca. 65 m mächtige, über glatilimnischen
Sedimenten abgelagerte Vorschüttsande und –kiese des ® Älteren Saale-Stadiums (®
Zeitz-Phase) des ®
Saale-Hochglazials (®
Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän) am Westrand der ® Leipziger Tieflandsbucht zwischen Weißenfels im Osten
und Freyburg/Unstrut im Westen. Durch die Sanderschüttungen wurde das holstein-
bis frühsaalezeitliche Tal der Unstrut verfüllt. Bedeutsam ist der Nachweis
zahlreicher Wirbeltierreste (Mammut, Rentier, Pferd, Wollnashorn, Moschusochse,
Saigaantilope, Bovidenreste) in den Sanderbildungen. Synonym: Zeuchfeld-Talsander./TB/
Literatur:
R. Ruske (1961); W. Schulz (1962); L.
Eissmann (1975, 1995, 1997); T. Litt et
al. (2007); S. Meng & S. Wansa
(2008)
Zeughausgang ® Zeughaus-Gangzug.
Zeughaus-Gangzug [Zeughaus
Dyke] ¾
parallel zum Erzgebirgs-Randbruch NE-SW bis WSW-ENE streichende und mit etwa
55-65° nach Südosten einfallende und sich über 5 km erstreckende
Bruchstruktur des ®
Tertiär (®
Oligozän/Miozän) in der Hinteren Sächsischen Schweiz (Elbezone bei
Hinterhermsdorf), die zum System des Eger-Rifts gestellt wird. Die Gangfüllung
besteht aus einem melilithführenden Ergussgestein (Olivin-Melilithit), das
unter der speziellen Bezeichnung „Polzenit“ (nach dem Fluss Plou/Polzen in
Tschechien) bekannt ist. Wesentliche Gemengteile des schwarzen Gesteins sind
Olivin, Melilith und Hauyn sowie in unterschiedlichen Anteilen Biotit und
Augit; Perowskit, Melanit und Apatit bilden akzessorische Gemengteile. Als
Intrusionsalter wird ein Wert von 71,3 Ma b.p. (Oberkreide) angegeben.
Das Ganggestein ist als Zeuge einer Schmelze aus dem Oberen Mantel von
besonderer Bedeutung. Synoynm: Melilithit vom Roßsteig. /EZ/
Literatur:
K. Pietzsch (1962); H. Rast (1962); H. Prescher et al. (1987); J. Klöber et al. (2005)
Zeulenroda:
Bohrung ... [Zeulenroda well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Kartierungsbohrung mit einem
Richtprofil des ® Oberdevon am Nordwestrand des ® Bergaer Antiklinoriums.
/TS/
Literatur: R.
Gräbe et al. (1968);
Zeulenrodaer Teilblock [Zeulenroda Partial Block]
¾
auf der Grundlage einer gravimetrisch-geophysikalischen Gebietsgliederung
ausgeschiedener Teilblock des vermuteten älteren präkambrischen Unterbaues im
Ostabschnitt des ®
Thüringischen Schiefergebirges mit wahrscheinlich simatischen und sialischen
Krustenanteilen. Im Nordosten durch die ® Gera-Jáchymov-Zone vom ®
Altenburger Teilblock getrennt. /TS/
Literatur:
H. Brause (1990); H. Wiefel (1997)
Zeulenroda-Zobes-Oloví-Střibro-Tiefenbruchzone
[Zeulenroda-Zobes-Oloví-Střibro Deep Fracture Zone] ¾ NW-SE streichendes Tiefenbruchsystem, dass sich mit unterschiedlicher
Deutlichkeit vom mittleren Abschnitt des ® Bergaer Antiklinoriums über den Zentralteil des ® Vogtländischen Synkolinoriums, die ® Südvogtländische Querzone bis an den Eger-Graben verfolgen lässt.
Synonyme: Oloví-Střibro-Linie;
Jocketa-Horni Slavkov-Störungszone. /TS, VS/
Literatur: J. Chrt et al. (1966); G. Hösel (1972); W. Conrad (1983); E. Kuschka
(2002)
ZGD ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands gelegentlich vorkommende Abkürzung für „Zentraler Geologischer Dienst“, der Vorgängerinstitution des Zentrales Geologisches Instituts (ZGI) in Berlin.
ZGI ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig vorkommende Abkürzung für „Zentrales Geologisches Institut“ (1961 – 1990; mit ehemaligem Sitz in Berlin).
Zicherie: Salzstock ... ® Salzstock Jahrstedt.
Zichow-Golmer Randlage [Zichow-Golm ice margin]
¾
einen südwärts gerichteten Lobus bildende, NNW-SSE bis NNE-SSW streichende
Eisrandlage der ®
Pommern-Phase des ®
Weichsel-Hochglazials der oberpleistozänen ® Weichsel-Kaltzeit im Bereich
von Nordostbrandenburg nördlich der ® Pommerschen Hauptrandlage, Teilglied des ®
Pommerschen Gürtels (Abb. 24.4). Die Eisrandlage ist lediglich ein
Rückschmelzhalt, innerhalb dessen es zu Oszillationen von meist nicht mehr als
2 km kam. Synonyme: Zichow-Golmer Staffel. /NT/
Literatur:
G. Markuse (1966); J. Marcinek & B. Nitz (1973); A.G. Cepek (1994); R.O. Niedermeyer (1995a)
Zichow-Golmer Staffel ® Zichow-Golmer Randlage.
Ziegelberg-Granit [Ziegelberg
Granite] ¾
variszisch-postkinematischer, eine
Fläche von ca. 0,7 km2 einnehmender klein- bis mittelkörniger
fluor- und phosphorreicher Lithiumglimmergranit an der Nordwestflanke der ® Erzgebirgs-Zentralzone im Grenzabschnitt der
®
Erzgebirgs-Nordrandzone zum ® Mittelerzgebirgischen Antiklinalbereich,
Teilglied der ®
Mittelerzgebirgischen Plutonregion (Abb. 36.2). Der nordwestlich der ®
Geyer-Herolder Störung gelegene Granit wird von einem breiten Kontakhof umgeben.
In diesem sowie im Granit selbst setzen zahlreiche ehemals bebaute
nordoststreichende Zinnerzgänge auf. /EG/
Literatur:
K. Pietzsch (1956, 1962); H. Lange et
al. (1972); K. Hoth et al.
(1991); G. Hösel & R. Kühne (1992); D.
Jung & L. Baumann (1992); G.
Hösel (1994); H.-J. Förster et
al. (1998); L. Baumann et al.
(2000); H.-J. Förster et al.
(2008)
Ziegelheimer Störung [Ziegelheim Fault] ¾
NW-SE streichende Störung, die von der Nordostflanke des ®
Altenburger Sattels bis in den Bereich des nordwestlichen äußeren ® Granulitgebirgs-Schiefermantels
reicht. /TB, GG/
Literatur:
H. Wiefel (1997a)
Ziegelrodaer Plateau ® Bezeichnung für einen breiten Ausstrich von flach einfallendem Mittleren und Oberen Buntsandstein am Südwest- und Westrand der ® Querfurter Mulde.
Ziegenrück
1/1h/64: Bohrung ... [Ziegenrück 1/1h/64 well] ¾ regionalgeologisch bedeutsame Bohrung im
Zentrum des ® Ziegenrücker Teilsynklinoriums, die bei einer Endteufe von 775 m
unter NN das ® Dinantium des Teilsynklinoriums noch nicht durchteuft und damit die
eigentliche Zielstellung verfehlt hatte. /TS/
Literatur: H.-J. Berger
et al. (1999)
Ziegenrücker Mulde ® Ziegenrücker Teilynklinorium.
Ziegenrücker
Schichten ®
Ziegenrück-Formation.
Ziegenrücker Synklinale ® Ziegenrücker Teilynklinorium.
Ziegenrücker Synklinorium ® Ziegenrücker Teilynklinorium.
Ziegenrücker
Teilynklinorium [Ziegenrück
Subsynclinorium] ¾ NE-SW
streichende variszische Synklinalstruktur im Zentralbereich des ®
Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges (Abb. 7; Abb. 34),
nordöstliches Teilglied des ® Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinoriums, im
Südwesten durch die ® Frankenwälder Querzone von dessem südwestlichen
Teilglied, dem ® Teuschnitzer Teilsynklinorium, getrennt; im
Nordosten unscharf begrenzt gegen das ® Thüringer Becken s.l. durch die diskordante Auflagerung
des Zechstein über das gefaltete Grundgebirge im Bereich der NE-SW streichenden
®
Ostthüringischen Monoklinale, im Südwesten scharf abgegrenzt gegen das
präkarbonische Paläozoikum der zentralen ® Frankenwälder Querzone
durch die ®
Frankenwald-Hauptverwerfung (® Gräfenthaler Störung, ® Lobensteiner Störung). Die Abgrenzung im Nordosten gegen das ® Bergaer
Antiklinorium bilden meist Störungen, die aber häufig von Ablagerungen des ® Dinantium
maskiert werden, die nordwestliche
Grenze bildet das ® Schwarzburger Antiklinorium.
Lithofaziell-stratigraphisch wird die Synklinale durch eine mehr als
3600 m mächtige Abfolge variszisch deformierter, nahezu
ausschließlich klastischer Ablagerungen des ® Dinantium (variszische
Präflysch- und Flyschsedimente)
charakterisiert (Tab. 10), die an der Nordwestflanke die devonischen
Serien der Südostflanke des ® Schwarzburger Antiklinoriums generell konkordant
überlagern, an der Südostflanke dagegen örtlich auch auf verschieden alte
Schichten des ®
Devon, ®
Silur oder ®
Ordovizium der Nordwestflanke des ® Bergaer Antiklinoriums übergreifen. Unterschieden werden eine
pelitisch-sapropelitische ® Rußschiefer-Formation (Präflysch-Serie)
sowie die aus sedimentären Großrhythmen aufgebauten ®
Leutenberg-Gruppe und ® Sonneberg-Gruppe (Flysch-Serien). Das
variszische Faltenstreichen ist allgemein NE-SW orientiert, die Vergenz gegen
SE gerichtet. Synonyme: Zeigenrücker Synklinorium; Ziegenrücker Synklinale;
Ziegenrücker Mulde; Ostthüringische Mulde pars
(Nordostteil). /TS/
Literatur: H.-R.v.Gaertner (1951); K. Schmidt (1953); H. Weber
(1955); R. Gräbe (1965a); H.
Pfeiffer (1968c); R. Gräbe &
H. Blumenstengel (1974); A. Timmermann (1978); H. Pfeiffer (1987); H. Pfeiffer et
al. (1995); K. Wucher (1997a); H.-J. Berger
et al. (1999); K. Wucher
(2001); P. Puff et al. (2001); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2004, 2005); G. Meinhold (2005); H. Blumenstengel (2006b)
Ziegenrücker
Wechsellagerung ® zuweilen
verwendete Bezeichnung für ® Ziegenrück-Formation.
Ziegenrück-Formation
[Ziegenrück Formation] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Dinantium
(?tieferes bis mittleres ® Ober-Viséum/® Holkerium bis Asbium) im Zentralteil des ®
Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinoriums, unteres Teilglied der ® Sonneberg-Gruppe
(Tab. 9; Tab. 10), bestehend aus einer ca. 700-800 m,
eventuell auch bis zu 1000 m mächtigen rhythmischen Wechsellagerung von
variszisch deformierten turbiditischen Grauwacken und Tonschiefern
(Bordenschiefern) mit einem im Liegendabschnitt auftretenden 80 m
mächtigen Bordenschieferpaket, in dem in unterschiedlichen Niveaus Grauwacken,
Gerölltonschiefer, Konglomerate (® Grenzkonglomerat (I), ® Unteres
Ziegenrück-Konglomerat, ® Oberes Ziegenrück-Konglomerat, oolithische
Geröllgrauwacken, Kalkgrauwacken (® Wilhelmsdorfer Kalkgrauwacke) sowie
geringmächtige Sandsteinhorizonte (® fimbriatus-Sandsteine)
vorkommen, zudem wurden erste Olistholithe silurischer und devonischer Gesteine
(Lydite, Kalke, Diabase) sowie der unterkarbonischen ®
Kohlenkalkplattform mit Faunenelementen des Grenzbereichs ®
Arundium/Holkerium nachgewiesen. Neuerdings erfolgt eine Untergliederung der
Formation in eine ® Untere
Ziegenrück-Wechsellagerung-Subformation und eine ® Obere
Ziegenrück-Wechsellagerung-Subformation. die Grenze zwischen beiden Subformationen
bildet das ® Obere
Ziegenrück-Konglomerat. Synonyme: Ziegenrücker Schichten; Ziegenrücker
Wechsellagerung; Untere Teuschnitzer Schichten; Oberkulm (unterer Teil). /TS/
Literatur: W.
Steinbach (1965); H. Pfeiffer (1968c); K.
Wucher (1970); R. Gräbe & H. Blumenstengel
(1974); K. Schmidt & D. Franke (1975); A. Timmermann (1978); H. Pfeiffer
(1981b, 1987); D. Weyer
(1990); H. Pfeifer et al. (1995);
K. Wucher (1998b); G. Schlegel & H. Wiefel (1998); U. Linnemann
& M. Schauer (1999); G. Lange et al. (1999); W. Küstner (2000); K. Wucher (2001); P. Puff et al. (2001); K. Wucher & T. Heuse (2002); H.
Blumenstengel et al. (2003);
K. Wucher et al. (2004); T. Hahn et al. (2004, 2005); G. Meinhold (2005); D. Weyer (2006); H. Blumenstengel (2006b)
Ziegenrück-Konglomerat:
Oberes … [Upper Ziegenrück Conglomerate] ¾ bis zu 6 m mächtiger Konglomerat-Horizont
des ® Dinantium an
der Basis der ® Oberen Ziegenrück-WechsellagerungSubformation
im Nordwestabschnitt des ® Ziegenrücker Teilsynklinoriums. Synonym: Bodelwitzer
Konglomerat. /TS/
Literatur: W.
Steinbach (1965); H. Pfeiffer (1968); H. Pfeiffer (1987); H. Pfeiffer et al (1988); K. Bartzsch et al. (1999); K. Wucher (2001); P. Puff et al. (2001); K. Wucher & T. Heuse
(2002); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2004, 2005); H. Blumenstengel
(2006b)
Ziegenrück-Konglomerat:
Unteres … [Lower Ziegenrück Conglomerate] ¾ Konglomerat-Horizont des ® Dinantium im
Liegendabschnitt der ® Unteren
Ziegenrück-Wechsellagerung-Subformation im Nordwestabschnitt des ® Ziegenrücker
Teilsynklinoriums. /TS/
Literatur: W.
Steinbach (1965); H. Pfeiffer (1968); H. Pfeiffer (1987); K. Bartzsch et
al. (1999);
K. Wucher (2001); P. Puff et al. (2001); K. Wucher & T. Heuse
(2002); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2004, 2005); H. Blumenstengel
(2006b)
Ziegenrück-Teuschnitzer Mulde ® Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinorium.
Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinale ® Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinorium.
Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinorium [Ziegenrück-Teuschnitz Synclinorium] ¾ NE-SW streichende variszische Synklinalstruktur im
Zentralbereich des ®
Thüringisch-Fränkischen Schiefergebirges (Abb. 34), im Südwesten scharf
abgegrenzt vom Tafeldeckgebirge der ® Südthüringisch-Fränkischen Scholle durch die ®
Fränkische Linie (unter teilweiser Zwischenschaltung des ®
Stockheimer Beckens), im Nordosten unscharf begrenzt gegen das ®
Thüringer Becken s.l. durch die
diskordante Auflagerung des ® Zechstein über das gefaltete Grundgebirge im Bereich
der NE-SW streichenden ® Ostthüringischen Monoklinale. Im Nordwesten bildet der
konkordante Übergang zu den devonischenn die präkarbonischen Einheiten des ®
Schwarzburger Antiklinoriums, im Südosten die des Bergaer Antiklinoriums die
Grenze. Lithofaziell ist das Synklinorium charakterisiert durch die weite
Verbreitung einer mehr als 3600 m mächtigen Serie von variszisch deformierten,
nahezu ausschließlich klastischen Ablagerungen des ® Dinantium (Präflysch- und
Flyschsedimente des sog. ® Kulms;
Tab. 10), die an der Nordwestflanke die devonischen Serien der
Südostflanke des ®
Schwarzburger Antiklinoriums generell konkordant überlagern, an der
Südostflanke dagegen örtlich auch auf verschieden alte Schichten des ®
Devon, ®
Silur oder ®
Ordovizium der Nordwestflanke des ® Bergaer Antiklinoriums übergreifen. Unterschieden werden eine pelitisch-sapropelitische
®
Rußschiefer-Formation (Präflysch-Serie) sowie die aus sedimentären Großrhythmen
aufgebauten ®
Leutenberg-Gruppe und ® Sonneberg-Gruppe (Flysch-Serien). Lediglich
der stratigraphisch tiefste Teil (® Unter-Tournaisium; „Gattendorfia-Stufe“) liegt noch in
der kalkigen Fazies des ® Oberdevon vor. Bemerkenswert ist, das die Kulmsedimente
an den Flanken unterschiedliche Ausbildung und Mächtigkeit aufweisen, so dass
ein nordwestlicher von einem südöstlichen Faziesbereich unterschieden werden
kann (Tab. 10): Das variszische Faltenstreichen ist allgemein NE-SW
orientiert, die Vergenz gegen SE gerichtet. Durch die NW-SE streichende ®
Frankenwälder Querzone wird das Synklinorium in einen Nordostteil (®
Ziegenrücker Teilynklinorium) und einen weitestgehend schon auf bayerischem
Gebiet liegenden Südwestteil (® Teuschnitzer Teilsynklinorium) untergliedert. Es ist
mit einer Längserstreckung von etwa 75 km und einer Breite von nahezu 25 km das
größte zutage tretenden Dinantium-Verbreitungsgebiet Ostdeutschlands
(Abb. 7). Synonyme: Ostthüringische Mulde; Ostthüringische Hauptmulde;
Ostthüringisches Synklinorium; Thüringische Hauptmulde; Ziegenrück-Teuschnitzer
Mulde; Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinale; Thüringer Kulmmulde; Ostthüringisches
Kulm-Synklinorium. /TS/
Literatur: H. Pfeiffer (1954, 1955), W. Steinbach (1962,
1965); H. Pfeiffer (1968c); R.
Gräbe & H. Blumenstengel (1974); G. Hempel (1974); H. Pfeiffer (1976,
1987); H. Pfeiffer et al. (1995); K.
Wucher (1997a); U. Linnemann
& M. Schauer (1999); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2004, 2005); H. Blumenstengel
(2006b)
Ziegenrück-Wechsellagerung-Subformation:
Obere … [Upper Ziegenrück Alternation Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Dinantium
(?mittleres ® Ober-Viséum) im
Bereich des ®
Ziegenrück-Teuschnitzer Synklinoriums, oberes Teilglied der ® Ziegenrück-Formation
(Tab. 10), bestehend aus einer rhythmischen Wechsellagerung von variszisch
deformierten Grauwacken und Tonschiefern, wobei die Grauwackenanteile
überwiegen. Die Basis der Subformation bildet das ® Obere Ziegenrücker
Konglomerat. /TS/
Literatur: K. Wucher
(2001); P. Puff et al. (2001); K.
Wucher & T. Heuse (2002); H. Blumenstengel et al. (2003); T. Hahn et al. (2004, 2005); H. Blumenstengel
(2006b)
Ziegenrück-Wechsellagerung-Subformation:
Untere … [Lower Ziegenrück Alternation Member] ¾ lithostratigraphische Einheit des ® Dinantium
(?tieferes ® Ober-Viséum) im
Bereich des ® Ziegenrück-Teuschnitzer
Synklinoriums, unteres Teilglied der ® Ziegenrück-Formation (Tab. 10),
bestehend aus einer rhythmischen Wechsellagerung von variszisch deformierten
Grauwacken und Tonschiefern, wobei letztere häufig eine sandige Bänderung vom
Typ der sog. Bordenschiefer aufweisen. Die Basis der Subformation bildet das ® Grenzkonglomerat
(I). /TS/
Literatur: K. Wucher
(2001); P. Puff et al. (2001); K.
Wucher & T. Heuse (2002); H.
Blumenstengel et al. (2003);
T. Hahn et al. (2004, 2005); H. Blumenstengel
(2006b)
Ziekoer Lobus [Zieko lobe] —generell NNE-SSW streichende Stauchungstruktur eines nach Osten offenen Lobus des ®
Drenthe-Stadiums des ® Saale-Hochglazials (® Saale-Komplex des ®
Mittelpleistozän) im Bereich des Coswig-Wittenberger Vorflämings (Raum nordwesrlich
von Coswig). /HW/
Literatur:
H. Brunner (1961); H. Schulz (1970); J.Marcinek & B. Nitz (1973)
Zielitz: Kalilagerstätte ... [Zielitz
potash deposit] ¾ seit 1973
bebaute bedeutsame Kalilagerstätte im Bereich der ® Calvörder Scholle westlich des ® Salzstockes Dannefeld, in der bei
Abbauteufen von 450-1200 m Rohsalz aus dem sylvinitischen Teil des
® Kalisalzlagers
Ronnenberg der
® Leine-Formation des
® Zechstein gewonnen wird. Die
Jahresmengen liegen bei ca. 10-12 Mio t
Rohsalz bzw. ca. 1,4 Mio t K2O. Der Abbau geht in Teufen von ca. 450 m bis
1200 m um; die gegenwärtig aufgeschlossene Abbaufläche beträgt
ca. 48 km2. Endprodukte sind Düngemittel sowie
Reinkali. Der Vorrat reicht bei der derzeitigen Förderungsrate noch mehrere
Jahrzehnte. In einem der Abbaufelder wurde eine Untertagedeponie eingerichtet.
/CA/
Literatur: S. Zeibig & J. Feldberg (1999); O. Hartmann
(2005); J. Feldberg (2006); L. Stottmeister et al. (2008); J. Wirth (2008a)
Zillierbach-Decke [Zillierbach
Nappe] ¾
zwischen ®
Elbingeröder Komplex im Südosten und ® Wernigeröder Einheit im Nordwesten
gelegene ca. 300 m mächtige, annähernd West-Ost konturierte
Gleitdecke im Hangenden von Schichtenfolgen des ® Zillierbach-Olisthostroms
des ®
Dinantium (Abb. 29.2), bestehend aus einer mächtigen Folge von Tonschieferen
mit zwischengeschalteten Diabasen der mitteldevonischen ® Wissenbach-Formation. Im
Norden der ehemaligen Schachtanlage Büchenberg-Gräfenhagensberg wurde die
Deckenstruktur von der Bohrung Zillierbach 1/64 durchteuft. Synonym: Zillierbach-Gleitscholle.
/HZ/
Literatur:
H. Lutzens (1972); M. Schwab (1977b); H. Lutzens (1978, 1979); H. Wachendorf (1986); H. Lutzens (1991a);
K. Mohr (1993); C. Hinze et al. (1998); H.-J. Franzke
et al. (2004)
Zillierbach-Gleitscholle ® Zillierbach-Decke.
Zillierbach-Olisthostrom [Zillierbach Olisthostrome]
¾ generell NE-SW konturiertes Gebiet
allochthoner olisthostromaler Schichtenfolgen des ® Dinantium südlich der ®
Zillierbach-Decke zwischen ® Elbingeröder Komplex im Osten und ®
Brocken-Massiv im Westen (Abb. 29.2). Das Zillierbach-Olisthostrom wird
zuweilen als ein westlicher Bestandteil des ® Hüttenrode-Olisthostroms
betrachtet. /HZ/
Literatur:
H. Lutzens (1972); H. Lutzens & M.
Schwab (1972); K. Mohr (1993); C. Hinze et al. (1998)
Zimmermannsschächter Flözgraben ® Zimmermannsschacht-Störungszone.
Zimmermannsschächter Störungszone ® Zimmermannsschacht-Störungszone.
Zimmermannsschacht-Störungszone [Zimmermannsschacht Fault Zone]
¾
NW-SE streichende, im Nordwestabschnitt nach Südwesten, im Südostabschnitt nach
Nordosten einfallende saxonische Bruchstruktur im Nordostteil der ®
Mansfelder Mulde, die den Kupferschieferbergbau im ® Mansfelder Revier
teilweise stark beeinträchtigte (Lage siehe Abb. 32.3). Synonyme:
Zimmermannsschächter Störungszone; Zimmermannsschächter Flözgraben. /TB/
Literatur: E.v.Hoyningen-Huene
(1959); R. Kunert (1997b); K. Stedingk & I. Rappsilber (2000);
C.-H. Friedel et al. (2006)
Zimpeltauer-Förstgener Rinne [Zimpeltauer-Förstgen channel]
¾
generel NW-SE orientierte, in mehreren Windungen verlaufende quartäre
Rinnenstruktur im südlichen Abschnitt des ® Niederlausitzer
Tertiärgebiets, in der durch wahrscheinlich subglaziäre elsterzeitliche
glazihydromechanische Prozesse während der beginnenden Zerfallsphase des ersten
Eisvorstoßes der mittelpleistozänen ® Elster-Kaltzeit Teile der tertiären Schichtenfolge bis
in Teufen unterhalb des für den Braunkohlenbergbau bedeutsamen ®
Zweiten Miozänen Flözkomplexes des ® Langhium (unteres Mittelmiozän) ausgeräumt wurden. Die
Rinnenfüllung besteht zumeist aus elsterzeitlichen Bildungen. /LS/
Literatur:
M. Kupetz et al. (1989)
Zingst:
Salzkissen ... [Zingst Salt Pillow] ¾NW-SE orientierte ovale Salinarstruktur des ® Zechstein am Südwestrand der ® Rügen-Senke (Abb. 25.1). /NS/
Literatur: D.
Hänig et al. (1997)
Zinkblende-Bank
[Sphalerite Bank] ¾ geringmächtiger
charakteristischer Leithorizont im ® Oberen Muschelkalk (®
Warburg-Formation) des Germanischen Triasbeckens (z.B. ® Glasplatten
Thüringens; ® Oberer Hauptmuschelkalk
der ® Lausitzer
Triasscholle). /SF, TB/NS/
Literatur: W. Hoppe (1966); G. Seidel
(1974); Trias-Standard TGL
25234/11 (1974); G. Seidel
(1992); R. Langbein & G.
Seidel (1995b); M. Göthel & K. Grunert (1996); R. Langbein
& G. Seidel (2003); K.-H.
Radzinski (2008c)
Zinnitzer
Graben [Zinnitz Graben] ¾ an das Störungsregime des ® Lausitzer Abbruchs gebundene saxonische
Grabenstruktur. /LS/
Literatur: R.
Bönisch & K. Grunert (1989); M. Göthel & K. Grunert (1996)
Zinnowitzer Staffel ® Mittelrügen–Nordwestusedomer Staffel (Südoststabschnitt).
Zinnwald: Stockgranit von ... ® Zinnwalder Granit.
Zinnwald-Cinovec: Lagerstättendistrikt von
... [Zinnwald-Cinovec district
of ore deposits] ¾
ehemals bedeutsamer Lagerstättendistrikt im Gebiet des ® Osterzgebirgischen
Antiklinalbereichs, in dem seit dem 14. Jahrhundert Bergbau insbesondere auf Zinn-Erze
umging (Abb. 36.6). Neben dem Zinn war Wolfram von wirtschaftlichem
Interesse. Im Zweiten Weltkrieg kam es zudem noch zur Gewinnung von Lithium aus
dem Lithiumglimmer Zinnwaldit. Die Vererzungszonen sind an den ®
Zinnwalder Granit gebunden. Dabei kommen als Strukturtypen sowohl Erzgänge als
auch Greisenkörper vor. Auf sächsischer Seite wurde die Produktion mangels
Erzvorräten bereits 1934 eingestellt, auf böhmischem Gebiet erfolgte ein Abbau
bis 1989. /EG/
Literatur:
L. Baumann (1965a, 1992); E. Kuschka (1994, 1997); L. Baumann et
al. (2000); E. Kuschka (2002)
Zinnwalder Granit [Zinnwald
Granite] ¾
regional lediglich 0,3 km2
umfassendes Nord-Süd getrecktes, teilweise auf tschechischem Gebiet liegendes
Vorkommen eines variszisch-postkinematischen, vorwiegend mittelkörnigen
fluorreichen/phosphorarmen Lithiumglimmergranits im Verbreitungsgebiet des ®
Teplitzer Rhyoliths im Südostabschnitt des ® Osterzgebirgischen
Antiklinalbereichs (®
Altenberger Scholle), Teilglied der ® Osterzgebirgischen Plutonregion (Abb. 36.2).
Charakteristisch ist neben dem Auftreten von Kassiterit, Wolframit und
Molybdänit vor allem das Vorkommen von Nb-Ta-Ti-Mineralen wie Columbit und
Ilmenerutil. Der Granit ist vielfach in Greisen umgewandelt. Außerdem wird er
von flachliegenden Zinn und Wolfram führenden Quarzgängen durchzogen. Die
Intrusion des Zinnwalder Granits erfolgte vermutlich um 320 Ma b.p.
(Namurium/Westfalium-Grenzbereich). Synonyme: Stockgranit von Zinnwald; Granit
von Cínovec. /EG/
Literatur:
E. Spengler (1949); K. Pietzsch (1951); H. Schröcke (1952); A.
Watznauer (1954); K. Pietzsch (1956, 1962); G. Herrmann (1967); W. Pälchen
(1968); H. Bolduan et al. (1970); H.
Bräuer (1970); H. Lange et al. (1972);
G. Hösel & R. Kühne (1992); H.-J. Förster et al. (1998); G. Tischendorf
et al. (1999); L. Baumann et al.
(2000); H.-J. Förster et al.
(2008)
ZIPE ® in der Literatur zur Geologie Ostdeutschlands häufig vorkommende Abkürzung für „Zentralinstitut für Physik der Erde“ (1969-1991) mit ehemaligem Sitz in Potsdam).
Zipfelheide: Oberkreide der ...[Zipfel
Heide Upper Cretaceous] ¾ der
®
Elbtalkreide südwestlich vorgelagertes isoliertes, an Bruchstrukturen
gebundenes Oberkreide-Vorkommen (® Cenomanium) im Gebiet des ® Osterzgebirgischen
Antiklinalbereichs. /EG/
Literatur:
K.-A. Tröger (1998b)
Zipfelheide: Oberkreide der ...[Zipfelheide
Upper Cretaceous] ¾ der
®
Elbtalkreide südwestlich vorgelagertes isoliertes, an Bruchstrukturen
gebundenes Cenomanium-Vorkommen (® Niederschöna-Formation) am Nordostrand des ®
Osterzgebirgischen Antiklinalbereichs bei Karsdorf. /EG/
Literatur: A. Seifert
(1955); H. Beeger & W. Quellmalz (1994); T. Voigt (1995); J. Seyfert
(1995); T. Voigt (1997); K.-A. Tröger (1998b); T. Voigt (2000b); K.-A. Tröger & T. Voigt (2000); K.-A. Tröger (2008b)
Zipfelteich-Mulde [Zipfelteich Syncline] ¾ NE-SW streichende nordwestvergente variszische Synklinalstruktur im Nordwestabschnitt der ® Pörmitzer Faltenzone zwischen ®